Das Buch stellt das Narrativ einer demokratisierten „New Space“-Ära infrage, indem es zeigt, wie die globale Raumfahrtlandschaft von verfestigten Machtasymmetrien geprägt ist. Aus einer strukturellen Machtperspektive heraus deckt es einen exklusiven Kreis unternehmerischer Akteure auf – im Globalen Norden und eng mit dem militärisch-industriellen Komplex verbunden –, der weiterhin die Raumfahrtgovernance dominiert. Anstatt die Raumfahrt zu demokratisieren, verstärkt die Kommerzialisierung Machtasymmetrien und ermöglicht etablierten Akteuren durch ihre Netzwerke günstige Rahmenbedingungen zu gestalten. Indem die Autorin zeigt, dass „New Space“ im Kern „Old Powers“ reproduziert, bietet sie eine kritische Neubewertung der orbitalen Governance.
Marieluna Frank: „Corporate Space Power – Unveiling Structural and Infrastructural Power in New Space Networks“, Nomos Verlag, Baden-Baden, 226 Seiten, ISBN 978-3-7560-4014-8
