Die von Klimawandel und KI (KKI) befeuerten Polykrisen der Gegenwart lassen sich nur als zusammenhängende begreifen. Sie bedürfen – jenseits von posthumanistischem Animismus und technodeterministischer Hybris – einer radikal neuen, planetarischen, nonkopernikanischen,
‚unmoralischen‘ Ethik: als Werkzeug zur Hervorbringung der nächsten evolutionären Transformation.
Eine Ethik,
- die nach dem guten und richtigen
‚Leben‘
fragt, statt nach dem ‚Guten‘
und
‚Wahren‘ per se;
- die als Transitionstechnik die grassierende Hypermoralisierung überwindet;
- die das Fundament klassischer Morallehren sprengt – durch grundlegende Reziprozität zwischen Akteuren, Rechten und Pflichten;
- die dem Ineinander von biographischer und planetarischer Tiefenzeit gerecht wird;
- die Kants vier Grundfragen der Philosophie fortschreibt: „Was kann ich wissen?“ → Was lernen wir vom Wissen anderer Intelligenzen? „Was soll ich tun?“ → Wie handeln wir ge¬mein¬sam – und mit wem?
„Was darf ich hoffen?“
→ Wie antizipieren wir?
„Was ist der Mensch?“
→ Was ist Leben?
Armen Avanessian: „Planetarische Ethik – Tractatus Ethico-Planetarius“, Merve Verlag, Berlin, 136 Seiten, ISBN:
978-3-96273-095-6