
Stefanie Rueß, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Europäische Politik, hat einen neuen Artikel im Policy Studies Journal veröffentlicht. Die Studie untersucht, wie die regionale Berichterstattung über Migration Entscheidungen von Mitarbeitenden in Jobcentern beeinflusst. Hierfür kombiniert die Autorin Daten zu Leistungsminderungen im Bürgergeld mit einem neu erstellten Datensatz regionaler Zeitungsberichterstattung aus den Jahren 2010 bis 2019. Die Ergebnisse zeigen, dass sich migrationsbezogene Mediendiskurse zwischen den Bundesländern und im Zeitverlauf erheblich unterscheiden. Diese Unterschiede gehen mit ungleichen Ergebnissen für Leistungsbeziehende mit Migrationshintergrund einher: Eine Berichterstattung, die positivere Themen aufgreift, ist mit geringeren Leistungsminderungsraten verbunden, während negativere Themen mit einem höheren Sanktionsrisiko einhergehen. Die Studie verdeutlicht, dass regionale Berichterstattung über Migration nicht nur öffentliche Einstellungen prägt, sondern auch zu administrativen Ungleichheiten beitragen kann. Damit zeigt sie, wie Mediendebatten die praktische Umsetzung staatlicher Politik beeinflussen können.