Feb 202406Di
Wissenschaftliche Events
19.15 Uhr – 21.00 Uhr
Friedrichshafen | ZF Campus, Black Box 1.09

Ringvorlesung "Academic Cannibalism" | Was heißt hier Academic Cannibalism?

Ein einführendes Podiumsgespräch zwischen Armen Avanessian, Karen van den Berg und Jan Söffner

Die Zeppelin Universität lädt alle Interessierten zur öffentlichen Ringvorlesung zum Thema Academic Cannibalism ein. Wie könnte eine Universität aussehen, die sich nicht selbst verzehrt, sondern sich entschieden auf eine planetarische Zukunftstauglichkeit hin ausrichtet? Wieviel apollinische Ordnung braucht sie und wieviel dionysische Energien? Wie könnten sich die Mitglieder in einer solchen Universität einrichten? Und wie radikal demokratisch kann sie verfasst sein? Um diese und weitere Fragen geht es in elf Veranstaltungen von Anfang Februar bis Ende April mit Expertinnen und Experten aus Soziologie, Philosophie und Kunst.


Im 21. Jahrhundert bewegen sich Studierende nicht anders als Professorinnen und Professoren in einem hochbürokratisierten akademischen Alltag, in dem die ständige Erwartung und Forderung nach Selbst- und Fremdevaluation zur allgegenwärtigen Praxis geworden ist. Die Evaluation, die verspricht, die Entwicklung einzelner Forscherinnen und Forscher sowie Institute voranzutreiben, stattet Studierende zwar mit einer Bewertungsmacht aus, ohne sie damit freilich automatisch geistig zu ermächtigen. In der Folge, so schreibt die US-amerikanische Historikerin Joan Wallach-Scott, werden Studierende zu Kunden und Professorinnen und Professoren zu Dienstleistern. De facto wird so – um Friedrich Kittlers berühmte Formel abzuwandeln – eine Austreibung des kritischen Geistes weit über die Geisteswissenschaften hinausbefördert.


Sind Universitäten daher womöglich Orte, die falsche Erwartungen wecken und krank machen? Sind sie Orte, die – wie der australische Managementprofessor Peter Fleming meint – zur psychischen Hölle geworden sind, zu „Darkocracies“? Viele Selbstbeschreibungen von Berufsakademikerinnen und Berufsakademikern neigen dazu, die Situation der Universitäten aus einer (eingebildeten) Opferposition zu beklagen. In der Ringvorlesung „Academic Cannibalism“ dagegen steht die Frage im Fokus, inwiefern in Wahrheit nicht äußerliche Zwänge oder ein seine eigenen Grundlagen unterwandernder, kannibalistischer Kapitalismus – wie die US-amerikanische Philosophin Nancy Fraser ihn zuletzt beschrieben hat – Schuld an der gegenwärtigen akademischen Misere sind. Es soll diskutiert werden, welche Vorstellungen zu einer Art Selbstsabotage kritischen Denkens führen und welche Alternativen sich hierzu entwerfen lassen.


Beginnen wird die Ringvorlesung mit einem Podiumsgespräch zum Thema „Was heißt hier Academic Cannibalism?“ zwischen den ZU-Professor:innen Armen Avanessian, Karen van den Berg und Jan Söffner.

Sprache
Deutsch
Veranstaltungsart
Öffentlich
Teilen | Merken
Anmeldeformular

Die Anmeldung für diese Veranstaltung ist nicht mehr möglich.

Zeit, um zu entscheiden

Diese Webseite verwendet externe Medien, wie z.B. Karten und Videos, und externe Analysewerkzeuge, welche alle dazu genutzt werden können, Daten über Ihr Verhalten zu sammeln. Dabei werden auch Cookies gesetzt. Die Einwilligung zur Nutzung der Cookies & Erweiterungen können Sie jederzeit anpassen bzw. widerrufen.

Eine Erklärung zur Funktionsweise unserer Datenschutzeinstellungen und eine Übersicht zu den verwendeten Analyse-/Marketingwerkzeugen und externen Medien finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.