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April 2016

19 Di
artsprogram
artsprogram Das artsprogram etabliert künstlerische Praxis als Bestandteil von Lehre und Forschung an der ZU. Es lädt Künstler, Studierende, Wissenschaftler und Gäste zu Begegnungen zwischen Gegenwartskunst und Wissenschaften ein.
19.15 – 21.15 Uhr
Friedrichshafen | ZF Campus, Blackbox 1.09
öffentliche Ringvorlesung für Kunstinteressierte an der Zeppelin Universität | "Ökologien des Menschlichen"
Dienstag, 19. Apr. 2016 | Prof Dr Stephan Schmidt-Wulffen | Das choreografierte Ich - Gordon Matta Clark in seinem Werk

Über die Ringvorlesung:

Naturwissenschaftler bezeichnen das gegenwärtige Erdzeitalter als Anthropozän. Sie verweisen so darauf, dass der Mensch selbst längst zum wichtigsten Einflussfaktor auf die Geologie des Planeten und das gesamte terrestrische Leben geworden ist. Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Hybridisierung von Mensch und Technik, Mensch und Maschine und der wachsenden Bedeutung, die unterschiedlichen Formen künstlicher Intelligenz zukommt, wird zugleich auch immer unbestimmter, was mit der Rede von „dem Menschen“ gemeint sein könnte. Wird der Mensch zum Menschen durch spezifische Verhaltensformen und Kompetenzen oder durch die genetische Programmierung des Homo sapiens sapiens? Welche Rolle spielen in diesem Kontext Subjektivität und Individualität? Wie verhält sich die Rede vom Anthropozän zu jener von einem post-humanen Zeitalter?
In Film, Literatur, Musik und der Bildenden Kunst wird die conditio humana oft von ihrer vermeintlichen Rückseite her beleuchtet, ausgehend von dem etwa, was als unmenschlich gilt, als grausam, gewalttätig und schrecklich, als Gegenentwurf also zur humanistischen Vorstellung vom vernunftbegabten Wesen Mensch. So stellt auch der Philosoph Slavoj Žižek in seinem Band „Die politische Suspension des Ethischen“ die Frage nach der conditio humana ausgehend vom Unmenschlichen bzw. ausgehend von dem, was der Mensch nicht ist. Eines seiner Beispiele ist dabei Franz Kafkas Geschichte von Odradek – jener kleinen geheimnisvollen Gestalt, die spricht, lacht, atmet, und im Haus in unregelmäßigen Abständen auftaucht und wieder verschwindet. Sie gibt den Hausbewohnern Rätsel auf, weil unklar ist, ob sie als humanes Wesen zu behandeln ist. Ist sie im gleichen Sinne mit Leben erfüllt? Muss man sie fürchten?
Entlang von Filmen und Romanen, Musikstücken und Kunstwerken orientiert sich die Ringvorlesung „Ökologien des Menschlichen“ an zwei Themenschwerpunkten: Dem Unmenschlichen und der Thematik hybrider Körper und ihrer Identität.


Die Vortragsreihe versteht sich als Auftaktveranstaltung der Ausstellung „Möglichkeit Mensch. Körper | Sphären | Apparaturen“, die am Donnerstag, 28. April 2016 im Zeppelin Museum eröffnet wird. Sie wird gefördert von der Kulturstiftung des Bundes.


Über diesen Vortrag:

Räume sind soziale Konstruktionen. Der Seminarraum, das Esszimmer oder eine Kirche werden nicht nur aus Stein gebaut und mit Möbeln eingerichtet, sondern es bedarf sozialer Konventionen und typisierter Vorstellungen, damit sie auch ihren gesellschaftlichen Zweck erfüllen. Wie aber kann man solche Räume de-konstruieren? Wie kann man die mit Räumen verbundenen sozialen Programme durchbrechen? Das Markenzeichen von Gordon Matta-Clark (1043-1978) sind seine Schnitte in Gebäude. Eine genauere Betrachtung seines Werkes macht jedoch deutlich, dass hier keineswegs Skulptur ins Monumentale erweitert wird, sondern das der amerikanische Künstler eine Choreographie alternativer und nicht-konventioneller Bewegungen innerhalb der Gebäude schafft. Zumindest in der Vorstellung wird der Betrachter durch den Raum geschleudert. Es entsteht eine neue Raumordnung und damit auch eine alternative Identität.


Stephan Schmidt-Wulffen ist Honorarprofessor für Ästhetik und künstlerisches Wissen an der Zeppelin Universität, und leitet dort seit 2013 das „Labor für implizites und künstlerisches Wissen“ (LIKWI). Außerdem ist er seit 2011 Rektor der New Design University St.Pölten.

weitere Termine und Arbeitstitel:
Dienstag, 26. Apr. 2016 | Prof Dr Eva Schürmann | Rene Magritte - Hybride Körper
Dienstag, 03. Mai 2016 | abschließende Veranstaltung





 

Veranstaltungsart
Öffentlich
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Dienstag, 19. Apr. 2016 | Prof Dr Stephan Schmidt-Wulffen | Das choreografierte Ich - Gordon Matta Clark in seinem Werk

event_location

Blackbox 1.09

event_dates
Di, 19.04.2016, 19:15 Uhr - 21:15 Uhr

Über die Ringvorlesung:

Naturwissenschaftler bezeichnen das gegenwärtige Erdzeitalter als Anthropozän. Sie verweisen so darauf, dass der Mensch selbst längst zum wichtigsten Einflussfaktor auf die Geologie des Planeten und das gesamte terrestrische Leben geworden ist. Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Hybridisierung von Mensch und Technik, Mensch und Maschine und der wachsenden Bedeutung, die unterschiedlichen Formen künstlicher Intelligenz zukommt, wird zugleich auch immer unbestimmter, was mit der Rede von „dem Menschen“ gemeint sein könnte. Wird der Mensch zum Menschen durch spezifische Verhaltensformen und Kompetenzen oder durch die genetische Programmierung des Homo sapiens sapiens? Welche Rolle spielen in diesem Kontext Subjektivität und Individualität? Wie verhält sich die Rede vom Anthropozän zu jener von einem post-humanen Zeitalter?
In Film, Literatur, Musik und der Bildenden Kunst wird die conditio humana oft von ihrer vermeintlichen Rückseite her beleuchtet, ausgehend von dem etwa, was als unmenschlich gilt, als grausam, gewalttätig und schrecklich, als Gegenentwurf also zur humanistischen Vorstellung vom vernunftbegabten Wesen Mensch. So stellt auch der Philosoph Slavoj Žižek in seinem Band „Die politische Suspension des Ethischen“ die Frage nach der conditio humana ausgehend vom Unmenschlichen bzw. ausgehend von dem, was der Mensch nicht ist. Eines seiner Beispiele ist dabei Franz Kafkas Geschichte von Odradek – jener kleinen geheimnisvollen Gestalt, die spricht, lacht, atmet, und im Haus in unregelmäßigen Abständen auftaucht und wieder verschwindet. Sie gibt den Hausbewohnern Rätsel auf, weil unklar ist, ob sie als humanes Wesen zu behandeln ist. Ist sie im gleichen Sinne mit Leben erfüllt? Muss man sie fürchten?
Entlang von Filmen und Romanen, Musikstücken und Kunstwerken orientiert sich die Ringvorlesung „Ökologien des Menschlichen“ an zwei Themenschwerpunkten: Dem Unmenschlichen und der Thematik hybrider Körper und ihrer Identität.


Die Vortragsreihe versteht sich als Auftaktveranstaltung der Ausstellung „Möglichkeit Mensch. Körper | Sphären | Apparaturen“, die am Donnerstag, 28. April 2016 im Zeppelin Museum eröffnet wird. Sie wird gefördert von der Kulturstiftung des Bundes.


Über diesen Vortrag:

Räume sind soziale Konstruktionen. Der Seminarraum, das Esszimmer oder eine Kirche werden nicht nur aus Stein gebaut und mit Möbeln eingerichtet, sondern es bedarf sozialer Konventionen und typisierter Vorstellungen, damit sie auch ihren gesellschaftlichen Zweck erfüllen. Wie aber kann man solche Räume de-konstruieren? Wie kann man die mit Räumen verbundenen sozialen Programme durchbrechen? Das Markenzeichen von Gordon Matta-Clark (1043-1978) sind seine Schnitte in Gebäude. Eine genauere Betrachtung seines Werkes macht jedoch deutlich, dass hier keineswegs Skulptur ins Monumentale erweitert wird, sondern das der amerikanische Künstler eine Choreographie alternativer und nicht-konventioneller Bewegungen innerhalb der Gebäude schafft. Zumindest in der Vorstellung wird der Betrachter durch den Raum geschleudert. Es entsteht eine neue Raumordnung und damit auch eine alternative Identität.


Stephan Schmidt-Wulffen ist Honorarprofessor für Ästhetik und künstlerisches Wissen an der Zeppelin Universität, und leitet dort seit 2013 das „Labor für implizites und künstlerisches Wissen“ (LIKWI). Außerdem ist er seit 2011 Rektor der New Design University St.Pölten.

weitere Termine und Arbeitstitel:
Dienstag, 26. Apr. 2016 | Prof Dr Eva Schürmann | Rene Magritte - Hybride Körper
Dienstag, 03. Mai 2016 | abschließende Veranstaltung