
Second Life, Instagram, Tik-Tok – und morgen das Metaverse? Digitale
Welten gewinnen zunehmend an Relevanz und die (teils viel gescholtene)
Bildschirmzeit steigt. Noch beschränken sich die meisten Nutzenden auf Texte,
Audios oder Videobotschaften, wenn sie digital mit anderen interagieren. Neue
VR-Technologien ermöglichen es allerdings, auch körperlich in virtuellen Welten
präsent zu sein und digitale Räume dreidimensional zu erfahren und zu gestalten.
In der Unterhaltungsbranche stößt das auf große Begeisterung, aber auch in
Sachen Lernen und Arbeiten erweisen sich VR-Anwendungen als hilfreiche Tools.
Mit virtuellen Welten und der Rolle von VR in Bildung,
Wissenschaft und Unternehmen befasst sich Prof.
Raphael Zender, Inhaber des Stiftungslehrstuhls für Systeme der Virtuellen
Realität. Gemeinsam mit einem Team von ZF entwickelte der Bildungstechnologe ein
Konzept für ein virtuell gestütztes Sicherheitstraining.
In der neuen Folge von
„ZF & ZU – Company and Campus“ erklärt er, wie Mitarbeitende in einer
virtuellen Produktionshalle darin geschult werden, sich sicherheitskonform in Produktionshallen
zu bewegen – und gefahrenlos üben können, wie sie sich zwischen Gabelstaplern
sicher von A nach B kommen. Darüber hinaus sprechen Jochen Mayer (ZF) und Judith
Reinbold (ZU) mit Prof. Zender über den Einsatz von VR im Bildungsbereich, das
Immersion Lab der ZU und die praxisnahe Forschung seines Teams. Am Lehrstuhl
werden nämlich nicht nur Lösungen für ZF entwickelt, sondern beispielsweise
auch ein Trainingsprogramm für die Mitarbeitenden des Job-Centers der Stadt
Friedrichshafen.
Außerdem erklärt der Bildungstechnologe, was es mit der
ursprünglichen Idee des von Mark Zuckerberg gekaperten Begriffs „Metaverse“ auf
sich hat, warum Cyber-Sickness für manche Menschen zum Problem werden kann –
und dass das Potenzial von VR längst nicht erschöpft ist: „Wir können in VR
Fliegen, unsere Größe ändern oder mit nicht-euklidischen Räumen arbeiten: Ich
gehe zum Beispiel durch eine Tür, die hinter mir ist, komme aber hinter meiner
eigentlichen Position wieder raus. Wir können uns also von einigen
physikalischen Grenzen verabschieden. Damit verbindet sich die Hoffnung, dass dadurch
tatsächlich gewisse Verknüpfungen im Gehirn anders erfolgen und man so
schlussendlich auch einfach mal über die gewohnten Bahnen hinausdenkt.“
Die dritte Folge des von ZF und ZU gemeinsam produzierten Podcasts ist steht ab sofort auf allen gängigen Podcastportalen zur Verfügung, zum Beispiel bei Podigee.



