Prof Dr Karen van den Berg (ZU): Damien Hirst und die Abschaffung des Unsichtbaren
Mit spektakulären Installationen aus echten Tierkadavern, einem diamantenbesetzten Schädel, aufsehenerregenden Versteigerungen und gigantomanischen Großausstellungen, die mehr als 50 Millionen Dollar verschlangen, wurde der britische Künstler Damien Hirst zum bestgehassten Super Star der Kunstwelt. Seine aufmerksamkeitsheischenden Bildstrategien, aber auch seine ostentativen Allianzen mit Finanzwelt und Celebrity-Kultur brachten ihm den Ruf ein, einer obszönen „Mine is Bigger Attitude“ zu folgen.
Der Vortrag beleuchtet wie bei dieser schillernden Figur Bildstrategien und Selbstdarstellung ineinandergreifen und Kunstproduktion zur kuratorischen Arbeit wird.
Karen van den Berg, geb. 1963, ist seit 2003 Inhaberin Lehrstuhls für Kunsttheorie & inszenatorische Praxis an der Zeppelin Universität (ZU). Sie studierte Kunstwissenschaft, Klassischen Archäologie und Nordischen Philologie in Saarbrücken und Basel. Zwischen 1993 und 2003 arbeitete sie als Dozentin für Kunstwissenschaft und als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Witten/Herdecke.
Lehre und Gastaufenthalte führten sie an die Chinati Foundation in Texas, an die Parsons New School for Design (NY), an das Europäische Kolleg Jena und als Visiting Scholar an das Department of Comparative Literature der Stanford University sowie als Fellow an das InternationalenKolleg für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie (IKKM) der Bauhaus Universität Weimar.
Van den Bergs Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Kunst und Politik; Kunst und Öffentlichkeit; Theorie und Geschichte des Ausstellens; Museums- und Bildungsarchitektur; künstlerische Episteme; Kunstmarkt- und Studioforschung.