Feb 201406Do
Wissenschaftliche Events
12.30 Uhr – 13.15 Uhr
Friedrichshafen | SeeCampus, Kolon LZ 2

Antrittsvorlesung | Prof Dr Dr Manfred F Moldaschl

Verführung zum Selberdenken - Zur Methodologie der geistigen Freiheit

Audi-Stiftungslehrstuhl für unternehmerisches Handeln, globale Verantwortung und Nachhaltigkeit Zwei Eigendynamiken des Wissenschaftssystems behindern die Entfaltung der geistigen Freiheit - einer Daueraufgabe der Bildung. Die Verfasstheit wissenschaftlichen Arbeitens in Disziplinen und zum anderen die Theorieheirat. Während das disziplinäre Prinzip die Subjektivität des akademischen Lehrlings formatiert und im wirklichen Leben wieder mühsam abgebaut werden muss (sofern sie nicht den Ängstlichen Halt gibt oder den Lehrenden das wirkliche Leben ist), führt die Theorieheirat zu den üblichen Bindungsproblemen. Man kettet sich an eine Theorie, die bis zuletzt verteidigt und auf alles angewandt wird. Oder man gibt sich einem Eklektizismus hin, dessen promiskes Freiheitsversprechen seicht ist, weil es den Verwender von Deutungsangeboten der Willkür vergessener Selektionsgründe preisgibt. Tertium datur. Es gibt alternative Praktiken einer Pflege geistiger Freiheit. In der Forschung sind sie mühsam und gefährlich. In der Lehre sind sie ein Angebot für Abenteuerlustige und solche, für die das Studium die Raum-Zeit zweckentlasteter Entfaltung ist - und damit mehr als das Einrollen in die angestrebte Berufsrolle. Professor Moldaschl studierte alles Mögliche, glaubte aber wenig. Vor seiner Berufung an die ZU war er Extremkletterer, Drachenflieger und Waldmeister im Pilze sammeln. Nachdem er festgestellt hatte, dass man davon nicht leben kann, wollte er sich eigentlich mit einem Tapetenverleih selbständig machen, brachte es aber letztlich nur zum verbeamteten Lehrstuhlbesetzer, zuletzt an der TU Chemnitz (Innovationsforschung und nachhaltiges Ressourcenmanagement). Aufgrund etlicher Gastprofessuren diverser Disziplinen im Ausland spricht er fließend Ausländisch. Man hat ihn schon als 'Psychologe', 'Soziologe' oder 'Ökonom' angesprochen. Er verwahrt sich entschieden gegen solche Anschuldigungen. Inhaltlich interessiert er sich u.a. für akademisches Getue, professorales Gehabe und das aufs Gröbste unterschätzte Phänomen der docta ignorantia in der Wissenschaft. Sachdienliche Hinweise sind willkommen.
Veranstaltungsart
Öffentlich
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