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05.11.2015

Belgische Politologin Chantal Mouffe hält Vortrag an der Zeppelin Universität

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Friedrichshafen. Die belgische Politologin Prof. Chantal Mouffe von der University of Westminster in London ist am Mittwoch, 11. November, mit einem öffentlichen, englischsprachigen Vortrag zu Gast an der Zeppelin Universität (ZU). Ab 19.15 Uhr wird sie unter dem Titel „The Role of Affects in Agonistic Politics“ über Sinn und Funktion der Affekte in der Politik sprechen und die Rolle der Künste und der Kunstinstitutionen im Rahmen ihrer Politikkonzeption thematisieren.


Große Bekanntheit erlangte die 1943 in Charleroi geborene Chantal Mouffe bereits 1985, als sie mit dem argentinischen Politologen Ernesto Laclau das Buch „Hegemonie und radikale Demokratie – Zur Dekonstruktion des Marxismus“ verfasste. Die Publikation wurde bei ihrem Erscheinen als gelungener Versuch aufgefasst, entscheidende Leerstellen linker, marxistischer Theoriebildung zu füllen und stellt so bis heute ein vielzitiertes Standardwerk der zeitgenössischen Politikwissenschaft dar.


Ebenso stieß ihr 2014 in der deutschen Übersetzung bei Suhrkamp herausgegebenes Buch „Agonistik – Die Welt politisch denken“ auf große Resonanz. Darin befasst sich Mouffe kritisch mit den gegenwärtigen Tendenzen der Postpolitik und der Protestbewegungen. Dabei verweigert sie sich dem so üblich gewordenen, pessimistischen Abgesang auf die repräsentative Demokratie. Ihm stellt sie den Denkentwurf einer agonistischen Politik entgegen, also ein Politikverständnis, das den Ein- und Widerspruch zur überlebenswichtigen Triebfeder der parlamentarischen Demokratie erklärt. Damit beschreibt sie einen Ausweg aus dem allseits beklagten Gemisch aus Politikverdrossenheit, dem Bedeutungsverlust der Institutionen sowie einer alles durchdringenden Ökonomisierung.


In jüngster Zeit beschäftigt sich Chantal Mouffe verstärkt mit der zunehmend brennenderen Frage nach der Zukunft Europas. Dabei erforscht sie nicht nur den gegenwärtigen Aufschwung des Rechtspopulismus in vielen Mitgliedsstaaten, sondern tritt auch vehement für die Wiederbelebung Europas als visionäre, politische Idee ein. Denn diese, so Mouffe, ist als Gegengewicht zu dem in ihren Augen dominanten neoliberalen Modell der USA im 21. Jahrhundert mehr denn je von Nöten.


Ihr Vortrag an der ZU schließt einen Seminartag der Reihe „A Day With..." ab, der den ZU-Studierenden die Gelegenheit zum intensiven Austausch mit international renommierten Wissenschaftlern bietet.


Anmeldungen werden entgegengenommen unter zu.de/veranstaltungen


Mit freundlicher Unterstützung der Zeppelin UniversitätsGesellschaft e.V. (ZUG)