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23.09.2014

Studierende der Zeppelin Universität auf Lernexpedition in Argentinien und Chile

Friedrichshafen. Die aktuellen wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in Argentinien und Chile haben Studierende des Friedrichshafener Instituts für Familienunternehmen (FIF) der Zeppelin Universität (ZU) unmittelbar erlebt. Zwei Wochen lang waren die Studierenden des berufsbegleitenden Masterstudiengangs für Familienunternehmertum (eMA FESH), allesamt Nachfolger, Eigentümer oder Führungskräfte von Familienunternehmen, in den beiden Ländern unterwegs. Neben der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires und dem Weinanbaugebiet Mendoza führte sie das Programm auch nach Coquimbo und die Hauptstadt Santiago im Nachbarland Chile.


„Die Zusammenhänge zwischen wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Kontexten und (familien-)unternehmerischem Handeln zu entdecken ist in unserer globalisierten und zunehmend vielfältigen Welt von großer Bedeutung“, berichtet Professor Dr. Reinhard Prügl, Wissenschaftler Leiter des FIF, über das Ziel der internationalen Lernexpedition. Ihr Hintergrund: Weltweit werden Familienunternehmen als Organisationen beschrieben, die sehr langfristig denken und handeln sowie oftmals auch international mit Nischenprodukten erfolgreich sind. Doch wie können unternehmerisch handelnde Familien in einem wirtschaftlich und politisch instabilen Land wie Argentinien, das zudem von Import- und Exportbeschränkungen charakterisiert ist, überhaupt überleben? Und welche Rahmenbedingungen herrschen in Chile vor, wie gestaltet sich Familienunternehmertum dort? Mit diesen und noch vielen weiteren Fragen im Gepäck machten sich 14 Studierende auf die Reise. Neben Reinhard Prügl begleiteten sie FIF-Institutsmanagerin Dr. Ursula Koners und Doktorandin Jana Hauck.


Das Programm war ebenso umfangreich wie vielfältig – mehr als 50 Gesprächspartner in vier Städten gaben den Besuchern Einblicke in die unterschiedlichsten Bereiche der argentinischen und chilenischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. So besuchte die ZU-Gruppe in Buenos Aires unter anderem den größten Viehmarkt der Welt, den Mercado de Liniers, auf dem an guten Tagen bis zu 12.000 argentinische Rinder den Besitzer wechseln. Neben diesem traditionellen Argentinien erlangten die Studierenden aber auch Einblicke in die Optikbranche im Familienunternehmen Pförtner (er beliefert unter anderem Papst Franziskus), oder in die Niederlassung des internationalen Konzerns Nestlé, dessen Eisfabrik besichtigt wurde. Zum Ergründen der komplexen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen Argentiniens trugen etliche Diskussionen mit politischen Think-Tanks und Ex-Ministern, der deutschen Botschaft sowie mit Viktor Klima, ehemals österreichischer Bundeskanzler und zwölf Jahre lang Chef von Volkswagen Südamerika, bei.


Nach einem Wochenende in der argentinischen Weinanbauregion Mendoza führte die Reise weiter nach Chile. Während dort zwar politische und institutionelle Stabilität sowie freie Märkte herrschen, zeigen sich für Unternehmer andere Herausforderungen: ein vergleichsweise geringes Bildungsniveau, viel Bürokratie, sehr geringe soziale Durchlässigkeit und wenig finanzielle Unterstützung seitens der Banken. Die Studierenden besuchten in der Küstenregion Chiles bei Coquimbo zunächst die Minen des Familienunternehmens Compania San Geronimo, welches im Kupferbergbau, der wichtigsten Industrie Chiles, tätig ist. In der Hauptstadt Santiago standen unter anderem Diskussionen mit Familienunternehmern der Logistik- und Freizeitbranche sowie ein Besuch der Universidad del Desarrollo (UDD) und eines Start-up-Zentrums an. Doch auch Tochterfirmen deutscher Familienunternehmen wurden besucht: so zum Beispiel PERI Chile, das in Weißenhorn seinen Hauptsitz hat.


Die aus Freiburg stammende Studierende Isabel Bohny resümiert die Reise: „Die Lernexpedition hat innerhalb von nur zwei Wochen Einblicke in die wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Situation der beiden Länder Argentinien und Chile möglich gemacht, wie ich es niemals für möglich gehalten hätte. Den Kontext zweier überraschend unterschiedlicher Länder auf so eindrucksvolle und intensive Art und Weise kennen zu lernen, war eine sehr wertvolle Erfahrung und wird sicherlich auch mein Handeln in Zukunft beeinflussen.“


Bild 1:
Lernexpedition in Argentinien: Die Studierenden des berufsbegleitenden Masterstudiengangs für Familienunternehmertum beim Besuch der Deutschen Botschaft in Buenos Aires.


Bild 2:
Lernexpedition in Chile: Die Studierenden des berufsbegleitenden Masterstudiengangs für Familienunternehmertum beim Besuch einer Kupfermine in Coquimbo.