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03.02.2016

Einweihung des Kunst-am-Bau-Projektes von Alfredo Jaar für den ZF Campus der Zeppelin Universität

Friedrichshafen. Den neuen ZF Campus der Zeppelin Universität (ZU) wird künftig eine Neonskulptur von Alfredo Jaar, einem der bedeutendsten Gegenwartskünstler, zieren. Das Werk wurde der ZU als Kunst-am-Bau-Projekt von Siegfried Weishaupt gespendet. Die offizielle Einweihung erfolgt im Rahmen des „31. Kunst-Freitag Friedrichshafen“ am 12. Februar ab 18 Uhr im Graf-von-Soden-Forum auf dem ZF Campus im Fallenbrunnen 3.

Wird offiziell eingeweiht: Die Neonskulptur von Alfredo Jaar im Graf-von-Soden-Forum des ZF Campus der ZU.


Eigens für diesen Ort entwickelte Alfredo Jaar diese Neonskulptur, die ein Zitat aus Johann Wolfgang von Goethes Bildungsroman „Wilhelm Meisters Wanderjahre“ ins Zentrum stellt. Das Zitat „Nichts ist höher zu schätzen als der Wert des Tages“ stammt aus einer Passage des Romans, die sich mit dem Sinn des Lebens und der Bedeutung von Kunst und Wissenschaft befasst. Gerahmt wird der Text von Grafiken, die an Diagramme und Determinanten mit Kurvenverläufen erinnern, sodass sich in der Textpassage auch eine Empfehlung für die Einschätzung von Aktienkursen erkennen lässt. So bietet der mehrfache documenta-Künstler Jaar neben dem „Carpe-Diem-Appell“ zugleich eine ökonomische Leseweise an. Mit dem Ineinandergreifen von so unterschiedlichen Sinnbezügen wie Börsenberichten und den großen Lebenssinnfragen aus Goethes Bildungsroman stellt der chilenische Künstler eine Vieldeutigkeit der Welt vor und macht zugleich deutlich, dass sich diese nur dem erschließt, der dazu in der Lage ist, unterschiedliche Blickwinkel einzunehmen. Letzteres ist wiederum zentrales Anliegen der beiden Verantwortlichen des artsprogram, Kuratorin Ulrike Shepherd und Professorin Dr. Karen van den Berg, welches ihrem Wirken für die zeitgenössische Kunst an der Zeppelin Universität zugrunde liegt.


Alfredo Jaar (geboren 1956 in Santiago de Chile, lebt in New York) kann als einer der weltweit wichtigsten Gegenwartskünstler gelten. Die Arbeiten des chilenischen Künstlers wurden in zahlreichen internationalen Ausstellungen wie der documenta 8 und 11 in Kassel und dem Museum of Modern Art in New York gezeigt und sind weltweit auf Biennalen vertreten. Bekannt wurde er durch eine Reihe von Arbeiten, welche die mediale Verarbeitung politischer Ereignisse zum Thema machen.


Das Lichtkunstwerk, das künftig dauerhaft im Forum zu sehen sein wird, verdankt die ZU der großzügigen Schenkung von Siegfried Weishaupt, dem Kunstsammler und Gründer der Kunsthalle Weishaupt in Ulm. Weishaupt ist einer der Gründer der ZU.


Zur Einweihung, zu der alle Interessierten eingeladen sind, gibt es nach der offiziellen Eröffnung des „31. Kunst-Freitag Friedrichshafen“ durch Oberbürgermeister Andreas Brand einen Impulsvortrag von Professorin Dr. Karen van den Berg, Inhaberin des Lehrstuhls für Kunsttheorie und Inszenatorische Praxis, über „Politiken künstlerischer Intervention“ und den Dank der ZU durch Kanzler Matthias Schmolz sowie das artsprogram und studentische Vertreter. Alfredo Jaar und Siegfried Weishaupt werden ebenfalls anwesend sein.