Auf dieser Seite
Fragen?
Ihre Frage:
 
17.03.2014

Musikalische Bürgeruniversität der Zeppelin Universität über „Oper - Aufführung - Kritik“

Friedrichshafen. „Oper - Aufführung - Kritik“ lautet das Thema der nächsten Musikalischen Bürgeruniversität der Zeppelin Universität (ZU) am Donnerstag, 27. März. Darüber diskutieren ab 19.15 Uhr auf dem ZU-Campus am Seemooser Horn der Intendant der Bregenzer Festspiele David Pountney und der Musikjournalist Christian Wildhagen.


Dabei geht es um Sinn, Verantwortung und Grenzen journalistischer Aufführungsberichterstattung und -kritik am Beispiel von Pountneys Neuinszenierung von Mozarts „Zauberflöte“ bei den Bregenzer Festspielen und Wildhagens Besprechung davon in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Wildhagen hatte die Bregenzer Aufführung als „charmantes Welttheater überm Wasser“ und als „Feuerwerk märchenhaft-skurriler, auch mal kitschiger, doch immer poetischer Bilder“ gelobt, aber auch kritisiert, dass sie „im zweiten, durch Kürzungen verunstalteten Aufzug einige szenische Durchhänger hat“. Das von ZU-Kulturwissenschaftler Dr. Joachim Landkammer moderierte Gespräch soll nun das Verhältnis von Kunst und Kritik, von Künstler und Kritiker im Rahmen des Qualitäts-Musikjournalismus ausloten, vor allem auch im Bereich der unbekannteren und neueren Musik wie sie in Bregenz neben der großen Publikumsoper vorgestellt wird.


David Pountney ist seit 2003 Intendant der Bregenzer Festspiele, die Spielzeit in diesem Jahr seine letzte am Bodensee. Seine Inszenierung der „Zauberflöte“ wurde 2013 ein großer Publikumserfolg: Rund 200 000 Zuschauer sahen sie, die Auslastung der Seebühne lag damit bei 100 Prozent. In diesem Sommer geht Mozarts Klassiker dort in eine zweite Spielzeit. Zu Beginn seiner Karriere studierte Pountney in seiner Heimatstadt Oxford und an der Universität Cambridge, sein internationaler Durchbruch gelang ihm 1972 mit der Inszenierung der Oper „Katja Kabanowa“ von Leoš Janáček am Wexford Festival. Seine beruflichen Stationen führten ihn unter anderem an die Wiener Staatsoper, das Moskauer Bolschoi-Theater, die Deutsche Oper Berlin, die English National Opera und die Welsh National Opera, nach New York, Rotterdam und Barcelona.


Christian Wildhagen studierte Musikwissenschaften, Philosophie und Germanistik an der Universität Hamburg sowie Klavier. 1999 promovierte er mit einer Arbeit über die Achte Sinfonie von Gustav Mahler. Er war zunächst Musikredakteur beim Hamburger Abendblatt, danach Chefdramaturg und Mitglied der künstlerischen Leitung am Theater Hagen. Er verfasste regelmäßige Beiträge für Fachzeitschriften, die Neue Zürcher Zeitung, den Bayerischen Rundfunk sowie zahlreiche Musikfestivals, darunter die Münchener Biennale, das Schleswig-Holstein Musik Festival und die Salzburger Festspiele. Wildhagen ist Jury-Mitglied beim Preis der deutschen Schallplattenkritik, seit 2004 außerdem Lehrbeauftragter an der Leipziger Hochschule für Musik und Theater. Seit April 2008 ist Wildhagen Mitarbeiter im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.