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17.11.2014

Bürger-Universität der Zeppelin Universität mit Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger

Friedrichshafen. Thomas Hitzlsperger, langjähriger Fußballprofi im In- und Ausland sowie ehemaliger deutscher Nationalspieler, ist am Donnerstag, 20. November, nächster Gast in der Reihe Bürger-Universität der Zeppelin Universität (ZU). Ab 19.15 Uhr wird er auf dem ZU-Campus am Seemooser Horn über die Welt des Profifußballs wie auch über die von ihm angestoßene Diskussion über Homosexualität unter Profisportlern sprechen.


Die Fußballkarriere von Thomas Hitzlsperger begann 1989, als er vom VfB Forstinning in die Jugendabteilung des FC Bayern München wechselte. Im Alter von 18 Jahren zog es ihn erstmals ins Ausland: in die englische Premier League zu Aston Villa, wo er von den Fans wegen seiner Schusskraft den Spitznamen „The Hammer“ erhielt. 2005 kehrte Hitzlsperger nach Deutschland zurück, wo der zentrale Mittelfeldspieler beim Bundesligisten VfB Stuttgart einen Vertrag unterschrieb. Zur Winterpause 2010 ging es für ihn erneut ins Ausland: Hitzlsperger spielte zunächst beim italienischen Erstligisten Lazio Rom, bevor im Sommer ein erneutes Engagement in der englischen Premier League folgte, diesmal bei West Ham United. 2011 bekam er einen Dreijahresvertrag beim VfL Wolfsburg, den er allerdings knapp ein Jahr später wieder auflöste. Nach mehreren Verletzungen und einem kurzen Comeback in der Premier League beim FC Everton, beendete Hitzlsperger im September 2013 seine Karriere mit gerade einmal 31 Jahren.


Den Höhepunkt seiner wechselvollen Karriere als Profifußballer erlebte Hitzlsperger 2007, als er mit dem VfB Stuttgart die Deutsche Meisterschaft gewann. Darüber hinaus feierte er große Erfolge mit der deutschen Nationalmannschaft, für die er 52 Länderspiele bestritt. So erreichte er mit dem Team den dritten Platz bei der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland und den zweiten Platz bei der Europameisterschaft 2008 in Österreich und in der Schweiz. Außerhalb des Platzes engagierte sich Hitzlsperger gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit. Dafür wurde er 2011 vom Deutschen Fußball-Bund mit dem „Julius-Hirsch-Ehrenpreis“ ausgezeichnet.


Anfang dieses Jahres folgte dann sein Coming-out: Als erster bekannter deutscher Fußballprofi hat sich Thomas Hitzlsperger zu seiner Homosexualität bekannt. „Ich möchte eine öffentliche Diskussion voranbringen – die Diskussion über Homosexualität unter Profisportlern. Ich möchte dazu beitragen, indem ich einmal öffentlich darüber spreche, dass die sexuelle Orientierung eines Sportlers wieder seine Privatangelegenheit wird, weil es auf diesem Gebiet einfach nichts Unnatürliches gibt“, äußerte sich Hitzlsperger in einem Interview in der Wochenzeitung „DIE ZEIT“ über seine Beweggründe.


An der ZU wird er einen Einblick in die Welt des Profifußballs geben, über seine persönliche und sportliche Karriere und seine neuen Wege nach dem Outing sprechen. Moderiert wird die Veranstaltung von Junior-Professor Dr. Marian Adolf und dem ZU-Studierenden Steffen Sieler, der zudem Mitglied der Hochschulgruppe „queer@ZU“ ist. Damit haben die Studierenden nicht nur eine Anlaufstelle für Kommilitonen, aber auch junge Menschen aus der Region geschaffen, die sich unwohl mit ihrer sexuellen Orientierung und Identität fühlen. Die Gruppe versucht darüber hinaus durch diverse Veranstaltungen, die Normalität und Allgegenwärtigkeit von Nicht-Heterosexualität sichtbar zu machen und zur Sprache zu bringen.