16.04.2021

Berufsperspektiven in internationalen Organisationen

2020 erhielt Michelle Sun ihren Masterabschluss in Politics, Administration and International Relations (PAIR) an der ZU und ist nun das erste Mal als Alumna aktiv, indem sie den Kompass-Studierenden von ihren Erfahrungen berichtet und Hinweise zum Einstieg in internationale Organisationen gibt.


Internationale Stationen

Praktika im International Music Council der UNESCO in Paris, im Goethe-Institut Nairobi (Kenia) sowie bei der Europäischen Kommission in Brüssel – Michelle bringt sehr spannende, vielfältige und internationale Erfahrungen mit. Kompass-Studentin Franziska interessiert, warum sie so oft an verschiedenen Orten gearbeitet hat. Die Antwort: „Ich bin ein sehr neugieriger und aufgeschlossener Mensch und habe diese Erfahrungen gesucht.“ Nach Kenia sei sie beispielweise gekommen, weil sie andere Kulturräume bereits durch Reisen und Praktika kennengelernt hatte, und nun auch in einem afrikanischen Land Erfahrungen sammeln wollte. „Mir war dabei wichtig, in einem größeren Goethe-Institut zu arbeiten, das kulturell sowie auch politisch aktiv ist.“ Das Institut in Nairobi arbeitet beispielsweise mit anderen europäischen Kulturinstitutionen und Botschaften sowie der EU-Delegation in Kenia zusammen. Allgemein rät Michelle zum Thema Arbeiten im Ausland: „Man sollte in dieser Hinsicht erst mal offen sein und sich nicht auf eine bestimmte Region oder gar ein bestimmtes Land festlegen.“ Sie weist außerdem darauf hin, dass es bei manchen international agierenden Organisationen dazugehöre, gerade zum Einstieg in Ländern mit schwieriger politischer Lage eingesetzt zu werden. Ihre Erfahrungen, sich immer wieder an neue Umgebungen anzupassen, möchte Michelle heute nicht missen. Mittlerweile arbeitet sie bei EUNIC, einer Non-Profit-Organisation in Brüssel, und kann sich gut vorstellen, dort erst einmal ihr „Zelt aufzuschlagen“.

Bluebook Traineeship und Arbeit in großen Organisationen

Besonders interessiert die Kompass-Studierenden das Bluebook Traineeship der Europäischen Kommission. Wie läuft der Bewerbungsprozess dafür ab? Ist es nicht schwer, in so eine große Organisation zu kommen? Und wie sieht dann der Arbeitsalltag aus?

Foto: Michelle Sun

Michelle betont, dass der Bewerbungsprozess für das Traineeship eher langwierig als schwierig ist. „Man muss wirklich frühzeitig anfangen, sich zu bewerben, und es gibt mehrere Stufen. Aber seid mutig und traut euch. Manchmal muss man es auch auf einen Versuch ankommen lassen.“ Den Arbeitsalltag als Trainee bei der Europäischen Kommission beschreibt Michelle als sehr spannend und abwechslungsreich. Neben der Organisation von Konferenzen verfasste sie wöchentliche Berichte und schrieb an Strategiepapieren sowie Briefings mit. „Wenn zum Beispiel ein Kulturminister oder eine Kulturministerin aus Bulgarien zu Besuch ist, dann geht es darum, die wichtigsten Informationen zum bulgarischen Kulturbetrieb und zur Beziehung der EU mit Bulgarien in diesem Bereich zusammenzutragen.“ Persönliche Kontakte seien nicht zwingend notwendig, um ein Praktikum in großen Institutionen machen zu können: An das Praktikum bei der UNESCO kam Michelle über eine Initiativbewerbung. Sie rät dazu, vorher gut zu recherchieren, um die richtigen Ansprechpersonen zu finden.


Elsa hat sich bereits mit Arbeitsmöglichkeiten innerhalb der EU auseinandergesetzt und weiß, dass viele Mitarbeitende ein juristisches Studium absolviert haben. Michelle kann das bestätigen, ihrer Einschätzung nach sind über die Hälfte der EU-Mitarbeitenden Juristinnen und Juristen, auch weil Studiengänge für internationale Beziehungen noch verhältnismäßig neu sind. Aber auch als „Generalistin“ oder „Generalist“ gibt es Möglichkeiten. Michelle verlagerte erst im Master-Studium ihren Schwerpunkt auf den Politikbereich, bei der Bewerbung auf die Trainee-Stelle kam ihr aber ihr musikwissenschaftliches Bachelorstudium zugute, mit dem sie gut in den Bereich Musik und internationale Kulturbeziehungen passte.


Weitere Arbeitsfelder nach einem PAIR-Studium an der ZU

Und wo arbeiten die ehemaligen Mitstudierenden von Michelle heute? Das komme sehr stark auf die eigene Schwerpunktsetzung während des Masters an, die sogenannten Tracks. Michelle hat sich für Internationale Beziehungen entschieden, möglich sind aber auch die Tracks Öffentliche Verwaltung sowie Politisches Verhalten & Institutionen. „Viele meiner Kommilitonen sind heute in der deutschen Verwaltung tätig. Ein paar sind an der ZU geblieben, zum Beispiel am Lehrstuhl für Verwaltungswissenschaften oder am TOGI. Aber ich kenne auch Leute, die bei der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit tätig sind.“


Michelle motiviert die Studierenden, ihre Interessen zu verfolgen und sich passende Nischen zu suchen. Der weitere Werdegang werde sich mit der Zeit herauskristallisieren. Sie schließt die Veranstaltung mit einer Folie mit weiterführenden Links und lädt die Kompass-Studierenden dazu ein, jederzeit mit Fragen auf sie zuzukommen.

Zeit, um zu entscheiden

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