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01.09.2015

Isabelle Yu

Kreativ und klug, sportlich und selbstbewusst, engagiert und ehrgeizig: Isabelle Yu hat viele Facetten. Die 22-Jährige zeichnet, singt, tanzt und kocht, sie spielt Ultimate Frisbee, hat in ihrer Schulzeit Gremienarbeit geleistet und sich dabei für jüngere Schüler eingesetzt, und sie organisiert leidenschaftlich gerne Veranstaltungen, darunter auch die zweite Auflage von „Singing Balconies“ an der ZU. Beruflich entschied sich die Tochter eines chinesischen Vaters und einer deutschen Mutter für den CCM-Studiengang, wechselte dann aber nach dem Zeppelin-Jahr und studiert nun CME, vor allem, weil sie das betriebswirtschaftliche Studium ihrem Lebenstraum näherbringt: die Eröffnung eines eigenes Restaurants.



Kreativität hat im Leben von Isabelle Yu einen besonderen Stellenwert. Früh begann sie leidenschaftlich zu zeichnen, zu tanzen und zu singen. Ihre kreative Ader kam Yu auch bei der Konzeption und Umsetzung von schulischen Veranstaltungen, Musikfestivals und Sportturnieren zugute. Diesen Aufgaben widmete sie sich auf der Gesamtschule als Vorstandsmitglied der Schülervertretung und Mitglied im Sportausschuss. „Es ist einfach ein wunderbares Gefühl, mit einem Team ein erfolgreiches Event auf die Beine gestellt zu haben“, sagt Yu. „Besonders fasziniert mich dabei, zu beobachten, wie sich aus einer Anfangsidee eine bis ins kleinste Detail geplante Veranstaltung entwickelt.“


Engagement zu zeigen war für Isabelle Yu auch auf dem Gymnasium wichtig, auf das sie nach der zehnten Klasse wechselte. So hatte sie während der gesamten Oberstufe die Leitung der Unterstufen-Schülervertretung inne, setzte sich dabei gezielt mit den jüngeren Schülern auseinander und kümmerte sich um deren Belange. Darüber hinaus bekleidete sie das Amt der stellvertretenden Schulsprecherin. Für ihr überdurchschnittliches Engagement wurde sie gleich zweifach ausgezeichnet. Zum einen verlieh ihr das Gymnasium einen Förderpreis für die innerschulische ehrenamtliche Mitarbeit, zum anderen erhielt sie vom Zonta-Club den „Young Women in Public Affairs Award“.


Nach dem Abitur verbrachte Isabelle Yu ein Jahr an der Fudan University in Shanghai, absolvierte dort ein Sprachstudium, um das Land und die Leute kennenzulernen und die chinesische Sprache zu erlernen. Nach ihrer Rückkehr wollte sie sich nicht auf einen Studiengang festlegen, „allerdings war mir bewusst, dass ich nicht in einem System studieren möchte, in dem ich nur eine Ziffer bin.“ Von einer Freundin und ehemaligen ZU-Studierenden und bei der eigenen Recherche im Internet erfuhr sie von der interdisziplinären Ausrichtung der ZU und den sich bietenden vielfältigen Möglichkeiten und Freiräumen. „Der erste positive Eindruck verstärkte sich dann während des ,Pioneers Wanted‘-Auswahltages“, erläutert Yu. Und bis heute hat sie ihre Wahl nicht bereut: „Noch immer bin ich fasziniert von diesem Ort, an dem ich von Menschen umgeben bin, die mich weiterbringen und die Lust haben, mit mir gemeinsam Dinge anzugehen.“


Zunächst fiel ihre Wahl auf den CCM-Studiengang. Da ihr aber im Zeppelin-Jahr die betriebswirtschaftlichen Kurse mehr zusagten, entschied sie sich für einen kompletten Studiengangwechsel – seither macht Isabelle Yu ihren Bachelor in CME. Diesen Schritt wagte sie auch, weil sie einen Lebenstraum hat, der ihr nicht mehr aus dem Kopf geht: Sie möchte ein eigenes Restaurant betreiben. „Das betriebswirtschaftliche Studium ist genau das richtige für mich, denn nun erlerne ich Grundlagen, die ich für eine Unternehmensgründung benötige, erklärt Yu. „Der CME-Studiengang ist damit eine Starthilfe für meine berufliche Zukunft.“


Um ihre Kenntnisse im Bereich Unternehmertum und Gastronomie zu vertiefen, absolvierte sie ein mehrmonatiges Praktikum beim Start-up „Kitchen Stories“ in Berlin. Das Jungunternehmen hat eine App gestaltet, die mehr als 100 Rezepte für alltagstaugliche Gerichte bietet, die exklusiv von Spitzenköchen entwickelt und von zahlreichen Hobbyköchen getestet wurden. „Dabei ist mir aufgefallen, wie wichtig es ist, von seiner eigenen Geschäftsidee überzeugt zu sein. Denn erst dann ist es auch möglich, andere von seinem Konzept zu überzeugen“, berichtet Yu. Immerhin wusste Isabelle Yu bereits bei der Gründerkonferenz „Tatendrang“ von ihrem Restaurantkonzept zu überzeugen. „Ich war sehr positiv überrascht, dass mich die Teilnehmer derart bestärkt und unterstützt haben“, berichtet Yu. „Das macht für mich auch das Umfeld an der ZU aus. Man wird nicht gebremst, sondern bekommt eher einen Schubs zu viel.“


Eine weitere, transkulturelle Konferenz mit jährlich wechselndem Länderschwerpunkt, die internationale Themen interdisziplinär anspricht, wird Isabelle Yu im nächsten Semester mit der Unterstützung des LEIZ-Institutes ins Leben rufen. Grundidee ist die Initiierung eines Formats, das globalen Fragestellungen eine Plattform gibt und das nicht nur nach Antworten sucht, sondern auch den Lösungsraum für alle Bereiche der Forschung und Praxis bereichert und erweitert.


Musik und Sport spielen eine wichtige Rolle, wenn es um das außercurriculare Engagement von Isabelle Yu geht. So hat sie gemeinsam mit dem CME-Studierenden Philipp Dederichs in diesem Jahr die zweite Auflage von „Singing Balconies“ initiiert. Bereits zuvor trat Yu mit Kommilitonen unter anderem als Gitarren- und Gesangsduo bei den studentisch organisierten Festivals „Seekult“ und „Lange Nacht der Musik“ sowie bei der Premiere von „Singing Balconies“ auf. Bei Letzterem geht es darum, dass Künstler auf Balkonen in der Friedrichshafener Innenstadt kleine Darbietungen zum Besten geben. Das Publikum wiederum hat im Rahmen eines organisierten Abendspaziergangs die Möglichkeit, die einzelnen Aufführungen zu verfolgen. „Ich finde das Projekt ungemein charmant und sympathisch. Denn es ist nicht die große Bühne, auf der sich alles abspielt, sondern nur ein Balkon. Daher ist es auch nicht tragisch, wenn mal ein Ton nicht sitzt“, bemerkt Yu.


Auch im Hochschulsport wirkt Isabelle Yu tatkräftig mit. Jeden Sonntag spielt sie zusammen mit weiteren Kommilitonen Ultimate Frisbee und möchte diese Sportart an der ZU weiterentwickeln und etablieren. „Ich liebe diesen Sport, weil er auf vielfältige Weise herausfordernd ist. Denn nicht nur Fitness und Koordination, sondern auch Taktik und Laufwege sind entscheidend“, erläutert Yu. Ultimate Frisbee hat sie bereits auf dem Gymnasium gespielt, fuhr mit der Schülermannschaft regelmäßig zu Turnieren in ganz Deutschland. „Das ist ein Ziel, an dem wir gemeinsam arbeiten. Wir stehen allerdings in den Startlöchern und hoffen, dass wir uns ab dem nächsten Sommer mit anderen Universitäten messen können“, ist Yu voller Zuversicht.


Und wie geht es beruflich weiter? „Nach dem Bachelor möchte ich einen Master absolvieren, am ehesten in einem Studiengang, der Betriebswirtschaftslehre mit Gastronomie kombiniert“, verrät Yu. Doch zunächst führt sie der Weg erneut nach Shanghai, dort legt sie ein Auslandssemester ein. Und dass nicht nur, weil sie ihre Sprach- und Kulturkenntnisse auffrischen und erweitern möchte, sondern auch, „weil ich nicht ausschließen kann, dass mich meine berufliche Zukunft in den asiatischen Raum führt.“