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01.05.2017

Luise von Finckh

Luise von Finckh kann sich ein Leben ohne Schauspielerei nur schwer vorstellen. Von Kindesbeinen an steht sie auf der Bühne oder vor der Kamera und schlüpft in diverse Rollen. Eine Rolle, in der sie sich mindestens genauso gefällt, ist die der CCM-Studentin: An der ZU hat sie nicht nur die Politische Kommunikation für sich entdeckt, sondern auch das studentische Internetradio „Welle20“, das Online-Magazin „ZU|Daily“ und das Veranstaltungsformat „BürgerUniversität“, das sie gleich zwei Mal moderierte. Aktuell steht sie vor ihrer bisher größten Herausforderung: zum einen bei der RTL-Soap „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ eine gute Figur zu machen und zum anderen ihre Bachelorarbeit erfolgreich über die Bühne zu bringen.

Foto: Stefan Klüger


„Ich war schon als kleines Kind quicklebendig, was sich unter anderem darin äußerte, dass ich in Familienurlauben sofort in den jeweiligen Kinderclub bin, um an Aufführungen jeder Art mitzuwirken“, erinnert sich von Finckh. „Irgendwann ist dann meiner Mutter ein Zeitungsinserat aufgefallen, in dem das Theater des Westens in Berlin Kinderdarsteller für das Musical ,Les Misérables‘ suchte.“ Beim Casting sang sie ein Lied von ihrer damaligen Lieblingsband „No Angels“ – und wurde für die Rolle der Cosette genommen. „Auf der Bühne zu stehen, war einfach ein unglaublich schönes Gefühl“, sagt von Finckh.


Von da an nahm alles seinen Lauf: Luise von Finckh fand mit zehn Jahren den Weg in eine Kinderagentur, wobei ihr erstes Casting direkt von Erfolg gekrönt war. So schlüpfte sie für ein halbes Jahr in die Rolle des anfänglichen Mauerblümchens und der späteren Schönheit Rosi in der KiKA-Kinderserie „Schloss Einstein“, in der das Internatsleben inszeniert wurde. „Es war eine ziemlich anstrengende Zeit, da ich nach der Schule immer zum Dreh gefahren bin“, erwähnt von Finckh. „Trotzdem möchte ich diese Zeit nicht missen, sie war nicht nur bereichernd, sondern auch von reiner Spielfreude geprägt.“


Ein völlig anderes Arbeitspensum erwartete sie dann bei der RTL-Soap „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, wo sie bereits mit 18 Jahren ihre ersten Auftritte hatte – zunächst als französische Austauschschülerin namens Claire. „Anfangs hatte ich schon eine gewisse Skepsis, weil GZSZ nicht nur ein Serien-, sondern auch ein Unterhaltungsformat ist und keinen hohen künstlerischen Anspruch hat“, verrät von Finckh. „Die Skepsis legte sich jedoch schnell, weil ich dort die Möglichkeit habe, sehr viel zu spielen und zu lernen und so meine Leidenschaft für Schauspielerei besser auszuleben als woanders.“ Was ihr zusätzlich an GZSZ gefällt, sind die familiäre Atmosphäre und natürlich die stets treue Fangemeinschaft. Doch ihr erstes Engagement bei GZSZ war zeitlich begrenzt und dauerte nur knapp drei Monate, „was auch daran lag, dass ich damals sehr jung war und mich teilweise unprofessionell verhalten habe.“


Wer jetzt denkt, dass Luise von Finckh bisher nur als Serienschauspielerin in Erscheinung getreten ist – weit gefehlt! In mehreren Filmproduktionen wirkte sie bislang mit, unter anderem in den öffentlich-rechtlichen Produktionen „Rindvieh à la Carte“ und „Nie mehr wie es war“ sowie dem Märchenfilm „Die zertanzten Schuhe“.


Weil ihre Schauspielkarriere auch immer von Enttäuschungen und einer gewissen Sprunghaftigkeit begleitet wurde, entschied sich Luise von Finckh zwischenzeitlich für die Aufnahme eines Studiums. Ein enger Familienfreund machte sie auf die ZU aufmerksam, und sie bewarb sich auf einen Studienplatz – damals noch schwankend zwischen Schauspielerei und Studium, scheiterte sie prompt im ersten Anlauf. Doch sie unternahm einen zweiten Versuch, „weil ich so fasziniert war von der vertrauten Atmosphäre und den spannenden Begegnungen.“ Erneut nahm sie an einem „Pioneers Wanted“-Auswahltag teil – und erhielt diesmal die Zusage. Fast am Ende ihrer Studienzeit angelangt, blickt sie heute ein wenig wehmütig zurück: „Die ZU ist ein Ort, an dem man sich entfalten und ausprobieren kann, an dem man an sich selbst wächst und darüber hinaus. Ich habe bisher eine wunderschöne Zeit an der ZU verlebt.“


Von Anfang an galt ihr Studieninteresse mehr dem Kommunikations- und Medienbereich, weniger dem Bereich Kunst und Kultur. „Ich habe mich im Laufe des Studiums zunehmend damit beschäftigt, wie Medien unsere Gesellschaft beeinflussen und prägen. Zudem fand ich es interessant zu reflektieren, warum beispielsweise GZSZ so erfolgreich und populär ist“, erzählt von Finckh. Immer schon praktisch veranlagt, engagierte sie sich auch neben dem Studium: So arbeitete sie als studentische Hilfskraft beim Online-Magazin „ZU|Daily“, moderierte gemeinsam mit einer Kommilitonin die Frauensendung „Sugarbabes Get Sexy“ beim studentischen Internetradio „Welle20“ und zwei Mal das Veranstaltungsformat „BürgerUniversität“ – sowohl mit dem Regisseur Hannu Salonen als auch mit dem Schauspieler Oliver Wnuk. „Ich habe mir bereits zu Beginn meines Studiums gewünscht, einmal eine BürgerUniversität zu moderieren“, sagt von Finckh. „Als ich dann beide Male angefragt wurde, habe ich mich natürlich riesig gefreut, war aber auch tierisch aufgeregt.“


Darüber hinaus absolvierte sie im Kommunikations- und Medienbereich drei Praktika: beim Presse- und Informationsamt der Bundesregierung im Referat für Kultur und Medien – wo sie unter anderem ein Interview mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Petersberger Klimadialog führte –, in der Redaktion der Nachrichtensendung „RTL aktuell“ und beim Berliner Radiosender „JAM FM | 93,6“.


Gerade in der Anfangszeit an der ZU konzentrierte sie sich voll auf das Studium, sagte sich von ihrer Agentur los und ließ die Schauspielerei ruhen – umgekehrt ließ sie ihre Leidenschaft aber nie los, sodass sie sich nach einer zweijährigen Pause erneut eine Agentur suchte und schauspielerisch wieder aktiver wurde. „Es war allerdings mit immensen Anstrengungen verbunden, nach zwei Jahren Abstinenz – eine verdammt lange Zeit in der Filmbranche – eine Agentur zu finden und wieder loszulegen“, berichtet von Finckh. Doch die Anstrengungen haben sich bezahlt gemacht: Seither hat sie in den Kinofilmen „Wann endlich küsst du mich?“ und „Fack Ju Göhte 2“ mitgespielt – und als vor einigen Monaten eine neue Hauptrolle bei GZSZ ausgeschrieben wurde, rückte die RTL-Soap wieder in ihr Blickfeld. Doch weil zu diesem Zeitpunkt auch die Bachelorarbeit anstand, übermannte sie zum wiederholten Male Skepsis, die erneut schnell verflogen war, als sie die erste und zweite Castingrunde erfolgreich überstand. Nun lebt sie in Berlin und spielt die Rolle der Jule Vogt. „Das Schöne ist, dass ich bei jedem Dreh immer wieder merke, dass mich die Schauspielerei inhaltlich wie emotional erfüllt und glücklich macht“, erwähnt von Finckh.


Wie bereits angeklungen, schreibt Luise von Finckh neben ihrem schauspielerischen Engagement bei GZSZ derzeit ihre Bachelorarbeit: „Der Spagat zwischen kopflastigem Lesen und Schreiben am Abend und körperlichem Herzschmerz-Schauspiel am Tag ist schon sehr groß. Diese Doppelbelastung führt mir auch meine Grenzen vor Augen – Bachelorarbeit und ein Fulltime-Job gleichzeitig sind die wahrscheinlich größte Herausforderung in meinem bisherigen Leben!“ In ihrer Abschlussarbeit untersucht sie, inwieweit sich die Berichterstattung zur Flüchtlingskrise in Nachrichtensendungen von öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehsendern unterscheidet. Wenn es denn irgendwann einmal mit GZSZ zu Ende geht, dann könnte sich Luise von Finckh durchaus ein Redaktionsvolontariat oder ein Masterstudium vorstellen – diesmal in Politischer Kommunikation: „Auch das spricht für die ZU: Dass sie Interessen weckt, von denen man vorher gar nicht wusste.“