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01.04.2019

Johannes Volkmann

Johannes Volkmann ist ein politisch denkender und handelnder Mensch. So hat er bislang mehrere Vorstandsämter bekleidet – angefangen vom stellvertretenden Landesvorsitzenden der Schüler Union Hessen bis hin zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Paneuropa-Jugend. Während er sich aktiv für ein vereintes Europa einsetzt, richtet sich sein wissenschaftlicher Blick auf China. In seiner Bachelorarbeit hat er sich mit der Ideengeschichte des chinesischen Liberalismus befasst, ein Thema, das er in einem Master an der University of Oxford weiter vertiefen wird.



Verantwortung zu übernehmen: Das war Johannes Volkmann bereits während seiner Schulzeit eine Herzensangelegenheit. Ab der achten Klasse leistete er als Schulsprecher und im Stadtschülerrat schul- und bildungspolitische Arbeit. „Auch wenn es manchmal nur Kleinigkeiten sind, erfüllt es mich bis heute zutiefst, etwas zu gestalten, zu bewirken und zu verändern.“


Sein politisches Engagement blieb nicht auf die Schule beschränkt. „Von Anfang an wollte ich auch Themen abseits der Schul- und Bildungspolitik voranbringen“, sagt Volkmann. „Meinem gesamten politischen Engagement liegt der Gedanke zugrunde, dass wenn ich mich nicht selbst einbringe, dann tut dies möglicherweise jemand auf eine Art und Weise, die nicht in meinem Sinn ist.“ Im Alter von zwölf Jahren trat Johannes Volkmann in die Schüler Union Hessen ein, mit 14 in die Junge Union und mit 16 in die CDU. „Ich habe mich intensiv mit den Programmen der anderen Parteien auseinandergesetzt“, sagt Volkmann. „Auch wenn es zwischen meinen politischen Ansichten und denen der CDU viele Überschneidungen gibt, so bestehen doch einige Meinungsverschiedenheiten.“ Apropos Parteiprogramme: Im Rahmen seiner parteipolitischen Arbeit legt er bis heute einen Schwerpunkt auf Programmatik. So hat er etwa als stellvertretender Landesvorsitzender der Schüler Union ein Grundsatzprogramm mit dem Titel „Wir machen Schule!“ geschrieben, das Veränderungsvorschläge für das hessische Schulsystem beinhaltet. „Was mich bis heute stolz macht, ist die Tatsache, dass einiges davon in das Programm der CDU geflossen ist“, bemerkt Volkmann.


Auch in Bezug auf das Lernen hat Johannes Volkmann versucht, jenseits des normalen Schulunterrichts seine Themen selbst zu bestimmen. „Mich treibt eine tiefe Neugier an, die sich auch darin ausdrückt, dass ich mich mit Themenfeldern beschäftige, die etwas ungewöhnlicher sind“, erwähnt Volkmann. Seiner Neugier folgend, nahm er an einer Reihe von Wettbewerben teil – und das mit großem Erfolg: So hat er mit einer Arbeit über die kampflose Kapitulation von Friedberg am Ende des Zweiten Weltkriegs beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten den 3. Bundessieg geholt, mit einem Konzept zur Nutzung von Laub als Heizmittel beim Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ den „Landessonderpreis Umwelttechnik“ eingeheimst und mit guten Argumenten beim Debattenwettbewerb der Konrad-Adenauer-Stiftung den Bundessieg errungen.


„Was mich darüber hinaus begeisterte und noch heute begeistert sind vorwiegend historische und gesellschaftliche Entwicklungen und der interdisziplinäre Blick darauf“, erläutert Volkmann. „Deshalb war schnell klar, dass das Studium ein interdisziplinäres sein soll – und den SPE-Bachelor an der ZU hätte ich mir nicht besser erträumen können.“ Damals entschied er sich gegen eine renommierte englische Universität und für die ZU: „Und ich habe diese Entscheidung nicht bereut – nicht nur wegen der fachlichen, sondern wegen der menschlichen Seite. Hier konnte ich mich persönlich weiterentwickeln, wie es woanders nicht möglich gewesen wäre, und hier habe ich Freundschaften fürs Leben gefunden.“


Verantwortung zu übernehmen: Das war Johannes Volkmann auch während seiner Studienzeit eine Herzensangelegenheit. Er leistete als studentischer Vertreter im Prüfungsausschuss und studentischer Senator hochschul- und bildungspolitische Arbeit und wirkte an der Überarbeitung der universitären Grundordnung mit.


Doch sein politisches Engagement blieb nicht auf die Universität beschränkt. Ähnlich wie einige seiner Kommilitonen bekleidete Johannes Volkmann neben seinem Studium politische Vorstandsämter: Während er als Gruppenvorsitzender der RCDS Friedrichshafen jahrelang an der Gestaltung der Bildungspolitik vor Ort mitgearbeitet hat, kämpft er als baden-württembergischer Landesvorsitzender sowie stellvertretender Bundesvorsitzender der Paneuropa-Jugend für ein vereintes Europa. Und auch in der CDU Hessen ist er als einer der Kandidaten für die Europawahl weiterhin aktiv. „Besonders das Motto ‚Für ein Europa, das schützt‘ habe ich mir auf die Fahne geschrieben“, sagt Volkmann. „Meines Erachtens braucht Europa dringend eine funktionale Verteidigungsgemeinschaft und effektiven Außengrenzschutz.“ Bereits einen Blick hinter die Kulissen des Europäischen Parlaments konnte er bei einem Praktikum im Parlamentsbüro des EVP-Fraktionsvorsitzenden Manfred Weber erhaschen.


Seine Leidenschaft fürs öffentliche Reden dagegen führte ihn nicht nur zu The Soapbox, dem studentischen Club für Rhetorik und Debating, sondern auch in die Endrunde bei der World Universities Debating Championship. Mit dem Regional Cup bei der landesweiten Wettbewerbsreihe „Start-up BW Elevator Pitch“ sollte sich ein weiterer Wettbewerb hinzugesellen, aus dem er und ein Kommilitone als Regional Cup-Sieger hervorgingen. „Allerdings kam es nicht zu einer Gründung: zum einen weil unsere Wege erst einmal weg von der ZU führten, zum anderen weil die Technologie noch nicht so weit war.“


Wettbewerbe spielten für das Stillen der Neugier nicht mehr die wesentliche Rolle, nachdem Johannes Volkmann die studentische Forschung für sich entdeckt hatte. „Mit Studienbeginn hat mich die Wissenschaft an sich gepackt, was im ersten Moment vielleicht etwas merkwürdig klingt“, berichtet Volkmann. „Für mich persönlich war es ein beinahe schon ehrfürchtiger Moment, als ich mich in den ersten Wochen mit Primärquellen auseinandersetzen durfte. Im Gegensatz zur Schulzeit mit vorgekauten Textbüchern hat es sich wie eine Befreiung angefühlt.“ So befreiend, dass er neben einem Major in SPE und einem Minor in CME auch noch einen zweiten Bachelor in Geschichte an der Universität Konstanz studierte.


In den ersten beiden Semestern seines ZU-Studiums bearbeitete er gemeinsam mit Kommilitonen und ZU-Professor und Politologe Joachim Behnke eine politikwissenschaftliche Fragestellung mit quantitativen Methoden, forschte zu den Auswirkungen von Koalitionssignalen bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2016. Im darauffolgenden Jahr nahm er sich eine Auszeit von der Politikwissenschaft und beschäftigte sich vor allem mit Fragen rund ums Unternehmertum – das führte ihn nicht nur zum Sieg beim Regional Cup, sondern auch zu Praktika in der Start-up-Szene und bei Ernst & Young. „Fasziniert hat mich insbesondere das Thema Disruption, also wie ein bestehendes Geschäftsmodell oder ein gesamter Markt durch eine stark wachsende Innovation abgelöst beziehungsweise zerschlagen wird“, erwähnt Volkmann.


Zwar hat er sich während eines Auslandssemesters an der Tongji Universität in Shanghai weiter mit wirtschaftswissenschaftlichen Themen auseinandergesetzt, doch mit dem anschließenden Auslandssemester an der Peking Universität rückte die Politikwissenschaft erneut in seinen Fokus: „Mit der Zeit habe ich beobachtet, dass das chinesische Wirtschaftsmodell einem ständigen Prozess des Hinterfragens unterliegt, das Politik- und Gesellschaftsmodell jedoch eine ganz andere Entwicklung nimmt.“


Nachdem er sich ein Grundverständnis für die chinesische Kultur, Sprache, Wirtschaft und Politik angeeignet hatte, führte ihn dieser Gedankengang schließlich vom Unternehmertum zur Politischen Philosophie in China und dabei vor allem zur Ideengeschichte des chinesischen Liberalismus: „In der Auseinandersetzung mit China geht häufig verloren, dass das Land sowohl kulturell als auch politisch enorm heterogen und vielfältig ist.“ Es ist ein Thema, das in der Politikwissenschaft stiefmütterlich behandelt wird; damit ist es ein exotisches Thema, dem er sich im Rahmen seiner Bachelorarbeit gewidmet hat und mit dem er sich in einem Master in Chinese Studies an der University of Oxford weiter beschäftigen wird.