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01.09.2018

Ben Thies

Eines lässt sich mit Gewissheit über Ben Thies sagen: Er ist vielseitig interessiert und vielfältig engagiert. Während seines CCM-Studiums beschäftigte er sich mit Themen rund um digitale Kommunikation, quantitative Methoden und Wirtschaftspsychologie, neben seinem Studium trat er als studentischer Senator, Fachschaftssprecher, Tutor, Excel-Experte und Buddy in Erscheinung, außerhalb des Studiums interessierte er sich besonders fürs Programmieren und nahm erfolgreich an dem einen oder anderen Hackathon teil.



Bereits mit sechs Jahren kam Ben Thies zum ersten Mal in Berührung mit einem Computer, doch anstatt damit zu spielen, interessierte ihn vielmehr das Innenleben des technischen Begleiters. Vollkommen fasziniert davon, brachte er sich autodidaktisch diverse IT-Kenntnisse bei, erlernte beispielsweise im Alter von zwölf Jahren mit HTML und CSS seine ersten Programmiersprachen, um eigene Webseiten zu erstellen und zu gestalten. „Im Laufe der Jahre baute ich immer mehr Wissen rund um Hardware und Software auf, was auch zu einem interessanten Nebenjob an meiner Schule führte“, erzählt Thies. „So habe ich während meiner Oberstufenzeit als IT-Systemadministrator gearbeitet und dabei defekte Rechner ausgetauscht, kaputte Laufwerke repariert oder aktuelle Software installiert.“


Dass auf seiner Studienwunschliste Informatik gar nicht erst auftauchte, liegt an anderen Faibles: der Auseinandersetzung mit Sprachen und Texten und der Freude an Kommunikation. Während seiner Schulzeit erlernte er Englisch, Französisch, Italienisch und Latein und entwickelte dabei zunehmend Interesse am interkulturellen Austausch: So hat er am Comenius-Programm seines Gymnasiums teilgenommen, bei dem es um das Zusammenführen von verschiedenen europäischen Ländern und ihren Kulturen geht. „Außerdem fühlte ich mich recht früh zur Literatur hingezogen und ließ mich in meiner Schulzeit gerne von der Interpretation literarischer und philosophischer Texte und den Diskussionen darüber in den Bann ziehen“, berichtet Thies. Kommunikativ richtig austoben konnte er sich darüber hinaus als Mitglied in der Schülervertretung.


Nach dem Abitur stand für Ben Thies lediglich fest, dass es ein Studium sein musste und der Inhalt irgendwas mit Medien zu tun haben sollte. Er nahm sich viel Zeit zum Nachdenken, absolvierte zunächst einen Bundesfreiwilligendienst bei der my.worX gGmbH und damit bei einer Einrichtung, die sich zum Ziel gesetzt hat, Menschen mit seelischer Beeinträchtigung beruflich und sozial zu integrieren. Auch wenn er dort erneut im Bereich EDV tätig war und unter anderem Word- oder HTML-Schulungen gegeben hat, „so zeichnete sich währenddessen immer deutlicher das Berufsbild des Journalisten ab“, sagt Thies. „Zugleich war mir bewusst, dass viele Medienleute nicht den Weg über Journalistenschulen gehen, sondern Politik-, Kultur- oder Kommunikationswissenschaften studieren.“


Weil er sich allerdings für alle Richtungen gleichermaßen interessierte, begab er sich auf die Suche nach einem Studium, das alles in Einklang bringt. Politik, Kultur, Kommunikation: Bei der Google-Suche erschien dann ziemlich weit oben die Zeppelin Universität. Doch bevor er nach der erfolgreichen Bewerbung zum Auswahltag antrat, reiste er quer durch Europa und verdiente sich bei der Daimler AG ein gutes Zubrot. Dann war es soweit, der Auswahltag stand an. Und sein erster Eindruck von der ZU? „Ich war ziemlich beeindruckt von der offenen Atmosphäre sowie den spannenden Begegnungen und Gesprächen mit den Menschen vor Ort.“


Bereits im ersten Jahr an der ZU stellte Ben Thies fest, dass ihm nicht nur das Schreiben besonders am Herzen liegt, sondern auch die Forschung: So untersuchte er zusammen mit weiteren Mitstudierenden vorgetäuschtes Verhalten in den sozialen Netzwerken. „Besonders der Prozess der Datenauswertung hat mich fasziniert und wie man aus den Daten Erkenntnisse und daraus wiederum Fortschritt erzeugt“, erläutert Thies. Mit einem ganz ähnlichen Thema befasste er sich ein knappes Jahr später, als er in einer Hausarbeit den Forschungsstand zum „Mythos Filterblase“ kritisch zusammentrug. Weil der Dozent vom Aufsatz so angetan war, erschien der Essay auf dem Blog „CARTA“ und sogar in der wissenschaftlichen Publikation „Medienwandel Kompakt 2014-2016“.


Und weil eine Grundausbildung in BWL ja nicht schaden kann, belegte Thies zusätzlich Kurse in Bereichen wie Personalmanagement oder Marketing. Immer tiefer tauchte er in die wirtschaftswissenschaftliche Materie ein, arbeitete bei der ZF Friedrichshafen AG als Werkstudent im Finanzwesen, absolvierte Praktika bei der Otto GmbH im Bereich Test Analytics und bei der TOWA GmbH im Bereich Data Analytics. Außerdem belegte er Kurse in Ökonometrie und spezialisierte sich infolgedessen auf Statistik und weitere quantitative Methoden – so sehr, dass er als Tutor für angewandte Statistik tätig war und demnächst als Tutor für Ökonometrie im Einsatz ist.


Diese Kombination – Beobachtung von menschlichen Verhaltensweisen in den sozialen Netzwerken und Auseinandersetzung mit quantitativen Methoden – führte ihn in das Feld der Psychologie, das besonders am Ende seines Studiums bedeutender werden sollte. So hat er als wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für Sozial- und Wirtschaftspsychologie gearbeitet, doch nicht nur das: „Im Rahmen meiner Humboldtarbeit und meiner Bachelorthesis habe ich mich mit den intuitiven, zumeist optimistischen Einschätzungen von Menschen zu ihrer persönlichen Zukunft befasst und experimentell untersucht, wie diese durch negative wie positive Informationen beeinflusst werden können.“


Weil er während seines Studiums an der ZU deutlich mehr Kommunikations-, Medien-, Psychologie- und Wirtschaftskurse und damit deutlich weniger Kunst- und Kulturkurse besuchte, widmete er sich diesen Bereichen umso mehr in seinem Auslandssemester an der Maastricht University, wo er Arts & Culture studierte. Dort zeigte er sich begeistert von der Arbeit des Erasmus Student Network (ESN) – kaum war er wieder an der ZU, engagierte er sich bei der International Students Group (ISG), die analog zum ESN die Aktivitäten der Gaststudierenden koordiniert und versucht, einheimische wie ausländische Studierende zusammenzubringen. „Diese Initiativen sind einfach wunderbar, weil hier der interkulturelle Austausch nicht nur gefördert, sondern auch gelebt wird“, bemerkt Thies. Um einen konstruktiven Austausch ging es ihm auch, als er die Einführungswoche mitorganisierte und als Buddy Erstsemester begleitete, um ihnen den Start in das universitäre und studentische Leben zu erleichtern.


Seine IT-Kenntnisse dagegen konnte er gewinnbringend einsetzen, indem er als studentische Hilfskraft bei der Zeppelin University Executive Education den Evaluierungsprozess digitalisierte und mit zwei Mitstudenten den zweiten Platz beim LSE Computational Social Science Hackathon belegte. Außerdem hat er für seine Kommilitoninnen und Kommilitonen mehrere Excel-Workshops mitinitiiert und geleitet, „wobei uns am meisten die hohe Resonanz überrascht und das positive Feedback gefreut hat.“ Und schließlich wollte er auch an der ZU das weiterführen, was er während der Oberstufenzeit in der Schülervertretung gemacht hat: So hat er die Interessen der Studierenden zunächst als Fachschaftssprecher, später als studentischer Senator vertreten. „Es ist großartig, dass Studierende in wichtigen Gremien der Universität mitsprechen, mitgestalten und mitbestimmen können“, sagt Thies. Nicht das einzige, was ihm positiv in Erinnerung bleibt: „Besonders wertvoll sind die Möglichkeiten und Freiräume, welche die ZU bietet: So habe ich gemeinsam mit überdurchschnittlich motivierten Dozierenden und Mitstudierenden an vielen spannenden Projekten gearbeitet und die Kurse und Initiativen gewählt, die am besten zu mir und meinen Interessen passen. Alles in allem war es eine unfassbar schöne Zeit.“


Und was bringt die Zukunft? „Demnächst geht es zum Hans-Bredow-Institut für Medienforschung nach Hamburg, wo ich in den kommenden Monaten ein Praktikum absolviere. Danach ist ein Masterstudium in Großbritannien im Bereich Statistik geplant, möglich ist aber auch ein Master im Bereich Psychologie – sicher ist auf jeden Fall eine daran anschließende Promotion.“