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01.03.2012

Dario Schröder

Nach dem Abitur etwas von der Welt zu sehen, war immer schon der Traum von Dario Schröder. Dabei sollte es aber keine typische „Around the World“-Flugreise werden. „Um richtig in die fremden Kulturen einzutauchen, wollten wir mit dem Auto reisen. Deshalb haben wir uns einen alten VW-Bus gekauft und ihn komplett zu einem Camper umgebaut. Auf das Dach kam sogar eine Solaranlage, damit wir Strom für Laptop, Kamera und Kühlschrank hatten“, erzählt Schröder. Zur Finanzierung der Reise und des späteren Studiums gründete der heutige CME-Studierende sein eigenes Unternehmen. Was mit dem Verkauf einzelner Stühle bei eBay anfing, hat sich inzwischen zu einem florierenden Geschäft entwickelt.

„Der Grundgedanke war, dass ich für meine Reise Geld verdienen musste“, erzählt Schröder. „Deshalb habe ich schon während des Abiturs viel gejobbt. Wie der Zufall will, hat mein Vater zehn originale Eames-Stühle gehabt. Er wusste, dass die Stühle etwas wert sind und hat sie mir zum Verkauf bei eBay überlassen.“ Durch den erfolgreichen Verkauf wurde er auf den Markt aufmerksam, reinvestierte das Geld und verkaufte weitere Stühle. Das Geschäft wurde größer und größer. „Bei den Stühlen handelt es sich um hochwertige Designklassiker. Es sind Gebrauchtstühle von einem der renommiertesten Designer des 20. Jahrhunderts“, erklärt Dario. Die Möbel importiert er hauptsächlich aus den USA, wo er sich ein Netzwerk aufgebaut hat.


„Mittlerweile habe ich mir mit dem Unternehmen europaweit einen Namen gemacht, und potenzielle Käufer können sich die Stühle entweder auf meiner Webseite im Internet oder aber in einem Showroom in Freiburg, im Geschäft meiner Eltern, ansehen“, sagt Schröder.


Ein halbes Jahr lang bereitete sich Dario Schröder schließlich nach dem Abitur intensiv auf seine Reise vor, nicht zuletzt, weil „eine Reise in diese Länder einen unglaublichen administrativen Aufwand erfordert“, wie er erzählt. Gemeinsam mit einem Freund bereiste der heute 23-Jährige dann unter anderem Tunesien, Libyen, Jordanien, Israel, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und den Iran. Im Iran erlebte er die Proteste nach der gefälschten Wahl 2009 hautnah und schrieb einen exklusiven Artikel für eine lokale Zeitung über die Lage in Teheran. „Dies war eine sehr intensive Zeit, die ich nie vergessen werde. Iran mit seinen Menschen ist ein tolles Land, welches einen sofort für sich einnimmt. Dementsprechend war es für uns klar, dass wir mit den jungen Revolutionären demonstrieren, auch wenn es sehr gefährlich war.“


Die Erfahrungen, die er auf dieser Reise gewonnen hat, sind für seine persönliche Entwicklung nach der Schule unbezahlbar gewesen, findet er heute. Gleichzeitig will er auch zeigen, dass dieser Kulturkreis mehr zu bieten hat als die üblichen Nachrichten: „Die Gastfreundschaft in diesen Ländern ist eine unglaublich tolle Erfahrung. Die Medien zeichnen ein viel zu negatives Bild von der muslimischen Kultur.“


Nach seiner Reise hat Dario Schröder das Geschäft wieder aufgenommen und sogar ausgeweitet. Sein Studium an der ZU finanziert er sich von den Einnahmen seines Möbelverkaufs. Weiterhin engagiert er sich im Entrepreneurs Club der ZU, denn das Unternehmertum ist nicht nur ein Weg für ihn, Geld zu verdienen, sondern auch eine Leidenschaft. Neben dem Studium spielt er Fußball im ZU-Team und lernt Arabisch – eine Sprache und eine Kultur, die es ihm angetan hat.