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01.01.2014

Bianca Perina

Oper, Ballett, Eiskunstlauf – wer schon als Kind mit diesen Dingen groß wird, der kann leicht auf die Idee kommen, dass man mit dem Management von Kultur Geld verdienen kann. Genau dieser Gedanke kam Bianca Perina. Die gebürtige Wienerin, die dank ihrer Familie bereits früh durch das große Kulturangebot in einer der Kulturhauptstädte Europas geprägt wurde, tanzt im Cheerleading-Team, leitete die Karrieretage ZUtaten und prägt die Universität noch bis Ende Januar als Studentische Senatorin mit.



Kultur war immer schon ein wichtiger Bestandteil von Bianca Perinas Leben: „Meine Eltern haben von früh an meine Leidenschaft für Kunst und Kultur gefördert, sodass ich zwischen Ballett, Oper und Eistanz aufwachsen durfte“, berichtet sie. So begann der Ballettunterricht bei ihr bereits im zarten Alter von drei Jahren. Später folgten Klavierunterricht, Kurse in Hip-Hop, Jazztanz und Leistungsgymnastik. Nach einer dreijährigen professionellen Ballettausbildung im Gymnasialalter mit fünfstündigem Training pro Tag nahm sie in modernem Formationstanz an Österreich- und Europameisterschaften teil.


Perinas Schullaufbahn verlief dagegen reibungsvoller: Während ihrer pubertären Entwicklung stellte sie das Bildungssystem an allen Ecken und Enden in Frage. „Ich habe damals partout nicht verstanden, warum ich Fächer wie Physik oder Mathematik lernen muss, die ich nicht mag und die für mich gefühlt keinen Mehrwert brachten“, erklärt sie.


Nach vielen unentschuldigten Fehlstunden in der Schule und Auseinandersetzungen mit Lehrern und Eltern wurde sie von diesen vor die Wahl gestellt, entweder eine Lehre zu machen oder aber sich noch einmal bis zur Matura zusammen zu reißen. „Zu meinem großen Glück erkannte meine Mutter, dass ich in der Schule in den meisten Bereichen einfach nicht richtig gefördert werden konnte“, führt sie aus. Es folgte ein Deal: Wenn sie bis zum Abitur konstante schulische Leistungen erzielen würde, könne sie ihm Rahmen eines speziellen Förderprogramms einen Teil ihrer Schulzeit an der Uni verbringen. „Ich wurde von 50 Prozent des Schulunterrichts freigestellt, um an die Uni gehen zu dürfen, und konnte so zur Hälfte das machen, von dem ich glaubte, dass es mich interessieren würde“, erklärt sie.


Und tatsächlich, das Experiment gelang: Mit 18 Jahren hatte sie bereits ein Jahr an der Wirtschaftsuniversität Wien studiert und schloss die zwölfte Klasse sowie die Matura mit einem Notendurchschnitt von 1,0 ab.


An der ZU trat Bianca Perina nicht nur dem Cheerleading-Team bei, sie versuchte verschiedenste Projekte zu unterstützen: „Ich habe so schnell so viele tolle Leute kennengelernt, dass ich unbedingt auch außercurricular möglichst viel von meinen Kommilitonen lernen wollte“, schwärmt sie. So übernahm sie 2011 die Leitung von ZUtaten, den Workshop- und Karrieretagen der Universität. „Es hat tatsächlich mein Leben verändert, als Wolfgang Link, der Leiter des TalentCenter, mir mit zarten 19 Jahren die Projektleitung von ZUtaten übergeben hat“, berichtet Bianca Perina. Als Jüngste im Team führte sie ein Jahr lang die Eventvorbereitungen mit weiteren 20 Studierenden. Sie lernte, wie man ein Team führt, was für Fehler man im Umgang mit Projektgefährten machen kann und wie wichtig die richtige Kommunikation ist. „Das waren schon beeindruckende Erfahrungen. Ich hätte mir den Job als 19-Jährige sicher nicht gegeben. Wolfgang Link hat mir da unglaublich stark vertraut, und das rechne ich ihm heute noch hoch an“, erklärt die Studierende. „Ohne ZUtaten wäre ich wahrscheinlich nicht so schnell erwachsen geworden.“


Die Entscheidung, für das Amt der Studentischen Senatorin zu kandidieren, erfolgte eher zufällig: Vor der Wahl saß sie zusammen mit Sven Liebert, ihrem jetzigen Amtskollegen, in einem Wiener Café. Gemeinsam überlegten die beiden, was sie in ihrem letzten Studienjahr an der Uni noch bewegen wollten. In diesem Zusammenhang wurden das Alumni-Netzwerk, der Ausbau der psychologischen Beratung von Studierenden, die optimierungsfähige Kommunikation der Semestersprecher miteinander und viele andere Dinge diskutiert.


„Jetzt, nachdem die Amtszeit fast vorbei ist, kann ich sagen, dass wir wirklich viel erreicht haben", resümiert Perina lächelnd. Das persönliche Gespräch beim Oberbürgermeister Friedrichshafens und die Tatsache, dass sie immer wieder zum Stadtgespräch wurden, waren nur die offensichtlichen Veränderungen für Außenstehende in der Hochschulpolitik. „Wir haben aber auch viele Dinge verändert, die nicht ganz so sichtbar sind“, führt sie aus. „So wurden wir in der Verwaltung in fast alle Prozesse integriert, sodass wir gar nicht mehr alle Termine wahrnehmen können, weil es einfach zu viele sind. Mittlerweile könnten wir das Amt hauptberuflich machen.“


Während eines Praktikums an den Österreichischen Botschaften in Jakarta und Neu-Delhi entdeckte die 21-Jährige die Faszination für Internationale Beziehungen. Eher durch Zufall bewarb sie sich für derartige Praktika im Außenministerium und lernte die diplomatische Arbeit kennen. „Ich war fasziniert davon, wie internationale Sitzungen ablaufen, wie Botschafter agieren und was man alles auf dem internationalen Parkett bewegen kann“, erklärt Perina. „Es hat mich beispielsweise sehr überrascht, wie wichtig ein einzelner diplomatischer Brief sein kann.“ So kam es, dass Bianca Perina im fünften Semester noch einen politikwissenschaftlichen Minor in ihr Studium integrierte und am Lehrstuhl für Global Governance letztendlich auch ihre Bachelorarbeit schrieb. Für ihr ursprünglich kulturelles Interesse hat sie eine eigene Nische in der Praxiswelt gefunden: „Jedes Land hat einen eigenen Kultur-Attaché, der sich nur mit kulturellen Fragestellungen auseinandersetzt“, erklärt sie. „Unter Diplomaten, die meist eine rein juristische Ausbildung haben, ist dieser Job ziemlich unbeliebt. Der Bereich verknüpft jedoch perfekt CCM und PAIR und ist genau die Perspektive für meinen beruflichen Werdegang, welche ich die ganze Zeit gesucht habe.“