mehr Informationen zu ZU|Daily
 
Auf dieser Seite
Fragen?
Ihre Frage:
 
01.05.2010

Simone Leneis

Simone Leneis hat sich dem Thema Umwelt und dabei vor allem den Erneuerbaren Energien verschrieben: Die 24-jährige Studierende der Politik- und Verwaltungswissenschaften mag es, Dinge anzupacken und mit spontaner Begeisterung zu organisieren. Wobei „spontan“ im Fall von Simone Leneis nicht bedeutet „planlos“. Mit ihrem Umweltprojekt „Energy Island“ (eine ausgemusterte Bodenseefähre soll dabei zur Forschungs- und Bildungsstation für erneuerbare Energien umgebaut werden) hat sie gemeinsam mit ihren Kommilitonen Malte Windwehr und Max Stralka bereits große Erfolge zu verbuchen, darunter den ersten Preis unter einhundert teilnehmenden Projekten im bundesweiten Ideen-Wettbewerb „Generation D“. „Das war zum Anfang eigentlich eine verrückte und gewagte Idee, aber das ist das Schöne an der ZU – man wird hier auch mit scheinbar verrückten Ideen ernst genommen und kann sich verwirklichen“, sagt Simone Leneis.


Die 24-jährige Niederbayerin aus Landshut studiert im 3. Semester an der ZU, hat aber bereits ein Architektur-Vordiplom der LMU München in der Tasche. Die Idee zum Architektur-Studium entstand nach einem Sabbatjahr im Norden Brasiliens, wo sie sich in der Entwicklungshilfe engagierte. Simone Leneis baute mit Dorfbewohnern Brunnen und Gemeinschaftshäuser und sah nach dieser erfahrungsreichen Zeit auch ihre berufliche Perspektive in der Entwicklungszusammenarbeit „Aus diesem Grund habe ich mich für ein Architekturstudium entschieden, merkte aber schnell, dass meine Stärke nicht nur darin liegt, Pläne zu zeichnen, sondern dazu ein starker Wunsch danach bestand, politische und strukturelle Hintergründe zu verstehen. Genau das wollte ich in meinem Studium lernen und deshalb entschloss ich mich schließlich, den Studiengang zu wechseln“, sagt die 24-Jährige, die sich bereits in der Schulzeit beim Technischen Hilfswerk in ihrer Heimatstadt engagierte. Während eines Praktikums in Uganda, bei dem Simone Leneis in einem Projekt für die Aids-Aufklärung von Jugendlichen arbeitete, wurde dieser Gedanke noch verstärkt.


Schließlich kam der Zufall ins Spiel: In einem Zeitschriften-Artikel las sie über die ZU und wurde neugierig: „Ich habe mich dann ganz spontan beworben.“ Die absolut richtige Entscheidung für Simone Leneis, die nun ihr Organisationstalent richtig ausleben konnte. Bereits in der Einführungswoche entstand die Idee zu „Energy Island“. Das Motto des Projekts: Moderne Technologien werden akzeptiert, wenn sie auch verstanden werden. „Energy Island“ will einen Versuch wagen, der in seinen Ausmaßen einzigartig werden könnte. Eine der Bodensee-Autofähren soll Ende 2010 in Konstanz aus dem Fährbetrieb herausgenommen werden und danach mit Hilfe von Unternehmen in ein lebendes Labor umgebaut werden. Ohne ein Gramm CO2 auszustoßen, könnte dann mit Hilfe von erneuerbarer Energie auf dem See gelernt und zusammengelebt werden. Auf der ehemaligen Fähre würden Schüler und junge Erwachsene begreifen, wozu grüne Innovationen fähig sind. „So könnte eine Bildungseinrichtung entstehen, die erneuerbare Energien nicht nur propagiert, sondern auch zeigt, dass fossile Brennstoffe eines Tages überflüssig werden“, sagt Simone Leneis.


Obwohl Simone Leneis in einem katholischen Mädcheninternat zur Schule ging, hat sie nicht die typischen „Mädchen-Hobbies“. Sie war in einer Damen-Fußballmannschaft, spielte Basketball, lernte Kite-Surfen und stand in der Schul-Bigband am Bass. Bei der „Langen Nacht der Musik“, ein studentisches Projekt in Zusammenarbeit mit der Stadt Friedrichshafen, war sie Mit-Organisatorin und ist auch auf der kürzlich erschienenen ZU-Musik-CD in der Band „Namby and the Pambys“ zu hören.


Für die nahe Zukunft plant sie den Ausbau des „Energy Island“-Projekts. Um sich dafür weiteren Input zu holen, absolviert sie im Sommer ein Praktikum in einer Energieberatungsfirma in Hamburg, die sich auf das Thema Emissionshandel spezialisiert hat. Nach ihrem Studium an der ZU soll irgendwann der Master folgen. Doch davor möchte Simone Leneis noch mehr Auslandserfahrungen sammeln, zum Beispiel in der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ). Wichtig ist ihr dabei vor allem: „Entscheidungen im Leben sollte man mit Freude treffen, dann klappt meistens alles.“