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01.08.2016

Frieder Kümmerer

Nach dem Abitur verfestigte sich bei Frieder Kümmerer der Wunsch, Kulturmanagement zu studieren. So leistete er seinen Berufsfreiwilligendienst bei der Jeunesses Musicales Deutschland ab und war dort in der Leitung des Künstlerischen Betriebsbüros tätig. Doch gleich zu Beginn des CCM-Bachelorstudiums rückte etwas anderes in seinen Fokus: das Radiomachen. Es dauerte nicht lange, bis er auf das studentische Internetradio Welle20 aufmerksam wurde, wo er inzwischen zum Inventar gehört. Der 25-Jährige moderiert mehrere Radiosendungen und übernahm Verantwortung als Redaktionsleiter und Vorstandsvorsitzender. Auch auf wissenschaftlicher Ebene setzt er sich mit dem Medium intensiv auseinander.



Frieder Kümmerer ist im wahrsten Sinne des Wortes „klassisch“ aufgewachsen. Er sang im Kinderchor, spielte Klarinette – auch im Schulorchester – und lernte Latein und Altgriechisch auf einem altsprachlichen Gymnasium. Völlig begeistert von der Operninszenierung „Hänsel und Gretel“ im Staatstheater Darmstadt trat er darüber hinaus in den dort angesiedelten Jugendchor ein und wirkte bei Opern wie „Tosca“ und Musicals wie „Evita“ mit.


Distanz zur Klassik gewann Kümmerer bei Proben und Auftritten mit einer Schulcombo, die von zwei Lehrern vom Jazzinstitut Darmstadt betreut wurde. „Das war eine Tür in eine andere Welt, in eine Welt, in der man seine Gefühle direkt auf die Musik überträgt und alles um einen herum vergisst“, beschreibt Kümmerer. Nebenbei entwickelte er eine exzessive Leidenschaft für Klavierkabarett, schrieb eigene Texte, Lieder und Stücke und trat damit auf Geburtstagsferien und bei schulischen Veranstaltungen auf. „Musik hat mich neben der Schule immer begleitet, Musik bildete für mich einen perfekten Ausgleich zum ansonsten überwiegend drögen Schulalltag“, resümiert Kümmerer.


Nicht weit entfernt vom Abitur tauchte er in eine andere Welt hinab: So nahm Kümmerer erstmals am Camp „mu:v – Musik verbindet“ der Jeunesses Musicales Deutschland teil, musizierte fünf Tage lang mit Gleichgesinnten im Renaissanceschloss Weikersheim. „Ich war so begeistert von der Atmosphäre und der Möglichkeit, mit anderen Jugendlichen über Musik zu diskutieren, eigene Musikprojekte zu denken und zu realisieren, dass ich mich nach der Teilnahme sofort dazu entschloss, in die Kulturorganisation einzutreten“, erläutert Kümmerer.


Nach dem Abitur noch kein festes Ziel vor Augen, absolvierte er auch den Bundesfreiwilligendienst in Weikersheim. „Diese Zeit hat meine weitere Laufbahn wesentlich geprägt“, betont Kümmerer. So erhielt er als Mitarbeiter im Zentralsekretariat einen umfassenden Einblick in die Strukturen einer Kulturorganisation. Zu seinen Aufgaben gehörte es denn auch, das traditionelle Neujahrskonzert zu organisieren. Diese Tätigkeit gefiel ihm so gut, dass er nach seinem Bundesfreiwilligendienst an der Umsetzung eines Opernprojektes mitarbeitete und dabei über mehrere Wochen hinweg in der Leitung des Künstlerischen Betriebsbüros tätig war.


„Während meiner Zeit bei der Jeunesses Musicales Deutschland konnte ich mir zunehmend ein Studium im Bereich Kulturmanagement vorstellen“, erwähnt Kümmerer. Über einen ehemaligen ZU-Studenten erfuhr er von der ZU und dem CCM-Bachelorstudiengang. „Wenig später bin ich zum Uni live!-Tag gefahren und fand es einfach nur megageil“, sagt Kümmerer. „Ich habe mich auf Anhieb wohlgefühlt, was vor allem an den spannenden Menschen und den tollen Gesprächen, aber auch an einem gewissen Flair lag.“ Er bezeichnet es selbst als „ein subjektives Bauchgefühl“, das ihn bis heute nicht enttäuscht hat: „Die ZU ist wie eine große Familie und das bedeutet für mich unglaublich viel.“


Ohne weiter zu überlegen, reichte er seine Bewerbung ein. Kümmerer erhielt kurze Zeit später die Zusage, dem Studium an der ZU stand nichts mehr im Wege. „Zunächst war der gesamte Kommunikationsbereich nicht mehr als ein interessanter Aspekt“, erzählt Kümmerer. „Doch schon bald kristallisierte sich heraus, dass da doch mehr ist.“ Seither versucht er, sowohl Kultur- als auch Kommunikationswissenschaften gleich zu behandeln, beschäftigt sich also gleichzeitig und gleichmäßig mit neuen Konzertformaten und mit der Praxis der Medienproduktion. Ein Medium sollte dabei eine zentrale Rolle einnehmen – das Radio.


Bei der StudentFair kam Frieder Kümmerer erstmals in Berührung mit dem studentischen Internetradio Welle20. „Es hörte sich sehr verlockend an, dass es ein Campusradio gibt, das keine Einstiegsbarrieren hat“, erläutert Kümmerer. Wenige Tage vergingen, dann saß er mitten in einer Redaktionssitzung, „und meine anfängliche Begeisterung steigerte sich, als ich davon Wind bekam, dass tatsächlich einmal wöchentlich eine Jazzsendung realisiert wird.“ Glücklicherweise war die Sendung zum damaligen Zeitpunkt ohne Moderator, noch. Sonntag, 22 Uhr, fünf Tage später war es soweit: Frieder Kümmerer stand erstmals im Tonstudio und moderierte seine erste Radiosendung. Das war nur der Auftakt: Seitdem hat er unzählige Stunden in den Räumen von Welle20 verbracht, zahlreiche Sendungen produziert wie „Saturday Night Frieder“ oder „Frieders Midnight“, dabei mal mit studentischen und wissenschaftlichen Gästen, mal mit Anrufern über Gott und die Welt, aber auch über die ZU geschwätzt.


Zudem übernahm er im vergangenen Jahr gemeinsam mit Ferdinand Wintermantel die Sendung „Willkommen ZU|hause“, die über aktuelle hochschulpolitische Themen berichtet. „Dabei war es uns wichtig, auf unterhaltsame und witzige Art Inhalte zu vermitteln, die einen Mehrwert haben“, ergänzt Kümmerer. So präsentierten sich in der Sendung etwa die Kandidaten für die Posten der studentischen Senatoren und ZU-Präsidentin Insa Sjurts und die ehemalige studentische Vizepräsidentin Laura Niemann standen Rede und Antwort. „Unser Ziel war es, unsere Gäste auch mit unangenehmen Fragen und Gerüchten zu konfrontieren“, sagt Kümmerer. Die Resonanz war überwältigend, „was uns sehr gefreut, aber auch belastet hat, weil wir nicht immer wussten, wie wir mit bestimmten kritischen Themen umzugehen haben.“


Frieder Kümmerer übernahm bei Welle20 auch Verantwortung. Zwei Jahre lang lenkte er die Geschicke von Welle20 und gestaltete den gesamten Sendeplan und die Sendungsstruktur komplett neu – zunächst als Redaktionsleiter, später als Vorstandsvorsitzender. „Mir ging es immer darum, Sendungen zu konzipieren, auf die die Moderatoren auch Bock haben“, erklärt Kümmerer. „Das hat vor allem die Motivation innerhalb des Teams gesteigert, was sich wiederum positiv auf die Hörerschaft auswirkte.“


Die permanente Auseinandersetzung mit dem ZU-Campusradio mündete schließlich darin, dass sich Frieder Kümmerer zunehmend auch dafür interessierte, was andere deutsche Hochschulradios machen. Dabei beschäftigen ihn vor allem folgende Fragen: Wie können sich Campusradios untereinander besser vernetzen? Und ist solch eine Vernetzung überhaupt erwünscht und sinnvoll? Diesen und weiteren Fragen will Kümmerer in seinem Humboldt-Forschungsprojekt auf den Grund gehen.


Aufgrund seiner erfolgreichen Arbeit bei Welle20 und seiner guten Beziehungen zur Student Lounge wurde Frieder Kümmerer angefragt, ob er sich nicht vorstellen kann, für das Amt des Vertreters der studentischen Initiativen zu kandidieren. Da ihn bereits zuvor die Vernetzung der Initiativen sehr beschäftigte, willigte er ein und wurde schließlich gewählt – und das gleich zweimal hintereinander. Ein Jahr lang bekleidete Kümmerer das Amt, agierte als Sprecher der studentischen Initiativen gegenüber der ZU und vertrat deren Interessen. „Darüber hinaus versuche ich, gemeinsam mit Jane Gronner vom Student Projekt Office die bereits erwähnte Vernetzung weiter auszubauen“, fügt Kümmerer hinzu. Eine Tätigkeit, die er nun als Hiwi fortführt: So hat er den Student Initiative Day zu neuem Leben erweckt, an dem sich alle Initiativenvertreter zu gemeinschaftlichen Workshops treffen und Themen wie Vereinsrecht, PR, Marketing und Fundraising auf dem Programm stehen. Auf dem Programm steht für Frieder Kümmerer derzeit ein Praktikum bei Radio Prag, wo er bereits eigene Produktionen zu Kunst und Kultur in der tschechischen Hauptstadt umgesetzt hat.


Frieder Kümmerer ist und bleibt jedenfalls ein musikbegeisterter Mensch. Das zeigt sich auch daran, dass er sich jedes Jahr bei der studentischen Weihnachtsfeier ans Klavier setzt und kabarettistische Lieder von sich gibt. Denn das ist es, was er am liebsten macht: Sich nicht nur mit anderen zu unterhalten, sondern andere auch zu unterhalten.