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01.10.2009

Max Koch

Schweizern wird ja allgemein eine gewisse Gemütlichkeit nachgesagt – wenn dieses Vorurteil stimmen sollte, dann ist Max Koch kein typischer Eidgenosse. Der 43-Jährige ist Bürgermeister, kantonaler Parlamentsabgeordneter, Berufsschullehrer, Gründer und Trainer eines Handballvereins, und „nebenbei“ studiert er auch noch an der ZU. „Das wichtigste dabei ist ein gut geführter Kalender“, sagt Koch und lacht.


Seit dem Herbst 2008 absolviert er als Masterstudiengang Public Management & Governance. Bei ihm vereinen sich Praxis und Theorie im Verwaltungsbereich auf ganz besondere Weise: Seit dem Jahr 2003 ist er Bürgermeister (in der Schweiz heißt es eigentlich „Gemeindepräsident“) der kleinen Gemeinde Wolfhalden mit 1700 Einwohnern - und zwar ohne vorher schon große Erfahrungen in der Politik gemacht zu haben. Der alte Präsident schied aus und Max Koch wurde gefragt, ob er nicht kandidieren wolle. Die Bürger von Wolfhalden wählten ihn spontan zum Nachfolger.


„Ich musste binnen kurzer Zeit von Null auf Hundert durchstarten“, beschreibt Koch sein erstes Jahr. Dass das Dasein als Gemeindepräsident kein Halbtagsjob ist, merkte er bald. „Da kommt dann frühmorgens auf dem Privattelefon schon mal ein Beschwerdeanruf eines Bürgers, etwa, weil der Hund des Nachbarn zu laut bellt, aber das gehört eben auch zu dieser Aufgabe dazu, ich habe die Entscheidung kein einziges Mal bereut“. Im Gegenteil: Max Koch kandidierte erfolgreich für die FDP für das Kantonale Parlament Appenzell-Ausserrhoden und wurde 2007 als Bürgermeister in seinem Amt bestätigt. Nach dem Sprung ins kalte Wasser der Gemeinde- und Kantonspolitik kam kurz darauf der Wunsch, Praxis und Theorie durch ein Studium zu verbinden „Ich habe mich dann an verschiedenen Unis über Politikstudiengänge informiert und bin letztendlich an der ZU gelandet. Das Arbeiten in kleinen Gruppen und das Seminarangebot haben mich überzeugt.“


Seinen Job als Berufsschullehrer in Herisau hat Max Koch derzeit auf 40 Prozent reduziert, sonst wären seine vielen Aufgaben und das Studium nicht zu managen. Im Frühjahr will er seinen Master machen. Und dann? „Natürlich weiter Politik. Und noch viel mehr.“