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01.10.2013

Simon Hurtz

Eigentlich wollte er Medizin studieren. Dann jedoch bekam er einen Platz bei der Deutschen Journalistenschule (DJS) in München. Heute studiert der 23-jährige Simon Hurtz SPE im zweiten Semester und schreibt für ZU|Daily über die Forschung an der ZU.


Mit 16, 17 Jahren bestand die Welt von Simon Hurtz vor allem aus Volleyball, seinen Freunden und deren Partys. Diese Welt ging bei einem längeren Krankenhausaufenthalt in die Brüche: „Als ich aus dem Krankenhaus zurückkam, dachten alle, ich sei der alte Simon, aber der war ich nicht mehr“, berichtet er. Er merkte, dass er noch andere Interessen hatte, über die er mit seinen Freunden jedoch nicht diskutieren konnte. Im Nachhinein glaubt er, dass er die schwierige Umorientierung gebraucht hat: „Ohne den Einschnitt wäre ich immer noch in München, hätte dort studiert und würde dort Volleyball mit meinen alten Freunden spielen. Vermutlich wäre ich auch mit diesem Leben zufrieden. Aber ich glaube, dass das, was ich jetzt mache, besser zu mir passt, mir besser entspricht, weil ich noch andere Interessen neben dem Sport habe.“ Wenn er heute nach Hause zurückkehrt, dann fühlt er sich dort zwar immer noch wohl, aber er hat das Gefühl, dass sich dort einfach wenig verändert hat. „Es ist nicht mehr meine Welt, und ich bin froh darüber“, gibt Hurtz zu.


Nach dem Abitur ging Hurtz im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) nach Afrika. Er wollte eine Ortsveränderung, raus aus seinem Heimatort, rein in eine ganz neue Welt. Laut Projektbeschreibung sollte er mit Straßen- und Waisenkindern in einem Jugendzentrum arbeiten, in der Realität gab er Unterricht an Schulen. Auch wenn er das FSJ krankheitsbedingt abbrechen musste, beschreibt Hurtz die Zeit als sehr prägende Erfahrung.


Zurück in Deutschland war Hurtz immer noch nicht klar, was er studieren sollte. Jeden Tag kam er auf eine neue Idee. Nach einem längeren Prozess legte er sich schließlich auf Medizin fest, seine Bewerbung bei der Journalistenschule hatte er verdrängt. „Ich war zwar im Deutsch-Leistungskurs, aber ich hatte keine Ahnung vom Journalismus“, gibt er zu. „Als ich dann zum Auswahlwochenende eingeladen wurde, war ich ziemlich überrascht.“ Während die anderen Teilnehmer sich intensiv auf die Tests vorbereiteten, rechnete sich Hurtz von vornherein keine Chancen aus. „Ich habe völlig unverkrampft und ohne Erwartungen die Auswahltests gemacht“, erzählt Hurtz. „Die anderen hatten fast alle schon studiert und journalistische Vorerfahrung gesammelt. Ich hatte Abi und sonst nichts.“ Aufgrund dieser Tatsache konnte er völlig entspannt mit der Drucksituation im Assessment-Center umgehen und wurde schließlich zu seiner Überraschung genommen.


Während der neunmonatigen Ausbildung in München lernte er den Journalismus intensiv kennen. Es folgten Praktika bei der Berliner Zeitung, ZEIT Campus und der Kooperative Berlin, die Sendungen für das Deutschlandradio produziert und entwickelt. „Bei allen Praktika konnte ich irrsinnig viel machen und war nicht der klischeebehaftete kaffeekochende Praktikant“, erzählt Hurtz. „Die Praktika haben mir gezeigt, dass Journalismus genau das ist, was ich machen wollte, weil es mir unglaublich viel Spaß macht und meine Welt ist.“


Als dann ein Jobangebot der Berliner Zeitung kam, geriet Hurtz mächtig ins Grübeln. Er entschied sich schließlich dagegen: „Ich war mir sicher, dass ich mich mit 30 sehr geärgert hätte, wenn ich nicht einmal Student gewesen wäre. Mit 25, da war ich mir sicher, würde ich kein Studium mehr beginnen. Außerdem war es mir wichtig, inhaltlich besser über die Themen Bescheid zu wissen, über die ich als Journalist berichte. Die Frage war also: Wenn nicht jetzt, wann dann?“


Da er am liebsten über Politik, Wirtschaft und Gesellschaft schreibt, und sich nicht auf einen der Schwerpunkte festlegen wollte, googelte er nach ‚politik ökonomie soziologie studium‘. „Da war ja klar, dass ich ziemlich schnell auf SPE und die ZU stoßen würde, so perfekt, wie der Studiengang zu meinen Interessen passt.“ Anfangs war Hurtz trotzdem skeptisch: „Eine schnöselige Privatuni mit lauter Elitestudenten in einer langweiligen Kleinstadt irgendwo im Nirgendwo. Und dafür auch noch einen Kredit aufnehmen?“ Doch ein Gespräch mit einer ZU-Studentin stimmte ihn um. „Eva Schulz war mal einen Nachmittag als Gastdozentin an der DJS. Ich habe mich dann erinnert, dass sie damals irgendwas von einer Zeppelin Universität erzählt hat.“ Einen Anruf und eine halbe Stunde später war Hurtz überzeugt, dass die ZU mehr zu bieten hat als eine repräsentative Webseite: „Eva hat mir glaubhaft versichert, dass hinter der schnieken Fassade auch eine prima Uni mit vielen spannenden Studenten steckt. Und inzwischen bin ich mir ziemlich sicher: Sie hatte Recht.“