mehr Informationen zu ZU|Daily
 
Auf dieser Seite
Fragen?
Ihre Frage:
 
01.10.2012

Nico Hoffmann

Als Zivildienstleistender beim Goethe-Institut lernte er junge Menschen aus aller Welt kennen, er war mitverantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit zweier Hilfsprojekte in Sierra Leone und er liebt es, andere Kulturen und Sprachen kennenzulernen. Jetzt untersucht der gebürtige Berliner das Thema „Soziale Beziehung in der Distanz“ in seiner Bachelorarbeit. An der ZU ist Nico Hoffmann vielfältig engagiert: Er war studentischer Senator, Redakteur beim studentischen Magazin „Oszillograf“ und Vorstandsmitglied von „Rock Your Life!“.



Während seines Zivildienstes beim Goethe-Institut in Freiburg war der heute 23-Jährige für das Kultur- und Freizeitprogramm der Sprachstudenten verantwortlich. „Nach dem Unterricht habe ich zusammen mit ihnen Museen und Ausstellungen besucht. Außerdem gab es Ausflüge in die nähere Umgebung, aber auch nach Paris und Florenz“, erzählt er lächelnd. „Viele der Kontakte bestehen trotz der Distanz bis heute.“ Dem Goethe-Institut bleibt Hoffmann eng verbunden: Sein Auslandspraktikum hat er beim Goethe-Institut in Sri Lanka absolviert. Aber auch sonst arbeitet er immer wieder für das Institut: „Ich bin dem Institut und dem interkulturellen Austausch sehr verhangen.“

Hoffmann engagiert sich darüber hinaus für ein Projekt, das sein Vater zusammen mit einem Bekannten ins Leben gerufen hat: die Organisation „Young and Old for One World“. Es geht dabei um Hilfe zur Selbsthilfe. „Wir haben damit begonnen, alte Nähmaschinen in Berlin zu sammeln, sie zu reparieren und sie dann nach Sierra Leone zu verschiffen. Dort wurden damit Schulen auf dem Land ausgerüstet. Später wurde das Projekt auf alte Computer ausgeweitet, mit denen wir die Universitäten und Schulen des Landes ausstatten“, erzählt er. Hoffmann selber war für die Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit mit zuständig. Für das Engagement wurde das Projekt mehrfach mit der Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ der UNESCO ausgezeichnet, und sein Vater und dessen Kollege wurden mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.

Das Nachfolgeprojekt „For First Aid“ kümmert sich um die medizinische Versorgung in Afrika. Die Idee dahinter sind die Erste-Hilfe-Kästen in deutschen Autos, die regelmäßig durch neue ersetzt werden müssen. Die Organisation sammelt die alten Kästen, entfernt die Teile, die nicht mehr verwendet werden können, und verschifft alles andere nach Afrika. „Durch unser Projekt helfen wir den Gemeinden, eine Erstversorgung im Notfall sicherzustellen, bis die Verletzten ein Krankenhaus erreichen“, berichtet Hoffmann. „Es ist ein Projekt, das kontinuierlich läuft und bei dem man immer mal wieder nachsteuern muss.“

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ist das Feld, auf dem sich Hoffmann mittlerweile auskennt. Neben einem Praktikum in der Marketingabteilung des Theaters an der Parkaue in Berlin unterstützt er aus der Ferne des Bodensees weiter Projekte in seiner Heimatstadt: „Ein paar Freunde von mir haben in Berlin-Brandenburg ein Projekt zur Kinder- und Jugendhife ins Leben gerufen. Ein paar Stunden in der Woche berate ich sie in allen Fragen rund um Kommunikation und Fundraising.“

Während des Studiums unterstützte er neben seiner Arbeit in den Kinder- und Jugendkursen des Goethe-Instituts die Arbeit im Vorstand des Friedrichshafener Standortes von „Rock Your Life!“, bei dem Studierende Hauptschüler in den letzten zwei Jahren ihrer Schulzeit coachen und unterstützen.

Von seiner Zeit als studentischer Senator sagt er, dass er sie mit viel Arbeit, aber auch sehr viel Spaß erlebt hat: „Wenn man sich wirklich reinhängt und sich in die Universitätspolitik einklinkt, dann findet man Gehör und kann viel bewegen.“ In diesem Zusammenhang präsentierte er im vergangenen Jahr gemeinsam mit zwei Kommilitoninnen den CCM-Studiengang beim Wettbewerb „Cum Laude“ des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft, bei dem dieser mit dem dritten Platz als einer der besten Studiengänge Deutschlands ausgezeichnet wurde. Zudem schreibt er für den „Oszillograf“ und ab und an auch für ZEIT Campus. Im April erschien sein erster Artikel, in dem er darüber berichtet, warum alle in sozialen Netzwerken wie Facebook sein sollten. Beim „Oszillograf“ war er lange für die Anzeigenakquise verantwortlich. Während seines Auslandssemesters an der Quest University in Kanada entwarf er auch dessen neuen Internetauftritt.

„Soziale Beziehung in der Distanz“: So könnte man auch Nico Hoffmanns bisheriges Leben zusammenfassen. Aber erst einmal geht es ihm darum in seiner Bachelorarbeit. Darin befasst er sich mit den jungen Erwachsenen aus den Sprachkursen des Goethe-Instituts. Er will dabei herauszufinden und reflektieren, wie diese ihre Freundschaften über größte Entfernungen erhalten und fortentwickeln und wie sich die Kommunikationsmedien dabei auf die Eigenschaften der sozialen Beziehungen auswirken.