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01.01.2012

Nina Hillekum

Klimaschutz: Wie ein „grüner Faden“ zieht sich dieses Thema durch Nina Hillekums Leben. An der ZU gründete die 26-jährige PMG-Studierende die grüne Hochschulgruppe „Rework“. „Bei Rework handelt es sich nicht um die Hochschulgruppe einer Partei oder einer Umweltorganisation, wir sind eine Plattform für grüne Projekte“, erklärt Hillekum.



Seit ihrer Schulzeit engagiert sich Nina Hillekum für den Klimaschutz. Angefangen hat es bei ihr als 15-Jährige bei Greenpeace, wo sie alsbald die Koordination der Jugendarbeit übernahm. Es folgte die Teilnahme als Jugenddelegierte bei der UNO-Überprüfungskonferenz zum Atomwaffensperrvertrag in New York. „Ich war erstaunt zu sehen, dass die jetzige Entscheidergeneration mit Themen wie der internationalen Abrüstung von Atomwaffen nicht vorankommt. Umso wichtiger fand ich es als Vertreterin meiner Generation, das Thema für uns greifbar zu machen. Immerhin werden wir es erben“, berichtet Hillekum. „Hinzu kommt, dass sich bestimmte Probleme einfach nur auf internationaler Ebene lösen lassen.“

Nach dem Abitur entschied sich Hillekum erst einmal für diverse Praktika und erste berufliche Schritte. „Zwei Monate habe ich Frank Schwalba-Hoth, einem der ersten grünen Abgeordneten im Europaparlament, über die Schulter schauen können“, berichtet sie. Anschließend verbrachte sie sechs Monate als bisher jüngste Praktikantin in der Research Unit von Greenpeace International in Amsterdam und dann eineinhalb Jahre als Trainee im Berliner Think-Do-Tank „Thema 1“: „Besonders die Zeit bei ,Thema 1‘ war eine sehr gute Erfahrung. Arbeit, Selbstwirksamkeit und Lebensqualität stehen spätestens seitdem in keinem Widerspruch für mich. Umso wichtiger finde ich es, dass man den Mut aufbringt, um sich gegen die Unzahl an Karriere-Ratgebern zu wehren, die einem auf die Seele binden, alles so schnell und so früh wie möglich zu machen. Ich habe erst im Alter von 23 Jahren mit meinem Studium begonnen und dafür bei potenziellen Arbeitgebern gerade auch in meinem Bereich sehr gutes Feedback bekommen.“

Vor dem Studium sei sie viel gereist, habe sich ehrenamtlich engagiert und Praxiserfahrung gesucht, fasst Hillekum die Zeit zusammen. „Ich habe die Zeit genutzt, um das Thema Umweltschutz aus mehreren Perspektiven zu beleuchten: aus der Perspektive der Politik, der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft. Während meiner Praktika habe ich dann festgestellt, dass die dann doch irgendwann alle zusammen an einem Tisch sitzen. Deshalb wollte ich auch unbedingt an einer Universität studieren, die interdisziplinär aufgestellt ist. Denn ich bin davon überzeugt: Nichts lässt sich isoliert denken.“

Sie glaubt, dass man außergewöhnliche Leistungen nur dort erbringen kann, wo man auch intrinsisch motiviert ist. „All die Sachen, die ich gemacht habe, habe ich getan, weil ich es wollte! Und nicht weil ich dachte: ‚Das liest sich jetzt gut auf meinem Lebenslauf’. Ich denke, man muss sich ausprobieren, in Praktika, Reisen oder Ehrenamt, um überhaupt erst herauszufinden, was für eine Vision man hat. Meine ist die einer CO2-armen Gesellschaft. Die treibt mich um. Und mein Fahrrad.“

Als sie Berlin verlassen hat, um in Friedrichshafen ihr Studium zu beginnen, hat sie einen Satz mitgenommen: „Leben will erfunden werden.“ Und genau das will sie tun: „Räume aktiv gestalten, Bühnen bauen, und das am besten im internationalen Raum. Denn meine Vision ist die einer globalen CO2-armen Gesellschaft.“