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01.06.2016

Amina Heinemann

Lieber vor oder hinter der Kamera? Diese Frage stellte sich vor einigen Jahren tatsächlich Amina Heinemann, die in ihrer Jugend drei Jahre lang unter dem Künstlernamen „Mina“ erfolgreich Musik machte. Dabei entdeckte sie allerdings, dass sie sich mehr für die Prozesse interessiert, die im Hintergrund ablaufen. So entschied sie sich zunächst für das Abitur, dann für ein CCM-Studium an der ZU. Hier hat die 22-Jährige den Radioverein „Welle20“ als Vorstand geleitet und den studentischen Dachverein für Medien, das „Seelicht Medialab“, gegründet.



Angesteckt von ihren musikbegeisterten Eltern, entstand bei Amina Heinemann bereits im Kindesalter eine besondere Beziehung zur Musik. „Meine Eltern haben einen pervers guten Musikgeschmack, und es war ganz normal, von morgens bis abends Musik in all ihren Facetten zu hören“, erzählt sie. Ganz normal war es für die sehr junge Amina Heinemann auch, sich lauthals trällernd zu artikulieren: ob zu Hause, im Auto oder bei einem Spaziergang – einfach überall. „Das mündete darin, dass ich in sehr jungem Alter nicht nur einen eigenen Musikgeschmack entwickelte, sondern auch begann, eigene Songs zu schreiben und gemeinsam mit Freunden zu musizieren“, erzählt Heinemann.


Unerwartet kam jedoch der Erfolg mit einem selbstgedrehten Musikvideo im Jahr 2007, in welchem Heinemann mit zarten 13 Jahren eine Ballade singt. Innerhalb einer Woche schauten fast eine Millionen Menschen den Clip, was zu der Zeit alles andere als gewöhnlich war. Dann ging alles sehr schnell: Es dauerte nicht lange, dann arbeitete Heinemann mit mehreren Managern zusammen und erhielt als erste deutsche Internetkünstlerin einen Major Label-Plattenvertrag. „Ein besonderes Erlebnis war dabei der Auftritt in der Sendung ,Ein Herz für Kinder‘ und der Moment, als ich gemeinsam mit Thomas Gottschalk auf der Bühne stand“, berichtet Heinemann. Über einen Zeitraum von drei Jahren stand sie vor der Kamera, parallel dazu drückte sie die Schulbank.


„Ich stellte allerdings mit der Zeit fest, dass das Dasein vor der Kamera mich weniger reizt als das, was sich hinter der Kamera abspielt“, gesteht Heinemann. Das zeigte sich auch daran, dass sie stets eine gewisse Neugierde für die Arbeit ihres Managements an den Tag legte, viele Fragen stellte und die Prozesse genauestens beäugte. „Ich entwickelte ein zunehmendes Interesse für die Schnittstelle von Kunst und ihrer Vermarktung und eben nicht mehr nur für das Kunstschaffen an sich“, ergänzt Heinemann. Sie entdeckte die Kunstform Film für sich und belegte darin den an ihrer Schule angebotenen Leistungskurs, analysierte Streifen aller Genres und versuchte sich als Drehbuchautorin für Kurzfilme, die sie zudem selbst produzierte. Zusätzlich besuchte sie in den Sommerferien zwei mehrwöchige Filmkurse in den USA: zum einen an der University of California in Los Angeles, zum anderen an der New York Film Academy.


Nach dem Abitur musste sie sich der Entscheidung stellen: Film oder Musik studieren? „Da ich mich nicht auf einen Bereich festlegen wollte, fiel die Wahl auf den CCM-Studiengang an der ZU, weil das Studium den Weg für eine Karriere in beiden Feldern ebnet“, erklärt Heinemann. Noch vor Studienaufnahme tobte sich Amina Heinemann künstlerisch richtig aus und realisierte als Musikerin und Filmemacherin ein persönliches Kunstprojekt. „Dabei habe ich in Kooperation mit Produzenten Musik gemacht und mit befreundeten kreativen Köpfen Kurzfilme und Musikvideos gedreht“, führt Heinemann aus.


Praxisnähe hat sie während ihres bisherigen Studiums an der ZU immer wieder gesucht, gefunden und sich selbst geschaffen. So hat sich Amina Heinemann bereits im dritten Semester beim studentischen Internetradio „Welle20“ engagiert und die beiden wöchentlichen Radiosendungen „Soundcheck“ und „Sugarbabes Get Sexy“ moderiert: „Ich konnte mich zum einen mit meiner Leidenschaft beschäftigen, zum anderen hatte ich einen perfekten Ausgleich zum teils sehr theoretischen Studium.“ Einige Zeit später in den Vorstand gewählt, kümmerte sie sich darum, die Marketingmaßnahmen des Senders auszubauen und erweckte im Zuge dessen die Konzertreihe „Wellenreiter“ zu neuem Leben. „Ziel der Konzertreihe ist es, regionale und sich am Beginn ihrer Karriere befindliche mit nationalen und kurz vor dem Durchbruch stehenden Künstlern zusammenzubringen. Das gesamte Konzept der Konzertreihe ist darauf ausgelegt, Synergien zu schaffen: durch die Musik, mit dem Publikum und in der Location selbst“, erklärt Heinemann. So fand im April 2014 seit langer Zeit wieder das erste „Wellenreiter“-Konzert unter gemeinsamer Leitung der Radiomoderatoren von „Welle20“ statt.


In ihrem letzten Semester als Vereinsvorstand fiel die Entscheidung, die schon seit Jahren kursierende Idee eines Dachvereins für Medien an der ZU in die Hand zu nehmen und umzusetzen. Gemeinsam mit dem zweiten Vorstandsvorsitzenden des Radiovereins ging die Planung los. Es sollte ein Dachverein gegründet werden für das studentische Internetradio „Welle20“, das Printmedium „futurdrei“, das „Filmwerk“ und die kürzlich gestartete Initiative für Fotografie „Zoom“, um eine stärkere Praxisnähe für die Studierenden zu schaffen. Zunächst entwickelte Heinemann den konzeptionellen Rahmen des Vereins und setzte sich mit den Initiativen auseinander. „Es ging zunächst einmal darum, diese Initiativen nachhaltiger zu gestalten und crossmedial stärker zu verschränken“, beschreibt Heinemann. Sie initiierte einen Workshop zur Namens-, Zielgruppen- und Wertefindung und fügte langsam alle Puzzleteile zusammen. „Den Studierenden soll letztlich ein Ambiente geboten werden, in dem sie sich ausprobieren können. Denn es gibt so viele Kommilitonen, die später einmal in die Medienpraxis einsteigen wollen, und es ist Gold wert, in diesem Bereich so früh wie möglich Erfahrungen zu sammeln.“ Geplant ist darüber hinaus, in regelmäßigen Abständen hochrangige Persönlichkeiten aus der Medienbranche an die ZU einzuladen, um mit ihnen zu diskutieren. „Basierend auf diesen Medienevents soll eine Praxiskartei entstehen, die Kontakte zwischen Studierenden und Praktikern ermöglicht“, fügt Heinemann hinzu.


Apropos Praxisnähe: Aktuell absolviert Amina Heinemann ein sechsmonatiges Praktikum in der Abteilung „Music and Brands“ bei der Universal Music Group in Berlin, also ganz gezielt bei einem Plattenlabel. Ein weiteres Puzzlestück auf ihrem Weg zum Traumberuf: „Ich möchte später vielleicht einmal im Künstlermanagement tätig sein“, verrät Heinemann. „Der aktuelle Traum ist es, ein Management für Musiker mit Produktionsfirma zu gründen und mich damit an der Schnittstelle von Kunst und Vermarktung zu bewegen.“ Und eine Rückkehr vor die Kamera? „Dieser Traum ist begraben, denn rückblickend betrachtet, finde ich das Studium und alles, was darauf folgen kann, viel größer und lehrreicher als dieses kleine Kapitel in meinem Leben. Ich will nicht die Marionette sein, sondern die Fäden selbst in die Hand nehmen.“