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01.11.2016

Falk Heger

E-Mail-Passwort vergessen? Spinnt mal wieder das Betriebssystem? Wasser oder Kaffee über den Laptop gekippt? Kein Problem, Falk Heger ist zur Stelle. Denn neben dem Interesse an Wirtschaft hegt der 24-Jährige CME-Student eine große Leidenschaft für alles, was mit Computern zu tun hat. Das zeigt sich auch an seinem Engagement in der studentischen Initiative „CodeCats“, die sich darauf spezialisiert hat, Kommilitonen, Lehrern und Schülern Programmierkenntnisse beizubringen. Wenn Falk Heger sich nicht gerade durch Wirtschaftsbücher wälzt oder verlorengeglaubte Daten rettet, dann ist er im Hochschulsport aktiv – als Kletterer.



Der Weg von Falk Heger an die ZU war alles andere als geradlinig. Nicht nur die Wohnstätten waren einer gewissen Fluktuation unterworfen, sondern auch die Bildungseinrichtungen. Heger zog es nach der Grundschule aufs Gymnasium, fühlte sich dort jedoch so unwohl, dass er bereits nach einem halben Jahr freiwillig auf die Hauptschule wechselte – „vor allem, weil meine besten Freunde dort zur Schule gingen.“ Nach einem sehr erfolgreichen Hauptschulabschluss absolvierte er zunächst ein Praktikum bei Media Markt, dann eine Lehre zum Einzelhandelskaufmann. Ein Jahr später folgte dann der nächste mutige Schritt: der Ausbildungsabbruch. „Von Anfang an war ich fasziniert von den im Berufsschulunterricht vermittelten wirtschaftlichen Theorien, Konzepten und Modellen“, erläutert Heger. „Ich wusste, dass ich mich damit noch intensiver auseinandersetzen möchte – und das nicht im Rahmen einer Ausbildung.“ Also führte ihn der Weg auf eine Wirtschaftsrealschule und dann auf ein Wirtschaftsgymnasium, wo er sein Abitur machte.


Es war nur logisch, dass Falk Heger sich anschließend für ein wirtschaftswissenschaftliches Studium entschied – dass die Wahl dabei auf die ZU fiel, ist vor allem seiner Schwester zu verdanken, die ihn auf einen „Uni live!“-Hochschulinformationstag begleitete. „Ich habe mich sofort in die ZU und das Studienkonzept verliebt und fühlte mich aufgrund der offenen Atmosphäre einfach nur wohl“, beschreibt Heger. „Besonders die Möglichkeit, auch in andere Studienfächer hineinschnuppern zu können und dadurch neue Perspektiven kennenzulernen und automatisch die Umwelt mitzudenken, war für mich ausschlaggebend.“


Gleich am ersten Tag erfuhr Falk Heger vom IT Student Support. Seit seiner Einstellung wenige Wochen später ist er fester Bestandteil und ein IT Student Support ohne Falk Heger für viele inzwischen undenkbar. Was nicht nur an der Einführung des Hashtags #fragfalk lag, der zu großer Resonanz und ähnlich großer Bekanntheit führte, sondern auch daran, dass er versucht, immer und überall für seine Kommilitonen da zu sein und ihnen bei technischen Problemen zu helfen. „Ich bin einfach froh, einen Job zu machen, bei dem ich andere unterstützen kann. Außerdem lerne ich dabei nicht nur fachlich dazu, sondern auch viele neue spannende Menschen kennen“, sagt Heger.


Programmierkenntnisse mit anderen zu teilen und an andere zu vermitteln und dabei auch noch seine eigenen Kompetenzen zu erweitern: Diese Idee mündete in die Gründung der studentischen Initiative „CodeCats“. Von Anfang an war auch Falk Heger im Boot. „Wir fanden es wichtig, neben dem Studium ,harte‘ Fähigkeiten zu erwerben, die für den späteren Beruf oder die eigene Gründung enorm wertvoll sein können“, erklärt Heger. Jedes Jahr findet nun in den Semesterferien eine mehrmonatige Sommerakademie für ZU-Studierende und andere Interessierte statt, auf dem Plan stehen Programmiersprachen wie HTML/CSS, JavaScript und Ruby on Rails, aber auch Gastvorträge sowie Unternehmens- und Veranstaltungsbesuche. Darüber hinaus bringen die Mitglieder im laufenden Semester in Workshops ihren Kommilitonen das Programmieren bei. Doch nicht nur Kommilitonen, sondern auch Lehrern und Schülern.


Um zu verstehen, warum Falk Heger die Computerwelt so fasziniert, lohnt ein Blick in Kindheit und Jugend. Ausgangspunkt war sein Onkel, der ihm alle ein bis zwei Jahre einen ausrangierten PC schenkte: „Irgendwann begann ich damit, PCs aufzuschrauben und aus den besten Einzelteilen einen neuen Computer zu basteln – einzige Hilfe kam dabei vom Computerfachhändler nebenan“, erzählt Heger. „Dabei habe ich enorm viel über das Innenleben eines Computers gelernt.“ Der Beschäftigung mit der Hardware folgte zwangsläufig die Auseinandersetzung mit der Software, den Betriebssystemen und dem Programmieren – und das bis heute nach der altbewährten „Trial-and-Error“-Methode, „außer natürlich beim Programmieren, denn da geht es um das Erlernen einer Sprache.“ So eignete sich Falk Heger im Laufe der Zeit immenses Wissen an, beherrscht inzwischen diverse Grafik-, Layout- und Bildbearbeitungsprogramme oder Programmiersprachen.


Im Studium selbst setzt Falk Heger seine Schwerpunkte vor allem auf Finanzthemen, ein Feld, bei dem wirtschaftliche Konzepte und Zahlenspielerei – ein weiteres Faible von ihm – aufs engste verbunden sind: von Finanzbuchhaltung und Rechnungswesen über Derivate und alternative Investmentstrategien bis hin zu Unternehmensfinanzierung. Während eines Praktikums lernte Heger dann erstmals ein Arbeitsumfeld an der Schnittstelle von Wirtschaft, Digitalisierung und IT kennen – beim Start-up „Netbeast“, das auf das „Internet der Dinge“ setzt und in dem er im Bereich Unternehmensentwicklung tätig war. „Besonders die Atmosphäre hat mir imponiert, denn jeder arbeitet dort hoch motiviert an seinem eigenen Projekt, zugleich arbeiten aber alle auf ein gemeinsames Ziel hin“, sagt Heger. „Die wichtigste Erkenntnis dabei: Mir wurde die Angst genommen, selbst zu gründen. Und sollte ich dennoch scheitern, dann scheitere ich eben.“


Sowohl seine IT-Kenntnisse als auch sein Wirtschaftswissen einzusetzen, das war für Falk Heger ebenso möglich bei seinem Engagement für die diesjährigen Workshop- und Karrieretage „ZUtaten“, die alljährlich von Studierenden in Kooperation mit dem TalentCenter ausgerichtet werden. „So habe ich einerseits die Finanzen verantwortet, andererseits aber auch Grafiken designt und bei dem Aufbau der Homepage geholfen – und zusätzlich noch ein Unternehmen betreut“, erläutert Heger. Dass er dabei zeitweise der Mann für alles war, störte ihn überhaupt nicht, „denn das Team hat unglaublich gut harmoniert und die Arbeit daher umso mehr Spaß gemacht.“


Um zwischendurch mal richtig abzuschalten, zieht es Falk Heger regelmäßig in die Kletterhalle. „Ich war als kleines Kind pummelig, und so schickte mich meine Mutter zum Klettern“, erzählt Heger. „Das hat mir dann so viel Freude bereitet, dass ich bei der Sportart hängen blieb.“ Schon parallel zur Schule als Klettertrainer für Kinder, Jugendliche und Erwachsene aktiv, leitet er jetzt die Klettergruppe beim ZU-Hochschulsport.


Bei seiner Arbeit im IT Student Support wird Falk Heger oft von Kommilitonen angesprochen, warum er sich so sehr für Computer interessiert und wieso er nicht Informatik, sondern Wirtschaftswissenschaften studiert. Eine gute Frage! Die Antwort: „Das Interesse an Wirtschaft war damals einfach größer. Jetzt kann ich mir aber durchaus vorstellen, einen Master in den USA in Computer Science zu machen.“ Und er verrät: „Meine zukünftige Arbeit soll auf jeden Fall an der Schnittstelle von Wirtschaft, Digitalisierung und IT verlaufen.“ Eher bei einem (eigenen) Start-up oder in einem Internetkonzern? „Vielleicht muss mein Job noch erfunden werden.“