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01.09.2012

Dominic Gaspary

Crowd Investing, Mergers & Acquisitions (M&A), Private Equity – Begriffe, die dem 24-jährigen Stuttgarter Dominic Gaspary im Rahmen seines Studiums an der ZU geläufig wurden. Im Frühjahr dieses Jahres hat er gemeinsam mit zwei weiteren ZUlern sein eigenes Crowd-Investing-Start-up gegründet, dessen Plattform noch in diesem Monat online gehen soll. An der ZU gehörte er zum Gründungsteam der Workshop- und Karrieretage „ZUtaten“ und sorgte dafür, dass das Projekt zum Selbstläufer wurde. Zudem half er mehrere Male bei der Organisation des „Friedrichshafener Familienfrühlings“ mit und beriet Unternehmen im Rahmen der studentischen Organisationsberatung „whyknot“. Neben seiner Tätigkeit als Co-Gründer des Crowd-Investing-Start-ups „meet&seed“ absolviert Gaspary ab September sein Masterstudium an der ESCP Europe. Im Rahmen des zweijährigen „Master in Management“ studiert er in Madrid, Paris und Berlin.

Abzusehen war das zunächst nicht: „In der Schule war ich kein großer Freund des Fachs Mathematik“, sagt Gaspary. „Aber während meines Praktikums im Produkt-Controlling bei Volkswagen in Beijing merkte ich, wie viel Spaß es machen kann, mit Zahlen umzugehen, wenn Sinn dahinter steckt.“ Von diesem Zeitpunkt an waren Finanzierung und strategisches Management die Schwerpunkte seines Studiums. Im vierten Semester lernte er Willi Berchtold, ehemaliger ZF-Finanzvorstand und Mitglied des ZU-Kuratoriums, kennen. Berchtold war auf der Suche nach Unterstützung bei Mergers & Acquisitions-Projekten. In diesem Bereich, bei dem es sich um den Kauf, Verkauf beziehungsweise den Zusammenschluss von Unternehmen dreht, hatte Gaspary kurz zuvor ein Praktikum bei der Otto Group in Hamburg absolviert – ein Glücksfall.

Im Rahmen des „Friedrichshafener Familienfrühlings“ hat Dominic Gaspary Workshops mitorganisiert und -begleitet, die sich mit der Finanzierung von Familienunternehmen beschäftigten. Konkret ging es dabei um Private Equity in Familienunternehmen. Private-Equity-Fonds kaufen als institutionelle Kapitalgeber Anteile an Unternehmen, um sie nach rund drei bis fünf Jahren gewinnbringend wieder zu verkaufen. „Familienunternehmen stehen dieser Art der externen Kapitalfinanzierung meist eher ablehnend gegenüber“, so Gaspary. Doch dahinter steckten mitunter große Chancen in der Zusammenarbeit mit professionellen Investoren. Über das Thema „Private Equity in Familienunternehmen“ hat er letztlich seine Bachelorarbeit geschrieben. Anschließend führte ihn ein Praktikum direkt in Deutschlands größten konzernunabhängigen Private-Equity-Fonds.

All diese Erfahrungen haben Lust aufs Gründen gemacht: Zusammen mit Felix Cramer von Clausbruch und Dina Tagabergenova hat er nun im Frühjahr sein eigenes Start-up auf die Beine gestellt. Bei der meet&seed GmbH handelt es sich um eine Plattform für Crowd Investing: „Private Equity für jedermann“, wie es Gaspary umschreibt. Auf der Plattform kann man zum einen in Projekte investieren, zum anderen sein Unternehmen vorstellen und um Investoren werben. „Wenn man sein Geld aufgrund der niedrigen Zinsen nicht bei der Bank anlegen will und von Aktienmarktspekulationen genug hat, dann könnte Crowd Investing eine gute Alternative darstellen“, hofft Gaspary auf den Trend zu Zeiten schwindenden Vertrauens in Banken.

Wenn Dominic Gaspary nicht am Arbeitsplatz zu finden ist, ist es gut möglich, ihn beim Segeln, Rugby spielen oder auf dem Snowboard zu treffen. Oder auf Reisen: „Das große Gefühl entsteht bei mir auf Reisen, wenn ich andere Sprachen sprechen und neue Kulturen entdecken kann“, schwärmt er. Nach dem Abitur verbrachte er fünf Monate in Guatemala und Nicaragua. „Meine Eltern arbeiten beide in der Entwicklungszusammenarbeit und haben mich als Kind oft mitgenommen“, erzählt Dominic Gaspary: „Die Liebe zum Reisen liegt bei uns in der Familie.“