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01.02.2018

Billy Contreras

Billy Contreras bewegt sich zwischen Musik, Malerei, Design und Strategie. Er liebt es, Klavier zu spielen und zu komponieren. Er liebt es, sich malerisch auszuprobieren und auszutoben. Er liebt es, durch ein klares Design klare Botschaften zu vermitteln. Er liebt es, strategisch zu denken und damit Dinge voranzutreiben. Und er liebt es, herauszufinden, wie Strukturen auf Menschen wirken. So vielfältig seine Leidenschaften sind, so vielfältig sind auch seine Engagements bei zahlreichen Projekten und Initiativen.



Billy Contreras´ große Leidenschaft für Musik und Malerei liegt womöglich zum einen an seinen kubanischen Wurzeln väterlicherseits, zum anderen an den künstlerischen Interessen seiner Mutter. Bereits in jungen Jahren hat er gezeichnet und gemalt, zugleich den Drang verspürt, sich musikalisch auszudrücken: „Ich kann mich noch erinnern, dass ich als kleines Kind ein Keyboard hatte, doch anstatt Melodien nachzuspielen, habe ich versucht, eigene Melodien zu entwickeln.“ In seiner Jugendzeit widmete er sich dem Klavierspiel und setzte sich mit Harmonielehre und Werkanalyse auseinander, „denn für mich war klar, dass mich die reine Wiedergabe von bereits geschriebenen Klavierstücken nicht zufrieden stellen würde, sondern nur das Komponieren von eigenen Stücken.“


Mehr dem Wunsch seiner Eltern als seinem eigenen folgend, machte Billy Contreras parallel zur künstlerischen Entwicklung sein Abitur auf einem Wirtschaftsgymnasium. Schmunzelnd muss er einräumen: „Durch diese Zeit habe ich mich mehr oder weniger durchgequält – das war echt ein Brett!“ Als die Studienwahl immer näher rückte, standen Studiengänge wie Architektur und Design im Raum, doch die Unsicherheit war zu groß – also entschied sich Contreras für ein BWL-Studium an der Hochschule Pforzheim.


Direkt nach Studienbeginn engagierte sich Contreras bei der studentischen Agentur werbeliebe e.V., die Werbekampagnen und Kommunikationsstrategien für externe Auftraggeber erarbeitet, jährlich einen Markenkongress organisiert und die Zeitschrift „Marketing Digest“ herausgibt. „Besonders die Arbeit an Konzepten hat mich gereizt, weil sich damit – ähnlich wie bei der Musik oder in der Malerei – unmittelbare Wirkungen beim Rezipienten erzielen lassen“, bemerkt Contreras. Dort arbeitete er nicht nur an Kampagnen und Strategien für Unternehmen, sondern auch für Projekte mit einem hohen Gesellschaftsbezug – so etwa für die Robert Bosch Stiftung, um ältere Menschen für ehrenamtliche Tätigkeiten zu motivieren, oder für die Junge Helden e.V., um über die Bedeutung von Organspende aufzuklären. Zugleich versuchte er, möglichst viel Zeit im Umfeld der Fakultät für Gestaltung zu verbringen und sich intensiv mit Themen rund um Design und Philosophie zu befassen. Letztlich aber war das BWL-Studium nicht das Richtige!


Während seines Studiums in Pforzheim wurde er auf die ZU aufmerksam. Also hat er sich ein Bild von der Universität gemacht, sich beworben und ein CCM-Studium begonnen. „Dabei habe ich einen Ort kennengelernt, der viel Freiraum bietet, um sich mit sich selbst, aber auch mit gesellschaftlich relevanten Themen vertieft auseinanderzusetzen“, erzählt Contreras. „Also genau das, was ich immer gesucht habe.“ Und tatsächlich habe er hier einen Ort gefunden, an dem man sich in gleichem Maße mit wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Themen beschäftigen kann. „Aber auch einen Ort, an dem man gemeinsam mit inspirierenden Menschen Ideen entwickeln und verwirklichen kann“, ergänzt Contreras.


Eine ähnliche Sogwirkung wie der Raum zum freien Denken übte auf Billy Contreras die vielfältige studentische Initiativenlandschaft aus. Dort brachte er zunächst seine Design- und Marketingkenntnisse ein: So hat für zahlreiche studentische Initiativen und Projekte Logos, Plakate und Flyer entworfen sowie Kampagnen und Strategien konzipiert.


Bei seinen weiteren Engagements wurde es ihm zunehmend wichtiger, neue (Begegnungs-)Räume zu schaffen, in denen Menschen sich geborgen und wohlfühlt. So gründete er mit mehreren Kommilitonen das Wohn- und Kulturprojekt Blaue Blume e.V., in der Menschen zusammenleben und durch kulturelle Veranstaltungen wie Lesungen oder Konzerte Vernetzungen ermöglichen. Mit dem Ziel, durch einen offenen Dialog mit den Menschen vor Ort Vorurteile abzubauen, Ängste zu hinterfragen und das Miteinander zu fördern, gründete Contreras mit anderen ZUlern außerdem die Initiative „Frühlingserwachen“. Mit dem Häfler Bürgerfest und dem Frühstücksbus sind inzwischen zwei städtische Begegnungsplattformen fest etabliert worden. „Grundsätzlich geht es darum, Zufallsbegegnungen zu schaffen, bei denen Menschen bei einem Kaffee oder einer Brezen ins Gespräch kommen, die sonst nicht miteinander reden würden“, erklärt Contreras. Um Strukturen zu schaffen, die die Arbeit erleichtern, kam es zuletzt zur Vereinsgründung – seither ist Billy Contreras als Sprecher und Ansprechpartner im Einsatz.


Zusätzlich hat der Verein in diesem Semester eine Lehrveranstaltung an der ZU initiiert, die aus soziologischer, politischer und volkswirtschaftlicher Perspektive auf Themen wie Ungleichheit und Ausgrenzung blickt. „Dadurch erhoffen wir uns neue Impulse, die direkt in das Konzept von ,Frühlingserwachen‘ einfließen“, erwähnt Contreras. Auch auf der städtischen Ebene ist Billy Contreras aktiv: So ist er Mitgründer und einer der Sprecher des „Bündnisses für Vielfalt“ in Friedrichshafen, ein Zusammenschluss von lokalen zivilgesellschaftlichen Akteuren, die eine gemeinsame Haltung – für mehr Vielfalt und mehr Toleranz – vertreten und diese sichtbar nach außen tragen.


Als wäre das nicht schon genug, so hat Billy Contreras zudem die studentische Initiative „P[art]y“ mitgegründet. Dort werden Künstler und Start-ups zusammengebracht, die in einer gemeinsamen Ausstellung Werke und Ideen zu einem bestimmten Thema zeigen und sich bei einer anschließenden Party über Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten von Arbeitsprozessen und Produktionsweisen austauschen können. Was ihn dabei besonders reizt, das ist die Verbindung von Ästhetik und Ökonomie, die auch in seiner nun anstehenden Bachelorarbeit eine nicht unbedeutende Rolle spielt: Darin beschäftigt er sich mit Theorien wie dem Ästhetischen des Kapitalismus, dem ästhetischen Denken und der Ökonomie der Aufmerksamkeit und wendet diese ganz konkret an. „Es ist sozusagen eine Weiterführung meiner Initiativenarbeit bei P[art]y“, erläutert Contreras. „Denn erneut stehen einerseits Künstlerkollektive und andererseits Start-ups und deren Arbeit im Fokus – allerdings erweitert um die Frage, wie deren Wertschöpfung mit ästhetischen Begriffen bewertet werden kann.“


Musik und Malerei hat er bei alledem nie aus dem Blick verloren. Billy Contreras wirkte bei einem Benefizkonzert für die Blaue Blume e.V. mit, spielte Solokonzerte und präsentierte eigene Gemälde und Zeichnungen im Rahmen von Einzel- oder Gruppenausstellungen. Darüber hinaus improvisiert er am Klavier und komponiert und möchte dadurch neue Klangwelten zu erschaffen. Deshalb möchte er unbedingt nach dem Bachelor Komposition studieren, verrät Contreras. Übrigens, wer seinen Kompositionen begegnen möchte, kann dies jederzeit tun: auf seinem eigenen YouTube-Kanal.