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01.11.2015

Max Benatar

Max Benatar ist ein Mensch, der sich für alles brennend interessiert, was mit Natur und dabei vor allem mit Tieren zu tun hat. Nach der Schule folgte ein Gastspiel an der Georg-August-Universität Göttingen, wo er Agrarwissenschaften studierte. Unzufrieden mit dem Studium, entschied er sich dann für den CCM-Studiengang an der ZU. Hier entdeckte er die Möglichkeit, in schriftlichen Arbeiten seine Leidenschaft mit dem Studieninhalt zu kombinieren. Und während eines Aufenthaltes an der University of Tasmania und einem Praktikum im Durrell Wildlife Conservation Trust auf der britischen Insel Jersey verfestigte sich sein Wunsch, später einmal selbst einen Zoologischen Garten zu leiten.


Angefangen hat alles auf einem Gutshof, auf dem Max Benatar mit seinen Geschwistern aufgewachsen ist. „Dabei hatten wir so ziemlich alles, was kreucht und fleucht“, blickt Benatar zurück. In der Tiersammlung der Familie tummelten sich die verschiedensten Geschöpfe: von tropischen Fischen und Schildkröten über Tauben und Enten bis hin zu Streifenhörnchen und sogar einem Opossum. „So glichen unsere Kinderzimmer mehr einem Zoo und unser Garten einem Tierfriedhof“, resümiert Benatar. Auch sein Vater hat ein besonderes Verhältnis zur Natur, was sich besonders bei Familienausflügen ins Freie bemerkbar machte. „Denn es ging stets darum, Tiere zu beobachten, Pflanzen zu bestimmen und die Vorgänge in der Natur zu verstehen“, erläutert Benatar. Darüber hinaus hat er früh versucht, durch die Lektüre von Büchern sein Wissen auf dem Gebiet der Biologie zu erweitern. „Dabei habe ich zunehmend gemerkt, dass mich Themen wie Zoologie und Tierverhalten besonders interessieren“, sagt Benatar.


Kaum verwunderlich, dass ihn sein erstes Praktikum in ein Naturhistorisches Museum führte. „Dort habe ich mehr als interessante Einblicke in die Lebendtierabteilung, in die Museumspädagogik und in die Taxidermie gewonnen“, erzählt Benatar. Und wie konnte es anders sein, als dass er in der Oberstufe als Leistungskurs Biologie wählte. Doch selbst das rettete seine Abiturnote nicht. Es folgte eine Auszeit. Da sein Vater aus den USA stammt und Max Benatar damit die doppelte Staatsbürgerschaft innehat, stand das Ziel schnell fest. Vier Monate durchquerte er mit 80 Dollar in der Tasche und mit dem Daumen in der Luft nordamerikanische Ort- und Landschaften.


„Während meiner Reise durch die USA und Kanada blieb mir reichlich Zeit zum Nachdenken, immer mehr verfestigte sich dabei der Gedanke, dass Entwicklungshilfe im Bereich Landwirtschaft das Richtige sein könnte“, erzählt Benatar. Nach seiner Rückkehr folgte daher zunächst ein weiteres Praktikum, diesmal auf dem Hof Ziegenland im schleswig-holsteinischen Jübek.


Nach dem Praktikum nahm er ein Bachelorstudium in Agrarwissenschaften an der Georg-August-Universität Göttingen auf. Doch nach drei Semestern und vielen Gesprächen stellte sich heraus, „dass ein Studium an einer Massenuniversität und das damit verbundene Studienkonzept überhaupt nichts für mich ist und Entwicklungshilfe voller Desillusionen steckt.“


Eine Berufsberatung und zwei Erfahrungsberichte von ZU-Studierenden später keimte in Max Benatar der Gedanke an ein Studium in Friedrichshafen auf. „Meine Freunde erzählten mir von den kleinen Seminargruppen, den spannenden Diskussionen und der intensiven Auseinandersetzung mit der Materie“, erinnert sich Benatar. „Das war genau das Umfeld, das ich zuvor vermisst und dann gesucht habe.“ Er entschied sich schließlich für den CCM-Bachelorstudiengang. Was ihn an der ZU begeistert, ist nicht nur der deutlich offenere Umgang mit Kommilitonen wie Dozenten, sondern vor allem „das offen angelegte Studium an der ZU, das heißt die freie Möglichkeit, seine Studienschwerpunkte nach seinem Interesse auszurichten.“ Von dieser Möglichkeit hat er konsequent Gebrauch gemacht, kombinierte seine Leidenschaft für Zoologie und Verhaltensbiologie mit dem angebotenen Studieninhalt: „So habe ich beispielsweise in einem kunstgeschichtlichen Modul eine Hausarbeit über die Ästhetisierung des Animalischen geschrieben oder mich in einem Seminar über interkulturelle Kommunikation mit dem Umgang des Menschen mit dem Tier befasst.“


Im vergangenen Semester führte das gar dazu, dass er seine Bachelorarbeit von einem Kultur- und Sozialanthropologen betreuen und begutachten ließ. Darin untersuchte er anhand eines Kriterienkataloges, inwieweit das Konzept des Zoologischen Gartens noch dem Zeitgeist entspricht. „Dabei bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass es zwar zum einen für ein Individuum unzumutbar ist, in Gefangenschaft gehalten zu werden, weil es daran gehindert wird, sich frei zu entfalten. Zum anderen überwiegt aber der Vorteil für das Kollektiv, wenn die Haltung dem Arterhalt und der Wiederansiedlung dient“, fasst Benatar zusammen. „Denn diese sind meines Erachtens die einzigen moralisch legitimen Argumente, einen Tierpark zu unterhalten.“


Auf das Thema seiner Bachelorarbeit stieß Max Benatar während seines Auslandssemesters an der University of Tasmania im australischen Hobart, wo er unter anderem einen Kurs mit dem Titel „The Sociology of Nature“ belegte. Weitere Berührungspunkte ergaben sich bei einem zweimonatigen Praktikum beim Durrell Wildlife Conservation Trust auf der britischen Insel Jersey, einer Stiftung, die sich den Schutz und Erhalt vom Aussterben bedrohter Tierarten angenommen hat. „Das Konzept sieht vor, gefährdete Tierarten einzufangen, die Populationen auf ein gesundes Maß zu züchten und dann wieder auszuwildern“, erklärt Benatar. „So konnte ich während meines Aufenthalts bei einem Wiederansiedlungsprojekt für Alpenkrähen mitwirken.“


Auf die Frage nach seinem Berufswunsch antwortet Max Benatar so: „Ich könnte mir gut vorstellen, in nicht allzu ferner Zukunft selbst einen Zoologischen Garten leiten.“ Um weitere Qualifikationen auf dem Weg zum Zoodirektor zu erwerben, hat er sich vorgenommen, drei verschiedene Praktika an drei unterschiedlichen Stationen zu absolvieren. Dabei führte ihn bereits sein erstes Praktikum für drei Monate zur 65. Lindauer Nobelpreisträgertagung, wo er in der Kommunikationsabteilung gearbeitet und die Tagung vor- und nachbereitet hat. „Mein absolutes Highlight war die Begegnung mit dem indischen Friedensnobelpreisträger Kailash Satyarthi“, berichtet Benatar. „Überhaupt war es ein großartiges Erlebnis, eine solche Veranstaltung aktiv mitzugestalten.“ Seine nächsten Stationen stehen auch schon fest: Zunächst geht es nach London zu einem weltbekannten Schuhmacher, um weitere Einblicke im Bereich Marketing zu gewinnen, bevor er dann hinter die Kulissen einer kaufmännischen Leitung eines Zoos blickt. Helfen soll ihm darüber hinaus ein daran anschließendes Masterstudium im Bereich Management oder Anthrozoologie.


Doch egal, wo es ihn zukünftig hinverschlägt, Max Benatar wird neben der ZU besonders die Bodensee-Region mit ihrer vielfältigen Natur vermissen, „denn dieses kleine Fleckchen Erde ist mir inzwischen sehr ans Herz gewachsen.“