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01.08.2010

Eva Becker

Als Peer Steinbrück im Jahr 2008 beim Galadinner der ZU von der zunehmenden Politikverdrossenheit junger Menschen sprach, wollte Eva Becker, Master-Studierende der Politik- und Verwaltungswissenschaften, seine These nicht einfach akzeptieren. Sie schlug gemeinsam mit zwei Kommilitonen dem damaligen Bundesfinanzminister ein Forschungsprojekt vor. Steinbrück zeigte sich sofort interessiert - die Studierenden gründeten „zu|gänglich“ und präsentierten das Projekt schließlich dem Finanzminister im Willy-Brandt-Haus in Berlin. Für die Heppenheimerin Eva Becker war dies eine besondere Erfahrung. Mit ihren Kommilitonen entwickelte sie die Vision „Stell dir vor, es ist Demokratie und jeder macht mit“ und untersuchte unter Leitung von ZU-Juniorprofessor Dr. Markus Rhomberg Strukturen, Kommunikation und Marken in der Politik. Aus der spontanen Anfangsidee wurde ein umfangreiches Forschungsprojekt, zu dem im Frühjahr 2010 ein Symposium mit Wissenschaftlern, Politikern, Bürgern und Studierenden stattfand. „Das war der erste Workshop, den ich moderiert habe, und ich hoffe, es war nicht der letzte“, sagt Eva Becker rückblickend.


Im Bachelor hat Eva Becker die Fächer PR/Kommunikationsmanagement, Philosophie und Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaften in Leipzig studiert. Im ersten Semester stellte sie fest, dass Lobbying und politische Kommunikation für sie „besonders spannend“ sind. Es folgten Praktika beim Verband der Chemischen Industrie in Brüssel, im Bundespresseamt und im Amt des Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages. Bei der Public-Affairs-Agentur Pleon in Berlin war Eva Becker lange studentische Mitarbeiterin.


Das Masterstudium „Public Management and Governance“ an der ZU war für sie ohne Alternative. „Ich wollte sehr gerne an der ZU studieren, weil mich diese Universität überzeugt hatte. Gleichzeitig hatte ich aber keine Wahl, denn es gibt wenige Universitäten, die es sich trauen, Studenten nicht-konsekutiv studieren zu lassen.“ So begann Eva Becker mit dem Master in Politik- und Verwaltungswissenschaften ein bisschen von vorne. Mit der ZU teilt sie neben der Freude an Wissenschaft die Interdisziplinarität.


Die ZU liegt Eva Becker am Herzen. In ihr letztes Semester in Friedrichshafen ist die Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes mit der Moderation eines „Friedrichshafener Bildungsgespräches“ gestartet. Mit dem ehemaligen Präsidenten der Hochschulrektorenkonferenz Prof. Dr. Klaus Landfried und ihrer Kommilitonin Caroline Kerssenfischer diskutierte sie zum Thema Bildung und Qualität von Bildung. Fragen der Evaluierung und Qualität an der ZU wurden dabei durchaus kritisch diskutiert. „An meinem Auswahlgespräch sollte ich ein Essay schreiben zum Thema ,Was passiert, wenn man diese Universität kritisiert?‘ – und kritisch zu hinterfragen ist wichtig für diese Uni und ihre Studenten.“


In den letzten Monaten hat Eva Becker in der ZU und den ehrwürdigen Räumen der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt a.M. ihre Masterarbeit geschrieben. Sie beschäftigt sich darin mit dem Thema „Politische Organisationen in der Wissensgesellschaft“ und fragt: „Wie gehen Parteien, Gewerkschaften und NGOs mit Nichtwissen und Ungewissheit um?“ Mit Vertretern aller drei Organisationstypen hat Eva Becker hierfür Interviews geführt, und die Luhmannsche Quälfrage nach dem Umgang mit Nichtwissen gestellt. „Das war eine wissenschaftliche Herausforderung, denn wer kann schon aus dem Stand über Nichtwissen sprechen? Die Masterarbeit war mein liebstes Projekt an der ZU“, sagt die Studierende.


Und wie geht es weiter? Wieder interdisziplinär. „Nach meinem Studium an der ZU stehe ich wirklich zwischen Politik, Wirtschaft, und – in meinem Fall – Kommunikation. Ich wünsche mir, dass sich dies in meiner Arbeit widerspiegelt.“ Promovieren möchte sie ebenfalls – eines Tages. „Ich werde der ZU auf jeden Fall verbunden bleiben. Es gibt ja das gängige Klischee Über Privatunis und deren Studenten, das sich aber an der ZU zum Glück nur sehr selten bestätigt. Die ZU ist für mich die private Uni, die man trotzdem wählt.“