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Märkte & Gesellschaft

Inhalte
Hier geht es um das Verhältnis von Wirtschaft und Gesellschaft. In welchem Umfang ist unsere Gesellschaft eigentlich von Markt oder Märkten bestimmt? Mit welchen typischen Folgen? Und umgekehrt: Wie konstituierte sich der Markt in der Gesellschaft? Sind „Marktgesellschaften“ immer kapitalistische? Es geht somit auch um die Frage, warum selbst in modernen Gesellschaften nicht alles marktförmig organisiert wird und warum es zunehmend (wieder) soziale Bewegungen gibt, welche die Räume bestimmter Interaktion nicht marktförmig bewahren oder ausweiten wollen. Ferner, welche Koordinationsformen Gesellschaften sonst noch haben und welche Rolle Märkte in anderen Gesellschaftsformen haben (könnten).
Ein weiteres Thema ist die in der Pluralform des Begriffs Markt steckende Annahme: Märkte sind verschieden, weil sie keinem naturgesetzlichem Mechanismus gehorchen. Sie sind stets sozial verfasst und eingebettet, d.h. geregelt und „gebändigt“ von sozialen- und Rechtsnormen. Gesellschaften regeln ihre Märkte und ihre Gemeingüter unterschiedlich; ja überhaupt den gesellschaftlichen Raum und das Ausmaß, in dem sie die Koordination gesellschaftlicher Aktivitäten dem Marktmechanismus überlassen wollen. Dies kann man nur als Koevolution verstehen: Wie eine Gesellschaft das regelt, hat Folgen für sie, formt sie um. Wie sie es regelt, hängt aber auch von ihrer Geschichte und Kultur ab, von ihren impliziten und kodifizierten Normen, den Eigentums- und Machtverhältnissen, die sie aus ihrer Geschichte „mitbringen“.


Qualifikationsziele
Das Modul soll es ermöglichen, Einblicke in dynamische Zusammenhänge (Koevolution) von Wirtschaft und Gesellschaft zu entwickeln und dabei unterschiedliche theoretische und paradigmatische Denkformen kennen und kritisch vergleichen zu lernen. Auch hier nicht mit enzyklopädischem Anspruch, sondern exemplarisch. Sie soll ferner eine Möglichkeit bieten, sich mit einem „Unbehagen in der Moderne“ zu befassen, welches insbesondere mit einer „Kommodifizierung der Gesellschaft“ zu tun hat, also einer Tendenz zur Verwandlung potentiell aller gesellschaftlichen Güter in Waren.