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Arbeit & Gesellschaft

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„Lassen Sie Ihr Geld für sich arbeiten“: Dieser Satz aus dem Marketing-Sprech der Finanzindustrie verweist auf eine Illusion, die als Option nicht einmal Besitzern großer Vermögen gegeben ist. Selbst sie, die von Zinsen oder sonstigen Revenues leben könnten, vertrauen die Arbeit des Rendite-Erwirtschaftens arbeitenden Menschen an, in diesem Fall solchen aus der Finanzwirtschaft. Wer muss arbeiten und welche Rolle spielt Arbeit in der modernen Gesellschaft? Eine andere als in früheren Zeiten? Die Quelle aller ökonomischen Werte, des gesellschaftlichen Reichtums, ist die Arbeit. Vermögen wird erarbeitet, auch wenn es sich meist nicht bei den Arbeitenden akkumuliert. Das zumindest lehrten Adam Smith und David Ricardo – und nach ihnen Generationen weiterer Ökonomen. Bis heute ist das eine relevante Stimme im Konzert der ökonomischen Schulen. Allerdings dominiert die paradigmatische Gegenposition dazu: die subjektive Werttheorie der neoklassischen Ökonomik. Wie kann man mit diesen beiden Theorien den Wert alltäglich genutzter Produkte erklären? Wie jenen künstlerischer Werke? Kann eine der Wertlehren alles erklären?
Kann oder soll man sie kombinieren? Welchen Einfluss haben diese Lehren auf die Wahrnehmung, Bewertung und Gestaltung von Arbeit? Wie entwickelt sich Arbeit im Kontext aktueller Modernisierungsprozesse (Internationalisierung, Automation, Digitalisierung, Tertiarisierung, Subjektivierung, Prekarisierung, Entgrenzung, Verbetrieblichung, Arbeitsmarktsegmentation, etc.)? Wie ändern sich die Ansprüche der Arbeitenden an die Arbeit (u. a.: „Generation Y“)? Passt das zusammen? Was, wenn nicht? Welche alternativen Vorstellungen zur Zukunft der Arbeit gibt es – z.B. das bedingungslose Grundeinkommen? Das Modul bietet Theorien und Befunde dazu aus verschiedenen Sozialwissenschaften (v. a. Soziologie, Ökonomik), die dazu befähigen sollen, Fragen zu stellen: an die Verhältnisse, die Wissenschaft und an die eigenen Vorstellungen von ‚guter Arbeit’. Sie bietet dabei auch Gelegenheit, weiterreichende Grundfragen der „Arbeitsgesellschaft“ zu diskutieren: Gerechtigkeit, das Verhältnis von Arbeit und Leben, Sinn und Zukunft der Arbeit.


Qualifikationsziele
Die Studierenden
| lernen die Bedeutung von Arbeit für moderne Gesellschaften;
| erhalten Einblick in konkurrierende Theorien zum Verhältnis von Arbeit und Gesellschaft und diskutieren alternative Entwürfe zur Zukunft gesellschaftlicher Arbeit;
| lernen, das „Format“ wirtschafts-, arbeits-, sozialpolitischer Regulierungen, Forderungen und Programme zu verstehen und kritisch zu beurteilen;
| erhalten auf dieser Grundlage Gelegenheit, ihre eigenen Vorstellungen zur Arbeit, zu ihren normativen Ideen, Idealen, Wünschen und Realisierungschancen zu reflektieren.