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31.07.2019

ReProNa Abschlusskonferenz | Juli 2019 | Gästehaus der Goethe-Universität

Projektarbeit: Zwischen Grenzerfahrung und Potentialentwicklung Projektarbeit und Projektmanagement sind Arbeits- und die Führungsformen der Zukunft. Dies gilt besonders für wissens- und dienstleistungsintensive Branchen. Doch geht Projektarbeit mit besonderen Bedingungen einher: hochgradig vernetzte und kurzzyklische Entwicklungsprozesse, hybride Teamkonstellationen, fragmentierte Interaktions-, Verständigungs- und Aushandlungsmuster, komplexe Entscheidungs-, Weisungs- und Koordinationsbeziehungen u.v.m. Vor diesem Hintergrund treten spezifische Belastungskonstellationen zutage - eine brisante Gemengelage aus Leistungsdruck, Improvisation und Selbstregulation, der mit traditionellen Maßnahmen präventiver Arbeitsgestaltung kaum beizukommen ist. Gleichwohl bleibt betriebliche Gesundheitspolitik zumeist auf verhaltsorientierte Intervention gerichtet. Die Problemlösung wird damit einseitig den Beschäftigten auferlegt. Doch wo psychosoziale Belastungs- und Erschöpfungssymptome zur Normalität werden, ist es umso dringlicher, nicht nur die Symptome, sondern die darunterliegenden Ursachen in den Blick zu nehmen. Kompetenzen zur salutogenen Arbeits- und Organisationsgestaltung entwickeln Hier setzt das Forschungsprojekt "ReProNa - Reflexives Projektmanagement für nachhaltige Innovationsarbeit" an. Es zielt darauf ab, "Managementsysteme" zu entwickeln, die selbst salutogene Arbeits- und Organisationsbedingungen hervorbringen - und zwar unter sich wandelnden Kontextbedingungen immer wieder neu. Hierfür müssen Strukturen und Prozesse in der Projekarbeit neu entworfen werden. Prävention liegt dann nicht primär in der Definition salutogenetischer Bedingungen, sondern in der Kompetenz, diese kontextuell angemessen zu gestalten. Hierfür werden projektspezifische Belastungen analysiert, personale und organisationale Kompetenzen für ihre Bewältigung erfasst und Instrumente zur Evaluation der Nachhaltigkeit betrieblicher Arbeitsorganisation entwickelt. Eine Unternehmensbefragung in wissensintensiven, innovationsrelevanten Branchen der Privatwirtschaft liefert Daten zur Verbreitung belastungssensibler Formen des Projektmanagements. Empirische Fallstudien geben Antwort auf die Frage, wie personale Kompetenzen zur Bewältigung unterschiedlicher Balastungsformen mit institutionellen und kulturellen Bedingungen in Unternehmen interagieren und welche Konsequenzen für die nachhaltige Organisation projektförmiger Arbeit zu ziehen sind. Reflexives Potentialentwicklungssystem für Projektmanagement Ein verbundeigener Ansatz zur Nachhaltigkeitsanalyse (1) wird in ein auf Web 2.0-Technologie basierendes Nachhaltigkeitscontrolling umgesetzt und unmittelbar nach Projektende durch das Team der Zeppelin Universiät und die Rolls-Royce Power Systems AG zur Marktreife gebracht. Der Verbundkoordinator erarbeitet ferner ein evaluierungsbezogenes Modell reflexiven Projektmanagements (2), das in mittelfristiger Perspektive auf Projektmanagementprozesse der Umsetzungspartner angewendet und an die betriebsspezifischen Bedingungen vor Ort adaptiert wird. Zu den längerfristig angelegten Verwertungsperspektiven zählt u.a. ein empirisch fundiertes Führungskräftebeurteilungs- und Auswahltool (3), welches salutogene Kompetenzen operationalisiert und den Transfereinrichtungen nach Projektabschluss zur Verfügung gestellt wird. Die empirischen Forschungsergebnisse werden modellhaft als "good practices" bzw. als "failure cases" betriebsgrößen-bezogen aufbereitet (4), sodass sie insbesondere von KMUs genutzt werden können. Das COGITO-Institut erarbeitet Methoden und Workshop-Konzepte (5), mit denen in Multiplikatoren-Seminaren der Transferpartner die Anwendung der im Projekt entwickelten Instrumente erlernen kann. Adressaten sind u.a. betriebliche Gesundheitsexperten, Personalverantwortliche und Betriebsräte. Die Praxispartner Rolls-Royce Power Systems AG und Balluff GmbH werden langfristig als Leuchtturm für eine gesundheitsförderliche Arbeits- und Organisationsgestaltung fungieren und die entwickelten Tools auf andere Standorte übertragen. Alle im Forschungsverbund entwickelten Verfahren - Nachhaltigkeitsanalytik, Projektevaluierung, Führungskräftebewertung und Workshop-Konzepte - werden zu einem marktfähigen modularen Entwicklungssystem integriert.

Projektleitung

Moldaschl, Manfred Prof Dr Dr
Direktor European Center for Sustainability Research | ECS
Lehrstuhl für Sozioökonomik
Tel:+49 7541 6009-2521
Fax:+49 7541 6009-3009
Raum:FAB 3 | 2.37
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Projektbearbeitung

Hallensleben, Tobias
Akademischer Mitarbeiter
Lehrstuhl für Sozioökonomik
Raum:FAB 3 | 2.36
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Wörlen, Matthias
Akademischer Mitarbeiter
Lehrstuhl für Sozioökonomik
Tel:+49 7541 6009-2526
Fax:+49 7541 6009-3009
Raum:FAB 3 | 2.36
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