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Lehrstuhl für Medientheorie & Kulturgeschichte

Aktuelles

27.04.2018, 19-22 Uhr | Free Lunch Society. Ein Film von Christian Tod (2017) und Gespräch mit Joachim Landkammer, Maren Lehmann und Gloria Meynen, moderiert von Josef Stiegler, Studio 17, Friedrichshafen.

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Das bedingungslose Grundeinkommen wird in diesen Tagen wieder als Alternative zu Hartz IV diskutiert. Geld für das Versprechen auf Arbeit oder Geld für Faulheit und Nichtstun? Die Diskussionen treffen auf eine Arbeitswelt, die Faulheit und Freizeit unter den Schlagwörtern Gamification, Emotional Design und Storytelling zunehmend integriert und als wertvolle Ressourcen entdeckt. Spielwelten und Fitnesslandschaften prägen die neuen Büroarchitekturen. Spiel, Sport und Spaß fördern die Innovationslust, Ablenkung und Faulheit den Profit. So versprechen es zumindest die Ratgeber. Home Office, Desk Sharing und gleitende Arbeitszeiten erfinden den modernen Büronomaden, der dank Email, VPN und Smartphone das Firmenzelt selbst auf der kleinsten Handfläche aufschlagen kann. Die Freizeit außerhalb des Büros wird dagegen in Apps und sozialen Medien zunehmend vermessen. Sie wird getrackt und evaluiert in den Wirtschaftskreislauf wieder eingespeist. Das Leben wird zur Arbeit: Mit den Clicks, Likes und Scores der Wearables bewerben wir uns lebenslang auf Spiel und Spaß. Das Unternehmen mutiert dagegen in den modernen Arbeitswelten zum Leben. Ist also Faulheit = Arbeit? Und Arbeit = Faulheit? Und wie verhält sich das bedingungslose Grundeinkommen dazu?

06.04.2018, 10.30 Uhr | Vortrag im Forum "Digitalisierung und digitale Kulturen" der Gesellschaft für Medienwissenschaft am Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft der Universität Leipzig

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Ein Workshop von Marcus Burkhardt und der Gesellschaft für Medienwissenschaften

Profil

Einer der bekanntesten Entwickler der grafischen Benutzeroberflächen bei XeroxParc, der Mathematiker Alan Kay, war ein begeisterter Leser Marshall McLuhans. Die »digitalen Papierformate«, die Vorläufer der Windows, machten das alte, analoge Medium Papier zum Inhalt eines neuen, digitalen Mediums. Sie waren nicht nur Medium und Gegenstand zugleich, sondern haben Medientheorie auch in eine Praxis überführt, die die kulturwissenschaftliche Medienwissenschaft und ihre praxisorientierten Studiengänge auf vielfältige Weise anregen kann.


Der Lehrstuhl für Medientheorie und Kulturgeschichte vertritt in Forschung und Lehre eine kulturwissenschaftlich orientierte Medienwissenschaft. Medientheorie wird weniger als Ort oder Kanon spezifischer Theorien begriffen, sondern vielmehr als formbares Werkzeug, das 

|  historische Medien befragen und beschreiben, 

|  eine gegenwärtige Medienpraxis analysieren und kritisch kommentieren und

| nicht zuletzt im Kontakt mit der Praxis die Diskussion über zukünftige Medien moderieren und gestalten kann.


Entstand die kulturwissenschaftliche Medienwissenschaft zunächst als Antwort auf eine medienvergessene Geisteswissenschaft, Wissenschaftsforschung und Technikgeschichte, muss sie heute nicht selten das Medienapriori ihrer Anfangsjahre relativieren und den Methoden- und Gegenstandsbereich erweitern, etwa die hardwarenahe Betrachtung digitaler Medien durch Begriffe der Sozialität, Übertragung Rückkopplung, Ansteckung und Abweichung ergänzen. Statt einer Historiographie der Urszenen und Einzelmedien fokussiert der Lehrstuhl Medientheorie & Kulturgeschichte darum erstens Medienverbünde, Problemfelder und Wechselwirkungen zwischen Kultur, Technik, Politik, Ökonomie und Gesellschaft und agiert dabei zweitens notwendig interdisziplinär. Kulturgeschichte und Medientheorie werden dabei nicht als zwei autonome Felder begriffen. Aufbauend auf einer Theorie und Geschichte der Kulturtechniken verfolge ich in Forschung und Lehre einen operationalen Ansatz, der Medienkulturen historisch und systematisch kontextualisiert, um auf diese Weise die Narrationen der Medientheorie im Rahmen einer Kulturgeschichte der Medienwissenschaft zu befragen und zur Diskussion zu stellen. Die Aufgabe einer systematisch wie historisch formierten Medientheorie, ist demnach nicht nur die Analyse und Beschreibung spezifischer kultureller, sozialer, politischer Konstellationen, sondern Medien an paradigmatischen Beispielen als Werkzeuge kultureller, sozialer und politischer Erfahrungen, Praktiken und Entscheidungen zu analysieren und ins Spiel zu bringen.


Schwerpunkte in Forschung und Lehre

| Kultur- und Wissensgeschichte der Medientheorie

| Medien- und Kulturgeschichte technischer Bilder

| Narrationen des Wissens

| Kulturtechnik-Forschung

| Theorien der Zukunft

| Bürolandschaften

Heinrich Berghaus, “Karte vom Großen Ozean zur Übersicht der Strömungen und Handelsstraßen”  und Flußdiagramm des Weltmodells von Dennis Meadows in The Limits to Growth, 1972 (Auschnitte).
Meynen, Gloria Prof Dr phil habil
 

Team

Meynen, Gloria Prof Dr phil habil
Tel:+49 7541 6009-1331
Fax:+49 7541 6009-1399
Raum:FAB 3 | 1.49



Schmid, Heiko Dr phil
Tel:+49 7541 6009-1338


Holder, Christine
Assistenz | Lehrstuhl für Public Management & Public Policy
Lehrstuhl für Medientheorie & Kulturgeschichte
Tel:+49 7541 6009-1303
Raum:FAB 3 | 1.52