EnergyCultures

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Die Forschung der EnergyCultures Nachwuchsgruppe beschäftigt sich mit drei zentralen Forschungsthemen: Der wechselseitigen Verknüpfung von Energie mit gesellschaftlicher Ordnung und Kultur (=Energiekulturen), der Suche nach nachhaltigeren Energiekulturen und der Frage, wie ein solcher kultureller Wandel beeinflusst werden kann.

Energiekulturen: Die Verknüpfung von Energie mit gesellschaftlicher Ordnung und Kultur

Moderne industrialisierte Gesellschaften beruhen zu einem großen Teil auf der Verfügbarkeit und dem Einsatz von Energie. Die komplexen Systeme zur Erzeugung von Energie gehören zu den zentralen und wichtigsten Infrastrukturen moderner Gesellschaften. Deren Strukturen und Kulturen beruhen zu einem erheblichen Teil darauf, dass Energie (v.a. in den Bereichen Strom, Wärme, Mobilität) zu jeder Zeit, an fast jedem Ort und für alle Teile der Gesellschaft verfügbar ist. Schließlich ist Energie nicht einfach eine physikalische oder technische Größe, sondern wird stets von Menschen und Organisationen erzeugt, gehandelt, reguliert, verbraucht oder gespart. Die Produktion und der Verbrauch von Energie durchzieht alle Ebenen und Teilbereiche unserer Gesellschaft und steht immer in rekursivem Verhältnis zu sozialem Handeln und Kultur. Diese wechselseitige Verschränkung von Gesellschaft und Energie kann mit dem Begriff der Energiekulturen sichtbar gemacht und analysiert werden.

Kultureller Wandel: Auf der Suche nach nachhaltigeren Energiekulturen

Gerade ihr enormer Hunger nach Energie stellt moderne Gesellschaften vor massive Herausforderungen. Dass die Erwärmung der Erde maßgeblich vom Verbrauch fossiler Energieträger getrieben wird steht heute außer Frage. Unabhängig vom Klimawandel gehen diese Brennstoffe zur Neige oder werden von unsicheren Regimen kontrolliert. Die Kernenergie gilt gerade in Deutschland nicht erst seit der Katastrophe im japanischen Kraftwerk Fukushima Daiichi als unkalkulierbares und teures Risiko.

Deutschland ist nicht das einzige Land, in dem durch eine ‚Energiewende’ die komplette Energieversorgung umgestaltet werden soll und nun die lange und schwierige Suche nach neuen Wegen, Energie herzustellen, zu verteilen, zu speichern, und zu sparen begonnen hat. Auch die Europäische Union hat sich ein dreifaches 20-Prozent-Ziel für das Jahr 2020 gesetzt: 20% weniger Treibhausgase (im Vergleich zu 1990), 20% der Gesamtenergie aus erneuerbaren Energien, 20% Energieeinsparungen durch Effizienzsteigerungen.

Aber: Gerade weil Energie alle Gesellschaftsbereiche durchzieht und weil unsere Kultur so sehr von ihr abhängt, sind alle – von der Politik bis zur alltäglichen Praxis der Bürger, vom Recht bis zum Markt - von einer umfassenden Energietransformation betroffen. Dementsprechend vielfältig sind die Entwicklungspfade, Reaktionen, Erwartungen und Konflikte, die im Laufe eines solchen Transformationsprozesses zu Tage treten. So schließen sich zum Beispiel am einen Ort Bürger zu Genossenschaften zusammen, die mit Hilfe eines Windparks ihre Energieversorgung in die eigene Hand nehmen wollen. An anderer Stelle treffen Windräder auf heftigen Widerstand der Bevölkerung, die diese als Zerstörung der Landschaft wahrnimmt.

Nachhaltigkeitswissen, Wissenschaft und Wissenspolitik oder: (Wie) kann man den Wandel von Energiekulturen beeinflussen?

Jeder Versuch, unter derartigen Bedingungen Wandel zu gestalten, verlangt nach vielfältigem und umfassendem Wissen. Dieses Wissen darf sich aber nicht auf technologische Innovationen oder neue Marktinstrumente beschränken, sondern muss genauso die soziokulturellen Grundlagen der Produktion und Nutzung von Energie in einer Gesellschaft, d.h. ihre Energiekultur, berücksichtigen. Um die wechselseitige Vernetzung von Energie, Gesellschaft und Kultur neu zu gestalten ist somit auch Wissen über Konfliktpotentiale und deren Neuverhandlung sowie die Innovation alternativer Organisationsformen, Praktiken und Deutungsrahmen von zentraler Bedeutung.

Wissenschaft ist diejenige Institution, die für eine Gesellschaft komplexe Situationen durchschaubar und beherrschbarer machen soll. Die Rolle der Wissenschaft im Kontext nachhaltiger Energietransformationen stellt deswegen eine weitere zentrale Thematik in der Arbeit der EnergyCultures Nachwuchsgruppe dar. Darüber hinaus werden auch andere gesellschaftliche Akteure – von Umweltaktivisten bis zu Unternehmen – betrachtet, die eigene Konzepte, Lösungsvorschläge und Deutungsmuster entwickeln. Die Nachwuchsgruppe geht dabei der Frage nach, ob sich im Rahmen der Suche nach nachhaltigeren Energiekulturen auch die gesellschaftliche Rolle der Wissenschaft verändert oder verändern muss.

Energie und Kultur - Wie geht das zusammen?

Nachwuchsgruppenleiter

Pfister, Thomas
Pfister, Thomas Dr
DLR Projektträger
BMBF

Leiter der Nachwuchsgruppe

Pfister, Thomas
Pfister, Thomas Dr
Leiter Nachwuchsgruppe
Tel:+49 7541 6009-1348
Fax:+49 7541 6009-1399
Raum:FAB 3 | 1.21

Team

Gauss, Janet
Gauss, Janet
Assistenz Verbundkoordination Anti-Effizienzlogiken (AnEffLo)
Tel:+49 7541 6009-2234
Fax:+49 7541 6009-1199
Raum:FAB 3 | 1.31
Schweighofer, Martin
Schweighofer, Martin Mag
Akademischer Mitarbeiter
Tel:+49 7541 6009-1347
Fax:+49 7541 6009-1399
Raum:Semi 1.31
Zeit, um zu entscheiden

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