Lehrstuhl für Wirtschaftspsychologie & Führungsethik

Informationen für Studierende

Liebe Studierende, wir freuen uns über Ihr Interesse an den Themen unseres Lehrstuhls und bieten vielfältige Möglichkeiten an, in unserem Team mitzuarbeiten. Insbesondere begrüßen wir Bewerbungen für Humboldt- und Elinor-Ostrom-Projekte. Gerne betreuen wir auch in jedem Semester eine begrenzte Anzahl an Bachelor- und Masterarbeiten. Wir sind zudem immer auf der Suche nach interessierten und engagierten wissenschaftlichen Hilfskräften. Sprechen Sie uns gerne jederzeit an.

Allgemeine Informationen zu studentischen Forschungsarbeiten
(Humboldtprojekt, Elinor-Ostrom-Projekt, Bachelorarbeit, Masterarbeit)

Allgemeine Voraussetzungen

  • Thematisch orientiert sich die studentische Forschungsarbeit an den laufenden Forschungsprojekten des Lehrstuhls (siehe Themenliste unten).
  • Im Studienverlauf (Bachelor/Master) muss mindestens ein inhaltlich relevanter Kurs am Lehrstuhl erfolgreich absolviert worden sein (z.B. Advances in Behavioral Ethics, Behavioral Business Ethics, Psychologie der Entscheidung, Experimentelle Designs).
  • Im Falle einer empirischen Arbeit (nur für Humboldt- und Elinor-Ostrom-Projekte empfohlen) werden statistische Kenntnisse und Erfahrung im Umgang mit Statistik-Programmen (SPSS, R, Stata, etc.) vorausgesetzt.
  • Die Abfassung der Arbeit erfolgt entsprechend den Richtlinien der American Psychological Association (APA).
  • Studentische Forschungsarbeiten können auf Englisch oder Deutsch verfasst werden.


Ablauf Themenfindung

  • Interessensbekundung und Vorschlag eines Themas für Ihre studentische Forschungsarbeit am Lehrstuhl
    (Empfehlung: frühzeitige Interessensbekundung wegen limitierter Betreuungskapazitäten)
  • Gespräch zur Vereinbarung der genauen Forschungsfrage, des theoretischen Ansatzes und des methodischen Vorgehens
    (vor offizieller Anmeldung der Forschungsarbeit)

Themenliste für studentische Forschungsarbeiten

Themenliste zum Download
Themen für Bachelor- und Masterarbeiten (primär theoretische Arbeiten)
Themen für Humboldt- und Elinor-Ostrom-Projekte (empirische Arbeiten möglich)
Themenliste zum Download

Hier finden Sie die vollständige Themenliste für studentische Forschungsarbeiten zum Download:


Themenliste für studentische Forschungsarbeiten (Stand: Februar 2024)

Themen für Bachelor- und Masterarbeiten (primär theoretische Arbeiten)

Behavioral Ethics


a) Eine Behavioral Ethics Analyse von Fallbeispielen

Regelmäßig erreichen uns Nachrichten über neue Skandale und Beispiele von fragwürdigen Geschäfts­praktiken in der Finanz- und Wirtschaftswelt. Firmen zahlen Schmiergelder, fälschen Bilanzen und sind in Betrugsaffären verwickelt (z.B. Enron, Wirecard, VW, Cum-Ex, Libor-Skandal, etc.). Erkenntnisse aus der Behavioral Ethics For­schung tragen dazu bei, besser zu verstehen, warum sich solche fragwürdige Geschäfts­praktiken entwickeln. Es besteht die Möglichkeit, sich einen ausgewählten Fall näher anzuschauen und anhand von (seriösen) Presse­ar­tikeln, Gerichtsprotokollen, etc. zu analysieren, welche psychologischen und situativen Faktoren zur Genese eines Skandals beigetragen haben.


b) Deception & Digitalisierung: Wie verändert sich Ehrlichkeit in einer digitalen Welt?

Die Digitalisierung verändert Organisationen und nimmt auf Führung, Teamarbeit oder Verkäufer-Kunden-Interaktionen Einfluss. Dadurch verändern sich vermutlich auch zwischenmenschliche Beziehungen und Koope­rationen. Ehrlichkeit gilt als wichtiger Baustein für gute Beziehungen und stabile Systeme. Wie verändert sich das Ausmaß von Betrug, Täuschung und Lügen durch die Digitalisierung?

Moral Intelligence und Persönliche Integrität


c) Förderung der persönlichen Integrität: Nutzen von Reflexionsfragen in Konfliktsituationen

Im Berufsleben stehen Führungskräfte und Mitarbeiter:innen oft vor Konfliktsituationen, die ein an Regeln und ethischen Standards ausgerichtetes, «integres» Verhalten auf die Probe stellen. Zum Beispiel könnten falsche Erwartungen von Vorgesetzten oder Teammitgliedern Druck ausüben, Abstriche bei ethischen Standards zu machen. Wie navigiert man durch solche Dilemmata? Viele Unternehmen setzen auf die Strategie, ihren Mitar­beitenden einfache, aber kluge "Reflexionsfragen" als Entscheidungshilfe zu geben, um "richtiges" Entscheiden zu unterstützen. Beispiele von solchen RFs sind: «Würde ich die Person bei dieser Entscheidung mögen, die ich im Spiegel sehe? «Würde die Öffentlichkeit meine Entscheidung gutheissen, wenn sie darüber in der Zeitung liest?» Wichtige Fragen sind u.a.: Welche Theorien und empirischen Befunde untermauern den Nutzen solcher Fragen? Wie beeinflussen solche Fragen das moralische Bewusstsein oder moral disengagement? Fördern sie das Vertrauen in die eigene Entscheidungskompetenz (moral efficacy)?

Gender


d) Gender, Führung und Fehlverhalten in der Wirtschaft

Das Thema Gender und Führung wirft eine Vielzahl interessanter Fragestellungen auf. Eine zentrale Frage dreht sich um den Sachverhalt, warum es so wenige Frauen in der Führungsetage gibt. Dazu existieren zwar viele Er­klärungsansätze, aber neuere Ansätze haben die Idee eingebracht, ob geschlechtsspezifische Unterschiede in ethischen Werthaltungen ebenfalls eine Rolle spielen könnten. Was sagt die empirische Forschung dazu? Und welche Implikationen hätte dies für die Gender-Diskussion? Eine weitere wichtige Frage betrifft die Evidenz da­für, ob Unternehmen mit weiblichen Eigentümern oder Führungskräften eine geringere Anfälligkeit für Korruption und Betrug aufweisen. Inwieweit unterscheiden sich in ihren Führungsstilen und unternehmeri­schen Entscheidungen von ihren männlichen Kollegen? Welche spezifischen Kompetenzen und Denkweisen könnten Frauen möglicherweise in die Führung einbringen?

Themen für Humboldt- und Elinor-Ostrom-Projekte (empirische Arbeiten möglich)

Wertemanagement erfordert nicht nur organisatorische Strukturen, die Werte kultivieren, sondern auch per­sönlich integre Führungskräfte und Mitarbeiter:innen, die Werte "leben". Wir vertreten die Ansicht, dass eine Reihe psychologischer Kompetenzen, motivationale, wahrnehmungsbezogene, entscheidungsbezogene und handlungsbezogene Fähigkeiten (= moral intelligence), erforderlich sind, um persönliche Integrität zu verwirkli­chen.

Förderung der persönlichen Integrität durch Reflexionsfragen


Im Arbeitsalltag sehen sich Berufstätige häufig mit schwierigen Konfliktsituationen konfrontiert, in denen ethische und geschäftliche Interessen aufeinanderprallen. In solchen Momenten besteht die Gefahr, dass schlechte Entscheidungen getroffen werden und die Integrität nicht gewahrt wird. Im Rahmen eines laufenden interdisziplinären Forschungsprojekts (an der Zeppelin Universität und der Universität Zürich) untersuchen wir, ob die Bereitstellung von Reflexionsfragen (siehe auch oben, Punkt I. c) ethisches Entscheiden unterstützen und moral blindness reduzieren kann. Im Rahmen dieses Projekts haben Studierende die Möglichkeit, auch kleinere empirische Arbeiten durchzuführen.


a) Können Reflexionsfragen dazu beitragen, moralische Blindheit zu reduzieren?

Forschung und Praxis zeigen, dass Berufstätige oft "blinde Flecken" haben. Sie übersehen häufig die mit den Tätigkeiten verbunden ethischen Dimensionen. Es wird z.B. übersehen, dass ihre Handlungen anderen schaden oder die Reputation ihres Unternehmens beeinträchtigen könnte. Inwiefern können Reflexionsfragen dazu bei­tragen, blinde Flecken zu reduzieren? Aktivieren verschiedene Reflexionsfragen auch unterschiedliche Mindsets? Z.B. aktiviert eine Spiegel-Frage («Würde ich die Person bei dieser Entscheidung mögen, die ich im Spiegel sehe?) oder eine Zeitungs-Frage («Würde die Öffentlichkeit meine Entscheidung gutheißen, wenn sie darüber in der Zeitung liest?») unterschiedliche Selbst-Aspekte (private vs. public awareness). Reduzieren Re­flexionsfragen den Einsatz von moralischem Rechtfertigen (moral disengagement) und anderen Biases?


b) Unterstützen Reflexionsfragen die Entscheidungskompetenz?

Die Forschung zeigt, dass die Konfrontation kritischen Konfliktsituationen im Berufsalltag mit Verunsicherung, Stress, emotionaler Erschöpfung und Vermeidungsverhalten einhergehen kann. Mitarbeitenden mangelt es oft am Vertrauen und der Zuversicht in die eigene Entscheidungsfähigkeit (moral efficacy), also in die Fähigkeit, auch in schwierigen Situationen zu wissen, was das Richtige wäre zu tun. Können Reflexionsfragen die individu­elle Entscheidungsfähigkeit – eine Kernkompetenz der moralischen Intelligenz – unterstützen? Inwiefern können sie Unsicherheit und Belastung verringern und moral efficacy, das Wohlbefinden oder Happiness för­dern?

Moral Sensitivity


c) Voraussetzungen und Konsequenzen moralischer Sensitivität

Mit moral sensitivity (oder moral awareness) ist eine weitere Schlüsselkompetenz der moralischen Intelligenz gemeint, nämlich ein Sensorium für moralische Werten (wie Fairness, Wertschätzung, Ehrlichkeit, etc.) zu haben. Wir haben in der Vergangenheit ein vignettenbasiertes Instrument entwickelt und getestet, welches misst, in welchem Maße Personen ein Sensorium für moralische Werte und/oder businessbezogene Werte haben. Mit Hilfe dieses Instrumentes lassen sich eine Vielzahl interessanter Fragen zu den Voraussetzungen und Konsequenzen von moral sensitivity näher untersuchen. Um nur einige Beispiele zu nennen: Wie verändert sich moral sensitivity in Abhängigkeit vom Arbeitskontext, der Unternehmensbranche, der Position im Unternehmen oder der Anstellungsdauer? Neigen moralisch sensitive Individuen zu weniger Rationalisierungen, erleben aber mehr Stress und Belastungen im Umgang mit Wertkonflikten?

Zeit, um zu entscheiden

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