Lehrstuhl für Wirtschaftspsychologie & Führungsethik

Forschungsprojekte

DACH-Projekt Richtiges Entscheiden fördern

Dieses Projekt soll den Fokus auf eine ausgewählte Komponente von Moral Intelligence legen: Individuelle Entscheidungsfähigkeit. Im Sommer 2021 erhielten wir die freudige Botschaft, dass unser länderübergreifender (Deutschland & Schweiz) und interdisziplinärer Forschungsantrag (Wirtschaftspsychologie, Ökonomie & Finance) von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Schweizerischen Nationalfonds (SNF) bewilligt wurde (rund 900.000 Euro). Ziel dieses Projektes ist u.a. die Wirkung und Effektivität von verschiedenen Reflexionsfragen zu überprüfen. Darüber hinaus soll ein digitales Lerntool entwickelt werden das Führungskräften und Mitarbeitenden die Möglichkeit geben soll, den Umgang mit einfachen, aber sinnvollen Reflexionsfragen wiederholt zu üben und auf diese Weise Entscheidungsfähigkeit und -sicherheit aufzubauen. Das Projekt startete im Februar 2022.

Ausgewählte Publikationen und Links:

Forschungsprojekt Serious Moral Game

Dieses Projekt verfolgt die Vision, mit Hilfe digitaler Technologien (Serious Game) Führungskräften und Mitarbeitenden die Möglichkeit zum wiederholten Üben und damit zur Förderung von Ethikkompetenzen (Moral Intelligence) zu geben. Im Fokus stand zunächst die Förderung von Moralischer Sensitivität. Moralische Sensitivität ist ein Baustein von Moral Intelligence und meint die Fähigkeit, ein Gespür für moralische Werte und Mitgefühl für andere Menschen zu haben. Während das Spiel weiterhin in der Aus- und Weiterbildung eingesetzt wird und bei den Zielgruppen (wie Führungskräfte, Studierende) auf positives Echo stößt, haben wir in einer umfassenden empirischen Studie die Wirksamkeit des Spiels untersucht und nachgewiesen. Das aktuelle Spiel soll als Grundlage für weitere Entwicklungen dienen (siehe DACH-Projekt).

Moral Courage

Setzen sich Mitarbeitende und Führungskräfte auch in schwierigen Situationen für ethische Werte ein und nehmen dabei negative Konsequenzen für sich selbst in Kauf, so zeugt dies von der Kompetenz Moral Courage. Diese Kompetenz ist ein Baustein von Moral Intelligence und zeigt sich im Arbeitsleben in einer Vielzahl von Situationen. Dazu gehört unter anderem das Eingreifen beim Beobachten von Fehlverhalten, das Nichtbefolgen unethischer Anweisungen und das Zugeben eigener Fehler. Am Lehrstuhl haben wir ein Messinstrument für Moral Courage entwickelt und validiert das die verschiedenen Facetten dieser Kompetenz beleuchtet. Darüber hinaus beschäftigen wir uns mit der Frage, welche individuellen und situativen Faktoren Moral Courage am Arbeitsplatz begünstigen und erschweren.

Corporate Ethical Culture

Ein wichtiger organisationaler Einflussfaktor für (un)ethisches Verhalten am Arbeitsplatz ist die ethische Unternehmenskultur. Sie ist auch besonders wichtig, wenn es um den Erfolg von Compliance und Integrity Ethikprogrammen geht. Um diesen Zusammenhang näher beleuchten zu können wurden in mehreren Studien zwei neue deutschsprachige Instrumente entwickelt und validiert. Die zwei neuen Skalen erlauben die Erfassung von relevanten Indikatoren einer ethischen Unternehmenskultur und der regel- oder wertebasierten Ausrichtung von Ethikprogrammen. Mit Hilfe dieser Instrumente lässt sich z.B. genauer eruieren, ob ein Unternehmen eher auf Compliance- und/oder Integrity-orientierte Strategien setzt, in welcher Weise diese effektiv Fehlverhalten reduzieren oder sogar vielmehr begünstigen und inwiefern die Dimensionen einer ethischen Unternehmenskultur diese Effekte erklären können. Diese Einblicke helfen gezielte Maßnahmen zu entwickeln, um Ethikprogramme effektiver zu gestalten und mithilfe einer ethischen Unternehmenskultur unethisches Verhalten in Unternehmen zu unterbinden und ethisches Verhalten zu fördern.

Ausgewählte Publikationen und Links:

Forschungsprojekt Korruption – Wer ist weniger korrupt?

Korruption ist immer noch ein weit verbreitetes Problem, das sowohl wirtschaftlichen, politischen als auch sozialen Schaden anrichtet. In einer Kooperation zwischen der ESSEC Business School (Frankreich), der European University Viadrina (Deutschland) und unserem Lehrstuhl gingen wir der Frage nach, welche Individuen warum resistenter sind gegenüber Korruption. Ausgangspunkt unserer Zusammenarbeit war die Beobachtung, dass sich Individuen – selbst im gleichen Umfeld – in ihrer Bereitschaft, sich auf korruptes Verhalten einzulassen, sehr unterscheiden. Welche Individuen sind das, die trotz eines korrupten Umfeldes und bestehenden Anreizen zu korruptem Verhalten, dem widerstehen? Ziel einer zweistufigen experimentellen Studie war es, näher zu untersuchen, wie individuelle Werte und Normen mit Bestechung und Bestechlichkeit zusammenhängen. Die Ergebnisse zeigen, dass Individuen, die ein hohes Maß an Moral Commitment zeigen, tatsächlich nicht nur deutlich weniger bestechen, sondern auch resistenter gegenüber Bestechungsversuchen sind, auch wenn ihnen dadurch reale finanzielle Gewinne entgehen.

Ausgewählte Publikationen und Links:

Determinanten von Ehrlichkeit in wirtschaftlichen Entscheidungen

Ein zentrales Thema am Lehrstuhl ist die Beschäftigung mit und die Untersuchung von individuellen und situativen Determinanten von Unehrlichkeit im Wirtschafts- und Finanzkontext (wie Betrügen, Täuschen, Lügen, Bilanzen manipulieren), wobei der Schwerpunkt auf Entscheidungen von Managern und Investoren liegt. Fragen und Diskussionen zu diesem Thema sind angesichts der wiederkehrenden Skandale um Unternehmen oder prominente Personen nach wie vor hoch im Kurs. Im Rahmen interdisziplinärer Kooperationen (Psychologie & Finance) prüften wir anhand experimenteller Studien u.a. die Hypothese, dass zumindest einige Personen sich dem Wert Ehrlichkeit verpflichtet fühlen und daher eher bereit sind, auf monetäre Vorteile zu verzichten. Im Allgemeinen stellen wir fest, dass solche Personen resistenter sind gegenüber situativen Einflüssen (wie finanzielle Anreize, soziale Normen). Wir untersuchen auch die Rolle weiterer situativer Einflüsse auf Ehrlichkeit, wie etwa mentale Erschöpfung oder Zeitdruck.

Forschungsprojekt Big Data in der Versicherungsbranche

Im Zuge der Digitalen Transformation zeigen Versicherungen großes Interesse an Einsatzmöglichkeiten von Big Data inklusive des Zugangs zu personifizierten Daten. Ein Beispiel nahe an der Realität ist die Autoversicherung, die die Installation eines Gerätes beinhaltet, das das Fahrverhalten aufzeichnet. Anhand der generierten Daten kann die Versicherung Zusammenhänge zwischen Fahrverhalten und Unfallrisiko eruieren und den risikoarmen Fahrerinnen und Fahrern eine Reduktion der Versicherungsprämie in Aussicht stellen. Doch es gibt noch andere Einsatzmöglichkeiten von Big Data. Damit einher gehen jedoch auch wichtige ethische, juristische, und soziale Fragen. Im Rahmen eines nationalen Forschungsprogrammes des Schweizerischen Nationalfonds (SNF), untersuchten wir vor dem Hintergrund zweier theoretischer Ansätze (Protected values, Contextual Integrity), wie Versicherungskunden und -kundinnen über den Einsatz von Big Data denken und darauf reagieren. Die Resultate zeigen, dass nicht alle Einsatzmöglichkeiten von Big Data akzeptiert werden (auch wenn finanzielle Vorteile in Aussicht gestellt werden), sondern im Gegenteil Ablehnung auslösen.

Lehrstuhlinhaberin

Tanner, Carmen
Tanner, Carmen Prof Dr
Tel:+49 7541 6009-2271
Fax:+49 7541 6009-1499
Raum:FAB 3 | 1.53

Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen

Stimmler-Caesmann, Diana
Stimmler-Caesmann, Diana MSc
Tel:+49 7541 6009-2274
Raum:FAB 3 | 1.67
Zeit, um zu entscheiden

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