Auf dieser Seite
Fragen?
Ihre Frage:
 

Forschungslandschaft an der ZU

Die Forschungslandschaft der ZU gründet auf seit langem gepflegten Forschungsfeldern und -traditionen. Die bisher ausgebildeten Forschungsschwerpunkte lassen sich zu drei strategischen Forschungskorridoren verdichten, die in den kommenden Jahren als Leitplanken kooperativer Forschung an der ZU dienen:

| Komplexe Freiheit
| Riskante Innovation
| Transformative Kulturproduktion


Diese drei integrativen Themenfelder entspringen fundamentalen gesellschaftlichen Transformationen, die wir als Herausforderungen für Theorie und Praxis verstehen. Einerseits geht es um die Auseinandersetzung mit den Folgen der sich vertiefenden wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Globalisierung und andererseits um eine Befassung mit der digitalen Transformation und exponentiellen Technologien, die alle Lebens- und Alltagsbereiche durchdringen.


Beide Entwicklungen führen zu Herausforderungen einer lokal und global vernetzten Welt, in der die Themen Freiheit, Innovation und Kultur unübersehbar relevant sind und von den Forschern und Forscherinnen der ZU in interdisziplinärer und damit neu fokussierter Weise in der Forschung bearbeitet werden. Es geht dann nicht mehr um Freiheit als allgemeine politische Forderung, sondern um die spezifischen Optionen und Risiken einer komplex verschachtelten Freiheit in einem politischen, ökonomischen und kulturellen Mehrebenen-System. Damit sind einfache Modelle und Lösungen von vornherein ausgeschlossen. Es geht nicht mehr um Innovation als wirtschaftlicher Treiber im Allgemeinen, sondern spezifisch um die mit disruptiven Innovationen zwingend verknüpften Risiken einer lokalen und globalen Zivilisation, wie sie sich beispielhaft im Produktionssektor und im Finanzsystem, sowie insbesondere an systemischen Risiken zeigen. Und es geht nicht mehr um Kultur als Symbol- oder Wertsphäre, sondern um die spezifische Bestimmung von Optionen, Varianten und Herausforderungen der Folgen kulturellen Wandels in einer multipolaren und von kultureller Diversität gekennzeichneten Welt.


Zur Analyse, Erklärung und Gestaltung der damit einhergehenden gesellschaftlichen Dynamiken hat die ZU vier interdisziplinäre Forschungscluster eingerichtet, die in besonderer Weise gefördert werden:


1. Governance globaler Kooperationsnetzwerke (Sprecherin Prof. Dr. Lisbeth Zimmermann)

  • Das Forschungscluster beschäftigt sich mit transnationalen Netzwerken und ihrer Rolle in innovativen Prozessen in Wirtschaft und Politik. Zentrales Ziel ist dabei, die Funktionsweise solche Netzwerke besser zu verstehen.
  • Konkrete Fragestellungen beziehen sich insbesondere auf den Einfluss und die Regulierung transnationaler Netzwerke (epistemische Netzwerke, professionelle Netzwerke, advocacy networks etc.), die Interaktion transnationaler Netzwerke mit intergovernmentalen Organisationen, die Innovationsfähigkeit transnationaler Netzwerke sowie die (demokratische) Legitimität und Rechenschaftspflichtigkeit transnationaler Netzwerke als Mittel globaler Kooperation im Kontext der Sustainable Development Goals (SDG’s).

2. Computational Social Science (Sprecher Prof. Dr. Martin Elff)

  • Das Forschungscluster beschäftigt sich mit der grundlegenden Frage, ob und wie sich die durch die Digitalisierung von Wirtschaft und Alltag zunehmend anfallenden Verhaltensspuren nutzen lassen, um ökonomisches und soziales Verhalten zu messen, zu modellieren und letztlich vorherzusagen. Verhaltensspuren sind dabei weit definiert, von Transaktions- und Konsumdaten über User-und App-Logs in digitalen Medien bis hin zu nutzergenerierten Inhalten in sozialen Medien.
  • Konkrete Fragestellungen beziehen sich insbesondere auf die Analyse und die Vorhersage von Verhalten auf Basis von Datenspuren, die Modellierung und Simulation komplexer individueller oder sozialer Prozesse, die Analyse großer Datenmengen im Bereich Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie die Erhebung und Auswertung hochfrequenter und / oder komplexer Prozessdaten.

3. Entscheidungsforschung (Sprecherin Prof. Dr. Anja Achtziger)

  • Ziel dieses Forschungsclusters ist die Untersuchung des Ablaufs von individuellen und kollektiven Entscheidungsprozessen sowie der Einfluss von Informationsverarbeitung und institutionellen Rahmenbedingungen auf Entscheidungsergebnisse. Darauf aufbauend sollen Interventionen zur Förderung rationaler Entscheidungen und gesellschaftlich akzeptabler kollektiver Entscheidungsprozesse erarbeitet werden. Entscheidungsprozesse werden dabei unter den Gesichtspunkten unterschiedlicher Disziplinen (Konsumentenforschung, kognitiver Psychologie, Politikwissenschaft und Verhaltensökonomie) mit unterschiedlichen empirischen Methoden (EEG, Eyetracking, NIRS, Labor/Feld-Experimente, repräsentative Umfragen, statistische Analyse von prozessproduzierten Daten und Verhaltensspuren) untersucht.
  • Konkrete Fragestellungen beziehen sich insbesondere auf folgende Aspekte: automatische und kontrollierte Entscheidungsprozesse, Motivation und monetäre Anreize sowie deren Einfluss auf Entscheidungen in sozialen, politischen und wirtschaftlichen Kontexten, ethische Entscheidungen im Bereich Wirtschaft und Finance und die Entwicklung von (digitalen) Tools zur Förderung von psychologisch-ethischen Kompetenzen, Determinanten von Korruption und Kooperation, Konsumentenentscheidungen, der Einfluss institutioneller Rahmenbedingungen auf (politische) Entscheidungen.

4. Transformative Kulturproduktion (Sprecher Prof. Dr. Martin Tröndle)

  • Das Forschungscluster beschäftigt sich mit der Analyse der wichtigsten Veränderungen im kulturellen Feld von der Makro- bis zur Mikroebene. Aufgrund seiner Orientierung an realen Problemen und Fragestellungen ist das Forschungscluster interdisziplinär ausgerichtet. Konkrete Fragestellungen beziehen sich insbesondere auf die Transformation folgender Felder: Zuschauer- und Zuhörerschaften, Kunstpraktiken und Formate des Ausstellens und Inszenierens, sowie Kulturpolitiken inklusive der Transformation von Institutionen und der Entstehung und Wirkung kulturpolitischer Diskurse.
  • Das Cluster umfasst aktuell unter anderem das internationale, mehrjährige Forschungsprojekt „ECR – Experimental Concert Research“ (VolkswagenStiftung, Offen für Außergewöhnliches) sowie das 2020 anlaufende Horizon 2020 ITN doctoral training netzwerk „FEINART. The Future of European Independent Art Spaces in a Period of Socially Engaged Art“. Die Lehrstühle „WÜRTH Chair of Cultural Production“, „Lehrstuhl für Allgemeine Medien- und Kommunikationswissenschaft“ und „Lehrstuhl für Kunsttheorie & Inszenatorische Praxis“ wirken beim Thema “Transformative Kulturproduktion“ zusammen. Zudem sind mehrere Promotionen sowie studentische Forschungsprojekte hier angesiedelt.


Neben der kooperativen Verbundforschung in diesen vier Forschungsclustern, deren Mitglieder verschiedenen Fachbereichen angehören, fördert die ZU in besonderer Weise diejenigen individuellen und Verbundprojekte, die sich thematisch und inhaltlich auf die drei definierten Forschungskorridore beziehen. Dies gilt, wie bei den Forschungsclustern, sowohl für die Grundlagen- als auch die Transferforschung. Dazu gehören an der ZU etwa die Forschung zu Familienunternehmen, Finanzwissenschaften & Banking, Führung & Führungsethik, Innovationsmanagement & Innovationsforschung, Integration & Globalisierung, Konsum- & Verbraucherforschung, Medien & Gesellschaft, Mobilität, Nachhaltigkeit, Politische Institutionen & Politische Willensbildung und Verwaltung 4.0 & Public Management.


Kontakt

Lucarelli, Ute Dr phil
Leitung Forschungsförderung
Tel:+49 7541 6009-1114
Fax:+49 7541 6009-1199
Raum:Semi 2.44


von dem Berge, Benjamin Dr
Referent Forschungsförderung
Tel:+49 7541 6009-1118
Fax:+49 7541 6009-1199
Raum:Semi 2.45
   |   Veröffentlichungen