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Governance globaler Kooperationsnetzwerke

Forschungscluster

Konkurrenz und Kooperation in transnationalen Netzwerken treiben globales Regieren zentral voran. Globale Netzwerke initiieren Innovationsprozesse in Wirtschaft, Politik und Recht, die zunehmend die Schaffung, Umsetzung und Fortentwicklung internationaler Regeln, Normen und Standards beeinflussen. Mit dem wachsenden Einfluss globaler Netzwerke stellt sich zugleich die Frage nach ihrer Regulierung, Legitimität und Rückkopplung an demokratische Verfahren.

Veranstaltungshinweis

Governance Netzwerke:

Kooperation, Konkurrenz, Konflikt


Konferenz, 1. – 2. Oktober 2020
Zeppelin Universität Friedrichshafen

 

Foto: Andy Lamb (CC BY 2.0)

Das Forschungscluster „Governance globaler Kooperationsnetzwerke“ erforscht die Funktionsweisen, den Einfluss und die normative Ausgestaltung solcher Netzwerke anhand von vier Leitfragen:


  • Wie unterscheiden sich die Arbeitsweisen und der Einfluss unterschiedlicher Typen transnationaler Netzwerke (epistemische Netzwerke, professionelle Netzwerke, adovcacy networks, u.a.) in der globalen Politik?


  • Unter welchen Bedingungen können transnationale Netzwerke in ihrer Interaktion mit intergouvernementalen Organisationen Politikwandel beeinflussen?


  • Welche Rolle nehmen transnationale Netzwerke in der Industrie als Innovationstreiber ein?


  • Wie schaffen und entwickeln transnationale Netzwerke formelle und informelle Rechtsinstrumente?


Das Forschungscluster verfolgt einen interdisziplinären Ansatz, der Wirtschaftswissenschaften (Organisations-)Soziologie und Politikwissenschaft (Internationale Beziehungen) miteinander verbindet. Derzeit sind am Forschungscluster drei Lehrstühle der Zeppelin Universität beteiligt: Der Lehrstuhl für Institutional Economics, der Lehrstuhl für Internationale Beziehung und der Lehrstuhl für Global Governance mit dem Schwerpunkt Entwicklungszusammenarbeit. Darüber hinaus hat das Forschungscluster sich zum Ziel gesetzt, die Expertise zu den Fragestellungen und Arbeitsbereichen in der Region zu bündeln.

Forschungsbereiche

Protest, Politikwandel und Netzwerke in und zwischen IOs

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Unter welchen Bedingungen gestalten transnationale Netzwerke Politikwandel in internationalen Organisationen? In diesem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt untersucht das Projektteam am Lehrstuhl für Internationale Beziehungen, wann zivilgesellschaftlicher Protest durch professionelle Netzwerke in internationalen Organisationen in Politikwandel übersetzt wird. Das Projekt vergleicht die Reaktionen von ILO, UNICEF, UNODC und WHO auf die Kontestation ihrer Politik durch Betroffenengruppen in den Bereichen Drogenbekämpfung, Kinderarbeit, Menschenschmuggel und weibliche Genitalverstümmelung.


Es geht davon aus, dass dort, wo die professionellen Netzwerke, die an diesen Themen arbeiten, über Organisationsgrenzen hinweg verlaufen, Wandel eher auftritt, da die Organisationen durch diese weitreichenden Netzwerkbeziehungen offener für Ideen von außen werden.

Researcher

Zimmermann, Lisbeth Prof Dr
Lehrstuhl für internationale Beziehungen

Kortendiek, Nele

Akademische Mitarbeiterin

Young, Lily

Akademische Mitarbeiterin

 

Foto: Sally T. Buck (CC BY-NC-ND 2.0)

Verlaufen Netzwerkgrenzen hingegen eher organisationsintern und sind diese von starken organisationsspezifischen Kulturen und Denkweisen geprägt, prallt Kritik von außen eher ab.


Die zentrale These, die dieses Projekt anhand eines Vergleichs der vier Organisationen in den vier Politikfeldern untersucht, lautet somit, dass der Grad der Offenheit einer internationalen Organisation maßgeblich bestimmt, ob zivilgesellschaftlicher Protest in Politikwandel resultiert.

Forschungsprojekte


  • Offene oder geschlossene internationale Organisationen: Bedingungen für Politikwandel durch Kontestation

Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, untersucht das Forschungsprojekt unter welchen Bedingungen internationale Organisationen (IO) ihre Politik als Reaktion auf Kontestation durch Betroffene wandeln, die von internationalen Normen und Regeln, die IOs verbreiten, eigentlich geschützt werden sollen? Wann lassen IOs Kontestation abprallen, wann lässt sich Politikwandel beobachten?


Weitere Informationen

Aktuelle Publikationen

Kooperationspartner

Zu den Kooperationspartnern in diesem Projekt zählen:


  • Prof Nicole Deitelhoff (Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, HSFK/Goethe Universität)
  • Dr Tine Hanrieder (Wissenscahftszentrum Berlin, WZB)
  • Prof Anna Holzscheiter (TU Dresden)
  • Dr John Karlsrud (Norwegian Institute of International Affairs, NUPI)
  • Prof Andrea Liese (Universität Potsdam)
  • Prof Leonard Seabrooke (Copenhagen Business School)
  • Prof Ole Jacob Sending (Norwegian Institute of International Affairs, NUPI)
  • Prof Antje Vetterlein (Universität Münster)

Governance in globalen Wertschöpfungsketten

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Der größte Teil des internationalen Handels erfolgt in globalen Wertschöpfungsketten, welche durch enge inter- und intra-firm Transaktionen unterschiedlichster Akteure vernetzt sind. Zum einen stoßen formale governance Mechanismen oft an Ihre Grenzen, wenn diese in verschiedenen rechtlichen Rahmenwerken nicht vollständig durchgesetzt werden können, zum anderen ist formale Governance oft nicht transaktionskostenoptimal.


Der Lehrstuhl für Institutional Economics erforscht, wie transnationale Netzwerke Standardsetzung, Lernprozesse und Umsetzung in globalen Wertschöpfungsketten beeinflussen. Besonders bei intersektoralen Kooperationen, welche oft in globalen Wertschöpfungsketten unabdingbar sind, müssen verschiedene Entscheidungslogiken der Akteure bedacht werden. Eine relationale Herangehensweise ist hierbei zentral. Das Verhältnis zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft muss neu gedacht werden und geeignete Managementsysteme sollen Anwendung finden.


Im Kontext dieses Projekts hat Prof Dr Joseph Wieland zudem die das Co-Leadership der Arbeitsgruppe „Sustainability in Global Value Chains“ im Think20 Prozess inne, der die internationale Zusammenarbeit im G20 Format auf der Think Tank Ebene begleitet.

Researcher

Wieland, Josef Prof Dr
Lehrstuhl für Instituational Economics

Fischer, Dominik MMgt MiM CEMS
Akademischer Mitarbeiter

 

Prozesse globaler Rechtsentwicklung

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Jenseits formeller Rechtssetzung durch Staaten spielen internationale Gerichtshöfe, Schiedsinstanzen, Monitoringinstitutionen und Tatsachenfeststellungsmissionen eine immer größere Rolle im Völkerrecht. In Bereichen wie Welthandel, Wirtschaft und Menschenrechte gestaltet eine Vielzahl von unterschiedlichen, oft nicht-staatlichen, Akteuren die Auslegung und Entwicklung internationaler Normen.

Researcher

Lesch, Max
Akademischer Mitarbeiter

 

Foto: UN Geneva (CC BY-NC-ND 2.0)

Einerseits rückt dieses Projekt die normative und epistemische agency von internationalen Organisationen in der Anwendung und Umsetzung von Menschenrechtsnormen am Beispiel von Tatsachenfeststellungsmissionen („fact-finding“) ins Zentrum. Welchen Beitrag leisten globale Netzwerke in diesen Prozessen und welche Rolle spielt die Tatsachenfeststellung über die konkreten Fälle hinaus für die Fortentwicklung des Rechts? Anderseits geht das Forschungsprojekt am Beispiel der sog. Allgemeinen Bemerkungen („general comments") der UN-Menschenrechtsausschüsse der Frage nach, wie die Fortentwicklung von Normen durch Netzwerke vorangetrieben wird und unter welchen Bedingungen Allgemeine Bemerkungen gegenüber Staaten Autorität gewinnen.


Diese Vorhaben werden im Kontext des Postdoc-Projekts von Max Lesch umgesetzt. Das Teilprojekt zu Allgemeinen Bemerkungen wird in Kooperation mit Dr Nina Reiners an der Universität Potsdam durchgeführt.


Aktuelle Publikationen

Team

Cluster-Team Zeppelin Universität

Zimmermann, Lisbeth | Prof Dr

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Zimmermann Lisbeth Zeppelin Universität

Sprecherin des Clusters

Lehrstuhlinhaberin |  Lehrstuhl für Internationale Beziehungen

Seit 2018 hat Professorin Dr Lisbeth Zimmermann den Lehrstuhl für Internationale Beziehungen an der Zeppelin Universität inne und unterstützt in Forschung und Lehre den Studiengang Politics, Administration & International Relations | PAIR an der ZU.


Lisbeth Zimmermanns Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen aktuelle Herausforderungen einer multilateralen Weltordnung, Internationale Organisationen, Normen in den internationalen Beziehungen, Demokratie- und Rechtsstaatlichkeits-förderung sowie Peacebuilding.


Lisbeth Zimmermann hat Politikwissenschaft an der FU Berlin mit einem Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes studiert (2002-2007). 2008 bis 2011 war sie Promotionsstipendiatin im Projekt „Transnationale Demokratie und Gerechtigkeit“ im Rahmen des Exzellenzcluster „Herausbildung normativer Ordnungen“ und 2011 bis 2012 Promotionsstipendiatin der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung. Im November 2012 wurde sie mit einer Arbeit zu „Global Norms with a Local Face? The Interaction of Rule of Law Promotion and Norm Translation in Guatemala“ promoviert. Von Juli 2012 bis Juni 2015 arbeitete Lisbeth Zimmermann als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Exzellenzcluster „Herausbildung Normative Ordnungen“. 2015 bis 2018 war sie Senior Researcher an der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung. Aufenthalte als Gastforscherin führten sie unter anderem an die Elliott School of International Affairs an der George Washington University in Washington D.C. (2011) und an das Department of Political and Social Sciences des European University Institute in Florenz (2015). Lisbeth Zimmermann war außerdem Stipendiatin des Programms „Fast Track: Exzellenz und Führungskompetenz für Wissenschaftlerinnen auf der Überholspur“ (Jahrgang 2015-2017).


Lisbeth Zimmermann war Co-Sprecherin der Nachwuchsgruppe der Sektion „Internationale Politik“ der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (2012-2014) und ist momentan Co-Sprecherin der Themengruppe „IB-Normenforschung“ (2017-).
Seit 2015 ist Lisbeth Zimmermann Leiterin des DFG-Projektes „Internationale Normen im Streit. Kontestation und Normrobustheit“, seit 2019 des DFG-Projekts „Offene oder geschlossene internationale Organisationen: Bedingungen für Politikwandel durch Kontestation“.


Sie ist außerdem Sprecherin des Forschungsclusters „Governance globaler Kooperationsnetzwerke“ an der ZU.

 

Lesch, Max | MA

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Max Lesch Zeppelin Universität

Koordinator des Forschungsclusters

Akademischer Mitarbeiter | Lehrstuhl für Internationale Beziehungen


Max Lesch ist seit September 2019 akademischer Mitarbeiter am Lehrstuhl für Internationale Beziehungen und Koordinator des Forschungsclusters „Governance globaler Kooperationsnetzwerke“ an der ZU.


Er hat Politikwissenschaft (mit Schwerpunkt Internationale Beziehungen) und Soziologie in Bonn, Frankfurt und Aberystwyth studiert und promovierte an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.


Von 2014 bis 2018 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter und Promotionsstipendiat am Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung in Frankfurt, wo er im DFG-Projekt „Internationale Normen im Streit: Kontestation und Normrobustheit“ tätig war. Im September und Oktober 2018 führte ihn ein Forschungsaufenthalt an die Universität Kopenhagen. Vor dem Wechsel an die ZU hat er am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in der Forschungsgruppe „Shades of Illegality in International Peace and Security Law“ gearbeitet. In seiner Dissertation „Dynamics of Deviance. Torture and Its Prohibition in World Politics” hat er den Zusammenhang zwischen internationalem Recht, Normbrüchen und Normentwicklung mithilfe von devianzsoziologischen Ansätzen und einem praxistheoretischen Verständnis von Normen und normanwendenden internationalen Organisationen untersucht.


In seinem Post-Doc-Projekt beschäftigt sich Max Lesch mit der Entwicklung, der Funktionsweise und den Effekten von internationalen Tatsachenfeststellungsmissionen im Bereich des Menschenrechtsschutzes. Zu seinen weiteren Forschungsinteressen zählen die Normativität internationaler Praktiken, das internationale Anti-Korruptionsregime sowie die Rechtsschaffung in globalen Netzwerken.

 

Fischer, Dominik | MMgt MiM CEMS

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Kortendiek, Nele | MA

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Kortendiek, Nele Zeppelin Universität

Nele Kortendiek ist Postdoc am Lehrstuhl für Internationale Beziehungen. Sie studierte Politikwissenschaft an den Universitäten Bremen und Genf (B.A., mit Auszeichnung) und hat einen Master in International Relations Theory der London School of Economics and Political Science (mit Auszeichnung). Von 2014 bis 2018 war sie Doktorandin an der TU Darmstadt und dem Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen".


Während ihrer Doktorarbeit über die Rolle internationaler Organisationen in der Global Governance von gemischten Migrationsbewegungen an der europäischen Außengrenze hat sie Feldforschung in Griechenland, Brüssel, Genf, Valletta und Warschau durchgeführt. Im Herbst 2016 war sie Gastwissenschaftlerin am Centre on Migration, Policy, and Society (COMPAS) der Universität Oxford und arbeitete als Gastwissenschaftlerin am WZB Berlin.


Gemeinsam mit Lisbeth Zimmermann leitet Nele derzeit das DFG-geförderte Forschungsprojekt "Offene oder geschlossene internationale Organisationen? Reaktionen auf Betroffenenkontestation", welches das Zusammenspiel zwischen von der internationalen Politik Betroffenen und Netzwerken von Entscheidungsträgern innerhalb verschiedener internationaler Organisationen untersucht.


Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören Wissen, Autorität und Legitimität in der Global Governance, internationale Organisationen und nichtstaatliche Akteure in der Weltpolitik, internationale Migrationspolitik sowie normative Fragen von Grenzen und Demokratie.

 

Wieland, Josef | Prof Dr

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Josef Wieland Zeppelin Universität

Josef Wieland ist Professor für Institutional Economics, Organizational Governance, Integrity Management and Transcultural Leadership an der Zeppelin-Universität in Friedrichshafen und Direktor des Leadership Excellence Institute Zeppelin (LEIZ). Er ist Initiator und Präsident des Deutschen Forums Compliance & Integrity (FCI). Er ist ehemaliger Vorsitzender des Deutschen Netzwerks für Wirtschaftsethik (DNWE) und ist derzeit Vorsitzender des Beirats vom DNWE. Er ist Mitglied des Nationalen CSR-Forums des BMAS (Bundesministerium für Arbeit und Soziales) und Mitglied der Jury des CSR-Preises der Bundesregierung.

 

Young, Lily | MA

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Young Lily Zeppelin Universität

Lily Young ist seit Oktober 2019 Doktorandin im DFG-Projekt „Offene oder geschlossene internationale Organisationen – Bedingungen für Politikwandel durch Kontestation“. Sie hat eine Masterabschluss in Internationalen Beziehungen von der Technischen Universität Dresden und einen Bachelor in Sociology, Politics and Economics von der Zeppelin Universität. Sie studierte zudem für ein Semester in Japan und absolvierte eine Blue Book Traineeship beim European External Action Service in Brüssel. Zuvor war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für European and Global Governance an der Technischen Universität München.

 

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