home       shop       ZU|Daily      
english       wozu zu?       kontakt       jobs       standorte       auf-Magazin       bauBlog       impressum      

Zeppelin Universität - Zurück zur Startseite

Zeppelin Universität

News | Veranstaltungen

Studium | Bewerbung

Lehrstühle | Institute

  Wirtschaftswissenschaften
  Dr. Manfred Bischoff Institut für Innovationsmanagement der Airbus Group

  Innovation & Entrepreneurship

  Friedrichshafener Institut für Familienunternehmen

  Innovation, Technologie & Entrepreneurship

  Juniorprofessur für Finanzierung

  Recht der Familienunternehmen

  Strategie und Governance von Familienunternehmen

  Institut für Unternehmer- & Finanzwissenschaften
  Profil

  Lehrstuhl für Unternehmer- und Finanzwissenschaften

  Aktuelles

  Team

  Forschung

  Publikationen

  Lehre

  Hintergründe

  Partnerschaften

  Services

  Empirische Kapitalmarktforschung & Ökonometrie

  Gastprofessur für Informationsmanagement & Handelsinformationssysteme

  Managementtheorie

  Marketing

  Politische Ökonomie

  Strategische Organisation & Finanzierung (SOFI)

  Audi-Stiftungslehrstuhl für Sozioökonomie und unternehmerisches Handeln

  Otto Group-Lehrstuhl für Service Marketing & Distanzhandel

  Phoenix-Lehrstuhl für Allgemeine BWL & Mobility Management

  Zentrum für Technologiemanagement (ZTM)

  ZEPPELIN-Lehrstuhl für Internationale Wirtschaftstheorie & -politik

  ZF Friedrichshafen-Lehrstuhl für Unternehmensführung & Personalmanagement

  Alternative Investments & Corporate Governance

  Konsumverhalten & Verbraucherpolitik

  Gastprofessur für Politische Ökonomie

  Wirtschaftstheorie & angewandte Ökonometrie

  Internationale Wirtschaftsbeziehungen

  Externe Dozenten


  Kulturwissenschaften

  Sozialwissenschaften

  Fachbereichsübergreifende Forschungszentren


Forschung

Lernen lebenslänglich

Förderer | Partner

Services

Studierende

 
                                                                          





Karl-Mannheim-Lehrstuhl für Kulturwissenschaften | Profil/Profile



Das Zeitalter der Industrialisierung, der sozialen Ordnung der Industriegesellschaft und der Fähigkeiten und Fertigkeiten, die nötig waren, um es zu bewältigen, steht vor seinem Ende. Die Grundlagen der sich am Horizont abzeichnenden Gesellschaftsordnung basieren auf Wissen.

Wissensgesellschaften sind zunehmend zerbrechliche Gesellschaften, weil es in ihnen zu einem bemerkenswerten Herrschaftsverlust der großen gesellschaftlichen Institutionen, die den Verlauf des 20. Jahrhunderts noch ganz entscheidend mitgeprägt haben, kommt.

Wir befinden uns in einem Übergangsstadium zwischen zwei Gesellschaftsformationen. Man kann nicht umhin, von der wachsenden Kontingenz und der sich damit weiter abschwächenden Stabilität moderner Gesellschaften beeindruckt zu sein. Die Zukunft der Gesellschaft ist immer weniger ein Abbild ihrer Vergangenheit. Die zunehmende Unschärfe und Unbestimmtheit moderner Gesellschaften ist die unmittelbare Folge der weiter steigenden (und keinesfalls einseitigen) Bedeutung einer hochdifferenzierten gesellschaftlichen Institution, nämlich des Wissenschaftssystems und seiner Produkte, für die Kultur und Struktur unserer Gesellschaft.

Die umfassende Zirkulation des Wissens und das Wissen um das Vordingen des Wissens in alle Handlungskontexte der modernen Gesellschaft haben zur Folge, dass die durch strittiges Wissen konstruierten und konstituierten Handlungsstrukturen ambivalent, fragil und offen werden. Und zwar offen für multiple Interpretationen unterschiedlicher Akteure.

Zumindest in diesem Sinn lässt sich deshalb folgern, dass das Wachstum des Wissens und seine zunehmende gesellschaftliche Verbreitung paradoxerweise größere gesellschaftliche Unsicherheit und Kontingenz produzieren und nicht etwa Meinungsverschiedenheiten reduzieren oder eine Basis für eine effizientere Herrschaft zentraler gesellschaftlicher Institutionen schaffen.

Diese neugewonnene Einsicht in die gleichzeitige Macht und Fragilität wissenschaftlicher Erkenntnis führt zu dem Ergebnis, dass die wachsende gesellschaftliche Bedeutung des Wissens und die Abhängigkeit der Gesellschaft vom Wissen einhergehen wird mit dem Zerfall der intellektuellen Autorität der Experten und einer wachsenden Skepsis gegenüber der Unparteilichkeit und Objektivität von Expertenmeinungen. Den Vertretern des Fachwissens und der Expertise wird es immer schwerer fallen, ihre kognitive Autorität und das Vertrauen in ihre professionelle Tätigkeit aufrechtzuerhalten.
Dennoch wird die Abhängigkeit vom Wissen weiter zunehmen. Denn trotz der Demystifizierung des Wissens kann die Alternative nicht lauten, statt dessen mehr oder weniger zufällig auf irgendwelche Glaubensvorstellungen zu vertrauen. Man muss sich mit dem Gedanken der Kontingenz des Wissens vertraut machen und die Illusion verabschieden, dass dieser Zustand nur eine vorübergehende Erscheinung sei, die über kurz oder lang wieder verschwindet.

Die Geschichte neigt sich keineswegs ihrem Ende zu, aber sie hat sich grundlegend geändert. Die alten Regeln, Sicherheiten und Entwicklungsschemata passen nicht mehr. Die Zukunft imitiert nicht mehr die Vergangenheit. Deshalb wächst das Gefühl der Zerbrechlichkeit der Verhältnisse. Die Erfahrungen mit grundlegenden Veränderungen werden umfassender. Und zurückhaltende, gebremste und sanfte Zuversicht löst überschäumende Hoffnungen oder auch tiefe Deprimiertheit ab.

| English

| French

| Spanish

| Russian

| Chinese

| Japanese

| Polish



druckversion       zu|rück       nach oben

geändert: 02.02.2012