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Juniorprofessur für Kulturbetriebslehre und Kunstforschung | Profil

Seit den 1980er Jahren wird in den deutschsprachigen Ländern Kulturmanagement gelehrt. Waren es zunächst nur sehr wenige Ausbildungsstätten, existieren mittlerweile eine Vielzahl von Studiengängen im Bereich Kulturmanagement, Kulturvermittlung, Kulturarbeit etc. Die Entwicklung des Faches wurde anfangs von der Idee der „Professionalisierung“ der Kulturinstitutionen durch die Übertragung betriebswirtschaftlicher Instrumentarien geprägt, wofür Begriffe wie Kultur-Marketing, Kultur-Sponsoring, Kultur-Projektmanagement stehen. Diese bekannte, an der mainstream Betriebswirtschaftslehre orientierte, „collagenhafte“ Konzeption des Kulturmanagements der späten 1980er und 90er Jahre, die vor allem auf die Techniken und Rahmenbedingungen abhebt, scheint zunehmend von einem Kulturmanagementverständnis, das die Inhalte und die Integration der beteiligten Disziplinen stärker gewichtet, abgelöst zu werden.

Der Trend beruht zum ersten auf der teils fehlenden Praxisakzeptanz auf die das Kulturmanagement stößt, zum zweiten, auf dem Hervortreten eines theoretischen und methodischen Defizits und zum dritten auf den veränderten beruflichen Rahmenbedingungen der Kulturmanager. Nicht zuletzt könnte auch ein Unbehagen gegen den Managementbegriff dazu geführt haben. So kommt es nach der Gründungs- und Konstitutionsphase des Kulturmanagements in den 1980er und 90er Jahren, zu einer Weiterentwicklung und Ausdifferenzierung des Selbstverständnisses der Fachvertreter. Diese zeigt sich exemplarisch im Diskurs des Fachverbandes Kulturmanagement, e.V., dem Zusammenschluss akademisch lehrender und forschender KulturmanagerInnen im deutschsprachigen Raum. Das Kunst- und Kulturmanagement wird nun als eine Disziplin zwischen wissenschaftlicher Invention und praktischer Intervention entworfen, die im Spannungsfeld von direkt anwendbarem Handlungswissen und Reflexionswissen agiert.

Der Lehrstuhl für Kulturbetriebslehre und Kunstforschung inkorporiert diesen Fachdiskurs in seiner Ausrichtung. Kulturbetriebslehre steht für eine zeitgemäße Aktualisierung des Managementbegriffs, der insbesondere die soziologischen, ästhetischen und organisationalen Spezifika des Kulturbetriebs konzeptionalisiert; die „Kunstforschung“ spiegelt die neue inhaltliche Dimension des Faches Kulturmanagement wieder, nämlich weniger vom ökonomischen als vielmehr von künstlerisch geprägten Denken her das Feld zu erschließen.

Dieser Turn zeigt sich insbesondere mit denen am Lehrstuhl stattfinden Forschungsprojekten und Aktivitäten, die wissenschaftliche und künstlerische Forschungsmethoden inter- und transdiziplinär vereinen und damit zu einem neuen, theoretisch fundierten und gleichwohl an der Praxis orientierten, Kulturmanagementverständnis zeugen.
Der Lehrstuhl Gründungsmitglied des Fachverbandes Kulturmanagement, e.V. und der Society for Artistic Research.

Forschungsfelder sind

- Museum- und Konzertforschung,
- Besucherforschung,
- Inszenierungsformen,
- Organisationsformen von Kulturbetrieben,
- Theorie des Kulturmanagements,
- Die Logiken der Kulturpolitik,
- Wirtschaftsästhetik und
- Kunstforschung.

Schwerpunkte in der Lehre sind

- Kulturbetriebslehre und Kulturorganisation,
- Kulturpolitik und Kulturfinanzierung,
- Audience Development und Inszenierungsformen,
- Kunstforschung und Wissenschaftstheorie.

 

 


 



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geändert: 11.10.2010