Die Kommunikation von Reformvorhaben beschäftigt politische Systeme schon seit jeher, ist doch unsere Gesellschaft ständig Wandlungsprozessen unterworfen. Paradoxerweise werden Reformen trotz des eigentlichen Wissens um deren Wichtigkeit in der Regel von einer breiten Öffentlichkeit abgelehnt. Das Verharren in bereits Bekanntem und Erprobtem lähmen die Initiierung und Implementation von Reformprozessen.
Wie aber könnten Reformen kommuniziert werden, um diese für eine breite und entscheidungsrelevante Öffentlichkeit positiv zu gestalten und sie somit auch in das politische System zu tragen? Wie gelangen Reformthemen überhaupt an das politische System? Welche Rolle spielen dabei massenmedial vermittelte Kommunikationen und Diskurse? Wie wird aus einer Reformagenda eine Entscheidungsvorlage für das politische System?
Inhaltlich konzentriert sich der Lehrstuhl für Politische Kommunikation auf die Analyse der Struktur öffentlicher Debatten und der Diskurse in den verschiedenen Gesellschaftssystemen um Reformbedürfnisse, die an das politische System herangetragen werden. Aus der Analyse der Argumente der beteiligten Akteure, möglicher Koalitionen, aber auch gesellschaftlicher Einstellungen und Haltungen, werden Handlungsfelder abgesteckt, in denen die Kommunikation von Reformen geschehen kann. Zudem werden aus dieser Forschung praktische Handlungsmöglichkeiten und Empfehlungen für die Kommunikation von Reformen abgeleitet und Entscheidungsträgern zur Verfügung gestellt.
Forschungsfelder sind die Analyse öffentlicher Haltungen zu wirtschaftlichen, sozialen oder auch ökologischen Handlungsfeldern. Derzeit entstehen am Lehrstuhl Studien zur Wahrnehmung der Wirtschaft in der öffentlichen Meinung (Familienunternehmen und anonyme Publikumsgesellschaften), zur öffentlichen Einschätzung des Klimawandels (um spätere Climate Policies zu begleiten) und zum Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens.
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