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Das artsprogram der Zeppelin Universität

mit künstlerischen Beiträgen zum Jahres-Thema „Positive Distanz“:


Die Videoinstallation „Berlin - Beijing“ (Teil I, Yuris’ Haus) des in Berlin lebenden Künstlers Ole Aselmann (D) entstammt seinem gleichnamigen Projekt, einer Wanderung von der westlichen in die östliche Hemisphäre, und bezieht sich narrativ auf einen Teilabschnitt der Fernwanderung.


Thom Barth (D), artist in residence 2010, befasst sich mit Fragen medialer Präsenz sowie der Rezeption von Bildern. Montagefolien, wie sie bis in die 80er Jahre in der Druckindustrie verwendet wurden, sind dabei seine wichtigsten Arbeitsmaterialien. In dem von ihm kreierten Tagesprogramm und seinen raumgreifenden Interventionen zum Sommerfest bringt er Fragmente der alltäglichen Text- und Bilderflut durch schrill-sinnliche Collagen in subjektive Ordnungen, die elementare Bewusstseinsprozesse wie Assoziieren und Synthetisieren initiieren.


Mit einem Vortrag greift Ruediger John (A) das Thema der positiven Distanz aus Künstlerperspektive auf. Auch werden die in Zusammenarbeiten entstandenen und von Ruediger John gestalteten Publikationen vorgestellt – das in einem Studierendenprojekt erstellte „Logbuch“ über die Veranstaltungen des artsprogram 2009/10 und der „Kunstführer“ der Kunstwerke an der Zeppelin Universität. Ruediger John arbeitet vornehmlich an den Grenzen der gesellschaftlichen Subsysteme und beschäftigt sich dabei mit Wahrnehmungs- und Wertefragen; sie bilden den Ausgangspunkt seiner theoretischen und praktischen Arbeit zur künstlerischen Forschung.


Die Schweizer Filmemacherin Elodie Pong (USA/CH) ist bekannt für ihre subtilen, analytischen Arbeiten, die ihren Focus auf menschliche Beziehungen, kulturelle Codes und ihren gesellschaftlichen Einfluss richten. Als Soziologin und Anthropologin spielen für sie in ihrem künstlerischen Werk soziale Strukturen eine zentrale Rolle. Wenn sie in ihrer Videoarbeit After the Empire (2008) Karl Marx und Marilyn Monroe, Elvis und eine japanische Form von Minnie Mouse in Rollenspielen aufeinander treffen lässt, werden Fragen der Identität im copy/paste Zeitalter bewegt.


Mit seiner Fotoserie „Everyday magic – a study of the occult in Jakarta“ reflektiert Lorenz Widmaier, Alumnus der ZU, die Widersprüche, denen er während seiner Studien des Okkulten in Jakarta begegnete: einerseits Magie als eine auf das Übernatürliche ausgerichtete geheimnisvolle Praktik und andererseits als selbstverständlicher Bestandteil des alltäglichen Lebens. (EG Flur; Semi – Einführungen 16.00, 17.00, 18.00)


Ina Gersak, Sängerin, Pianistin, Organistin, Chorleiterin, Gesangspädagogin; leitet den Chor der ZU seit Oktober 2006; zusammen mit Christoph Kahlert, Masterstudent im CME-Studiengang, Bariton und Mitglied des Bad Tölzer Knabenchors und der A-capella-Gruppe Quartbreakers (München), interpretieren sie Beethovens Meisterwerk, den Liedzyklus „An die ferne Geliebte“ aus dem Jahr 1816: ein Werk, das am Ende einer Lebensphase steht, in dem Beethoven die Frustration wegen seiner Distanz zum Publikum(sgeschmack) überwindet und sein revolutionäres und uns noch heute eher fern stehendes Spätwerk in Angriff nimmt.


Wenn Sie sich positiv distanzieren wollen von den vielen Worten zur "positiven Distanz", dann hören Sie doch einmal distanziert den Dingen zu: was haben uns die "fernen Klänge" einer Stahlfeder, eines Brummkreisels und von zweckentfremdetem Elektronikspielzeug zu sagen? Steigen Sie dem Unipräsidenten aufs Dach und lassen Sie sich in höheren Sphären akustisch verwirren vom Experimental-Improvisations-Duo Gleis 17 aus Stuttgart: Willi Dillschneider, Schlagzeug und selbstgebaute Klangobjekte; Georg Stock, Gitarren und billige Elektronik. Aber: Achtung an der Bahnsteigkante!


Positive Distanz – Nordpol/Südpol (2010) Thom Barth, Artist in Residence 2010





Berlin - Beijing, Teil I, Yuris Haus (2010) Ole Aselmann, Videoinstallation



After the Empire (2008) Elodie Pong, Ausschnitt aus Videostill



Everyday magic – a study of the occult in Jakarta (2009) Lorenz Widmaier





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geändert: 15.09.2010