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Neues Forschungszentrum Verbraucher, Markt und Politik an der Zeppelin Universität  |  03.07.2012


Zum 1. Juli 2012 hat das Forschungszentrum Verbraucher, Markt und Politik | Center for Consumer, Markets and Politics an der Zeppelin Universität (ZU)  seine Arbeit aufgenommen. Finanziert wird es vom Verbraucherministerium Baden-Württemberg, das damit die Forschung zur Verbraucherpolitik im Land stärken und vernetzen will. Die wissenschaftliche Leitung hat Professorin Lucia Reisch übernommen, bundesweit anerkannte Expertin in diesem Forschungsfeld und ständige Gastprofessorin für Konsumverhalten und Verbraucherpolitik an der ZU.

„Verbraucherpolitik braucht als eigenständiges Politikfeld ein wissenschaftliches Fundament. Derzeit gibt es bundesweit noch zu wenig Forschung in Sachen Verbraucherpolitik. Dabei besteht erheblicher Bedarf an Forschung, die sich am realen Verbraucheralltag ausrichtet und die immer komplexer werdende Konsumwelt aus Sicht der Verbraucherinnen und Verbraucher beleuchtet. Hier setzt die grün-rote Landesregierung an, um dieses Defizit auszugleichen“, sagte der baden-württembergische Verbraucherminister Alexander Bonde im Vorfeld des Starts des vom Verbraucherministerium finanzierten Forschungszentrums Verbraucher, Markt und Politik an der ZU.

ZU-Präsident Prof. Dr. Stephan A. Jansen sagte dazu: „Kunde kommt von kundig. In Zeiten moralisierter Märkte – sei es in sozialer oder ökologischer Hinsicht – brauchen wir interdisziplinäre Forschung zum Beispiel aus der Verhaltens-, Kognitions-, Politik- und Wirtschaftswissenschaft, um Entscheidungsverhalten, Regulierungsanforderungen und auch Produktions- und Gewährleistungsfragen angemessen zu analysieren. Die Zeppelin Universität will genau dies – gemeinsam mit der Politik und den Kunden – in dem Forschungszentrum leisten und kundiger werden.“

Verbraucherminister Bonde und Präsident Jansen sind sich darin einig, dass sich die Lebenswelten der Verbraucherinnen und Verbraucher in den letzten Jahren durch die Öffnung und Privatisierung der Märkte erheblich verändert haben. Das Angebot an Waren und Dienstleistungen wird immer vielfältiger, aber auch unübersichtlicher. Bonde betonte: „Das Kaufverhalten der Verbraucherinnen und Verbraucher sowie ihre Nachfrage haben einen bedeutenden Anteil an der gesamtwirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung. Verbraucherinnen und Verbraucher müssen selbstbewusst die für sie besten Entscheidungen treffen und Vertrauen in die Märkte aufbauen können. Damit dies gelingt, ist als wissenschaftliche Grundlage die Verbraucherforschung unerlässlich.“



Hintergrund:
Das baden-württembergische Verbraucherministerium hat in den vergangenen Jahren unter anderem verbraucherpolitische Studien zum Verbraucherschutz bei Finanzdienstleistungen, im Bereich Energie und Nanotechnologie sowie die Verbraucherumfrage Süddeutscher Verbrauchermonitor in Auftrag gegeben. Das Haus will seine Aktivitäten in der Forschung für Verbraucherinnen und Verbraucher stärken. Derzeit fehlt der dafür notwendige wissenschaftliche Unterbau, und es ist kaum bekannt, wer im Land zu welchen verbraucherpolitischen Themen forscht. Das Forschungszentrum Verbraucher, Markt und Politik | Center for Consumer, Markets and Politics soll ein Netzwerk schaffen und damit einen Wissenstransfer zwischen Forschung, Politik und Gesellschaft initiieren. Sie soll außerdem einen Beitrag zur Profilierung des Landes Baden-Württemberg in der Verbraucherforschung leisten und bei der strategischen Ausrichtung der Verbraucherpolitik mitwirken.

Die Finanzierung des Forschungszentrums seitens des Verbraucherministeriums Baden-Württemberg erfolgt vorerst für zweieinhalb Jahre. Weitere Forschungsmittel sollen eingeworben werden. Ein international besetzter Forschungsbeirat wird das Forschungszentrum inhaltlich beraten und die Vernetzung begleiten.


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geändert: 11.07.2012