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Zeppelin Universität legt eigenen Fonds für studentische Existenzgründer auf  |  14.06.2012


Friedrichshafen. Die Zeppelin Universität (ZU) fördert studentische Unternehmensgründer künftig nicht mehr nur ideell, sondern auch finanziell. Dafür wurde die „ZU Micro Equity GmbH & Co. KG | ZUME“ gegründet. Sie stellt Eigenkapital für die frühe Phase der Gründung bereit. Als erste profitieren nun das Cookie-Startup „knusperreich“ sowie die Technologiegründung „Spontaneous Order“ von dem neuen Finanzierungsangebot.

Mit der Einrichtung des Fonds reagiert die Universität auf den hohen Anteil von Gründern unter den ZU-Studierenden: Jeder Fünfte ist spätestens nach dem Abschluss selbstständig. Außerdem wird er - neben Gründer-Coachings und der Vermittlung von Kontakten - einen weiteren Beitrag leisten, den wesentlichen Engpass für junge Existenzgründer zu beseitigen: die finanzielle Startbasis.

Die ersten beiden Beteiligungen der ZUME, „knusperreich“ und „Spontaneous Order“, haben sich viel vorgenommen. Das Team von „knusperreich“ möchte mit leckeren Bio-Cookies den deutschen Keksmarkt aufmischen. Der Clou dabei: die Cookies werden nur auf Bestellung gebacken und ofenfrisch versendet. Zukünftig wird auch die Möglichkeit geboten, eine eigene Cookie-Dose individuell zusammenzustellen. Bereits seit einem halben Jahr kann man die Cookies der drei Jungs auf www.knusperreich.de bestellen. Manuel Grossmann, der das Unternehmen gemeinsam mit seinen Kommilitonen Simon Tüchelmann und Max Finne gegründet hat, beschreibt die Vorteile des Engagements der ZUME wie folgt: „Wir profitieren sehr von der Erfahrung der Kommanditisten und den Kontakten der Universität. Durch die Beteiligung haben wir die Chance, unsere gesammelten Ideen der letzten Monate nun auch in die Tat umzusetzen.“

Die zweite Gründung, die „Spontaneous Order GmbH“, steckt hingegen noch in den Kinderschuhen. Julian Leitloff und seine Kommilitonen glauben an die dritte industrielle Revolution, die der „Economist“ im April dieses Jahres als Titelthema ausrief: Sie bieten Unternehmen mit 3D-Druck die Möglichkeit, ihre eigenen Ideen in kürzester Zeit in handfeste Objekte zu verwandeln, zum Beispiel als Miniaturausgabe des Firmenneubaus oder als Prototyp einer Produktinnovation. Das Angebot wird auch 3D-gedruckten Schmuck beinhalten. Julian Leitloff sieht viele Vorteile in der finanziellen Beteiligung der ZUME: „Kein umständliches Verfahren – mit nur einem Prototypen im Gepäck und einer gemeinsamen Vision hat uns die ZUME schon unterstützt, bevor die Verträge überhaupt geschrieben waren. Schmuck aus dem 3D-Drucker können sich die Wenigsten vorstellen, da kommen uns ein großes Netzwerk von Partnern und gutes Marketing sehr zugute“.

Die ZU-Gründungen reichen darüber hinaus von Sozialunternehmen wie „Rock your Life“, die 2011 den von Bundeskanzlerin Merkel verliehenen „startsocial“-Preis gewonnen haben, über Internet-Dienstleistungsunternehmen wie Deinbus.de bis hin zum Unternehmen „Sahay Solar Solutions“, bei dem der ZU-Absolvent Max Pohl in Äthiopien mikrokreditfinanziert die Verbreitung von Solarstrom betreibt.
In der ZUME kommen neben der Zeppelin Universität gemeinnützige GmbH Freunde und Förderer als Gesellschafter zusammen, die mit Investments von bis zu 50.000 Euro die Entfaltung unternehmerischer Projekte und Aktivitäten ideell wie auch finanziell fördern.

„Wagniskapital ist ein Wagnis vor allem aufgrund der Informationsasymmetrie zwischen Geld- und Ideengebern. Kleine Universitäten kennen aber beide in der Regel über Jahre und können so vermitteln“, beschreibt ZU-Präsident Prof. Dr. Stephan A. Jansen einen Beweggrund für die neue Förderungsinitiative. Und einer der Gesellschafter der ZUME, Karlheinz Wiesheu, Gründer der Wiesheu GmbH mit Sitz in Burgstetten (Weltmarktführer für Ladenbacköfen) erläutert sein Engagement so: „Deutschland braucht wieder mehr Gründer, und gerade in den Universitäten steckt ein enormes unternehmerisches Potential. Mit meiner Beteiligung möchte ich dieses Potential fördern“.

Gründerinnen und Gründer können laufend Businesspläne zur Bewertung beim Geschäftsführer, Tim Göbel, einreichen. Mit Blick auf die Finanzierungssituation führt er aus: „Mit der ZUME schließt die ZU eine weithin vorhandene Lücke in den Angeboten deutscher Universitäten für Gründer – nun „zoomen“ wir gute Ideen groß“. 



Hintergrund
Nach Aussagen einer Studie der Hochschul-Informations-Systeme (HIS) sind im Bundesdurchschnitt fünf Jahre nach der Erlangung des Studienabschluss weniger als zehn Prozent der Absolventen eines Abschlussjahrgangs selbstständig. Eine empirische Analyse bestehender unternehmerischer Aktivitäten und geplanter Gründungen von Studierenden der ZU von Prof. Dr. Reinhard Prügl vom Friedrichshafener Institut für Familienunternehmen zeigt auf, dass von 341 befragten ZU-Studierenden ein Anteil von 20,9 Prozent bereits auf eigene Erfahrungen im Bereich Gründung zurückblicken kann. Zudem ist aus den Ergebnissen der Analyse insgesamt ein beachtliches Potential für weitere Gründungen ableitbar: Fast jeder zweite ZU-Studierende (40,4 Prozent) plant in absehbarer Zeit nach dem Studium unternehmerisch aktiv zu werden.

 

Bildunterschrift
Start für die ZUME: Tim Göbel mit den beiden studentischen Unternehmensgründern Julian Leitloff und Manuel Grossmann (v. l.).







Weitere Informationen über „ZU Micro Equity GmbH & Co. KG | ZUME“



Link zur knusperreich GmbH mit 24-Stunden-Liefergarantie für Bio-Cookies



Link zu Spontaneous Order GmbH mit smarten Ideen für 3D-Druck



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geändert: 15.06.2012