Friedrichshafen. Die Daniel-Renn-Stiftung der Hagnauer Winzerfamilie Renn hat an der Zeppelin Universität (ZU) die Vergabe eines der ersten Deutschland-Stipendien ermöglicht. Die ZU-Studierende Annelie Graf erhält künftig für zwei Jahre eine monatliche Unterstützung von 300 Euro – je zur Hälfte finanziert aus Mitteln des Bundes und der Renn-Stiftung.
„Ich freue mich sehr über die Förderung“, sagt dazu Annelie Graf, die derzeit im vierten Semester Kultur- und Kommunikationswissenschaften studiert. Sie ist darüber hinaus bei verschiedenen ZU-Projekten engagiert, wie etwa bei der Organisation der „Langen Nacht der Musik“, des „seekult“-Festivals, beim Uni- Merchandising sowie als Sängerin in der ZU-Band. Bedacht wurde sie, weil bei ihr akademische Leistungen wie auch außeruniversitäres Engagement herausragend sind.
„Es ist einfach die Nähe zur ZU“: So begründet Andrea Renn das neue Engagement der Stiftung für das Deutschland-Stipendium und die Studierende Annelie Graf. Diese Nähe entstand zum einem über Tochter Julica, die erfolgreich zunächst ein Bachelor-Studiengang der Wirtschaftswissenschaften an der ZU absolviert hat und nun kurz vor dem Abschluss des berufsbegleitenden Familienunternehmer-Masters steht. Zum anderen ergab sich dadurch ein intensiver Kontakt der Familie mit vielen Studierenden, und sie arbeitet beispielsweise auch mit der studentischen Organisationsberatung „whyknot“ zusammen.
„Das Deutschlandstipendium sorgt für positive Stimmung sowohl auf der Empfänger- als auch auf der Geberseite“, sagt Peter Aulmann, Leiter Universitätsentwicklung und Strategische Partnerschaften an der ZU, „das Programm ist eine attraktive Möglichkeit, begabte Studierende wie Annelie Graf zu unterstützen.
Bundesweit haben bereits viele Unternehmen und Privatpersonen solche Patenschaften übernommen.“ Und auch Tim Göbel, Vizepräsident Universitätsmarketing und Strategische Projekte sowie Stipendiumsbeauftragter der ZU, freut sich sehr über die Zusammenarbeit und würde es begrüßen, wenn es weitere Nachahmer fände. Er verweist zudem darauf, dass die ZU inzwischen eine Vielzahl von Stipendienprogrammen zur Förderung ihrer Studierenden aufgelegt hat – vom Reise- bis zum Vollstipendium mit Übernahme aller Studiengebühren und Lebenshaltungskosten.
Das Deutschlandstipendium fördert seit dem Sommersemester 2011 Studierende, deren Werdegang herausragende Leistungen in Studium und Beruf erwarten lässt. Die Hälfte der Fördermittel kommt vom Bund, die andere Hälfte von privaten Stiftern. Der Leistungsbegriff, der dem Stipendium zugrunde liegt, ist bewusst weit gefasst: Gute Noten und Studienleistungen gehören ebenso dazu wie die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen oder das erfolgreiche Meistern von Hindernissen im eigenen Lebens- und Bildungsweg. Die Stipendiaten erhalten das einkommensunabhängige Fördergeld zusätzlich zu BAföG-Leistungen.
Die Daniel-Renn-Stiftung wurde im August 1999 unter der Schirmherrschaft des damaligen Ministerpräsidenten Baden-Württembergs, Erwin Teufel, im August 1999 auf dem Weingut „Burgunderhof“ der Familie Renn ins Leben gerufen. Die Winzerfamilie verbindet mit der Stiftung die Idee, im Gedenken an ihren tödlich verunglückten Sohn Daniel junge Menschen aus dem Weinbau, der Önologie, dem Brennerei- und Brauereiwesen, der internationalen Betriebswirtschaft, dem General Management, der angewandten Kommunikations- und Kulturwissenschaft sowie angrenzenden Bereichen zu unterstützen.
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Freude über eine besondere Förderung: Tim Göbel, Andrea Renn, Stipendiatin Annelie Graf und Peter Aulmann (v. r.)
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